Trailbirdie Update

Meine lieben Leserinnen und Leser!

Ja, Trailbirdie gibt es noch 🙂 auch wenn ich in letzter Zeit wenig gepostet habe. Das sollte sich in nächster Zeit wieder ändern, da sich der turbulente Sommer dem Ende zu neigt und ein paar nette Laufveranstaltungen und vor allem ULAUB ansteht!

Ich bin in den letzten Wochen aber sportlich nicht untätig gewesen und melde mich mit einem kurzen Update zurück. Es stehen wieder ein paar Laufbewerbe an und endlich sind auch die Temperaturen abends wieder eher für mich geeignet um ein paar Trainingsläufe einzulegen. Ehrlich, die Hitze hat mir schon ein bißchen zu schaffen gemacht. Obwohl ich absolut kein Morgenmensch bin habe ich es doch auch in den vergangenen Wochen geschafft mal morgens raus zu gehen und noch vor der Arbeit ein Läufchen unterzubringen. Besonders leicht ist mir das in Opatija, in der wunderschönen Kvarner Bucht in Kroatien gefallen 🙂

Nächstes Wochenende steht Kärnten Läuft auf dem Programm, mittlerweile ein Fixstern in meinem Laufjahr. Samstag abends geht es gemeinsam mit den Mädels vom Club 261 zum Raiffeisen Frauenlauf, mal schauen, ob wir heuer die größte Gruppe zusammen bekommen. Und spontan habe ich mich entschlossen am Sonntag den Halbmarathon zu laufen, um vor dem Karwendelmarsch dann noch nochmal richtig Wettkampfluft zu schnuppern 😉

Ja genau, der Karwendelmarsch, eines meiner großen Ziele für 2017 steht schon vor der Tür, am 26.08. 2017 ist es soweit. Dann werde ich mich auf 52 Kilometer durch das viel gepriesene Karwendelgebirge bewegen. Es freut mich, daß ich dort auch ein paar bekannte Gesichter sehen werde und endlich mal ein paar Insta-Freunde persönlich kennen lernen werde.

Einen Trainingsplan (dafür war einfach die Zeit zu knapp) habe ich mir für den Karwendelmarsch nicht gemacht, ich habe auch kein Zeitziel – oberste Priorität: Gut im Ziel angekommen und den Lauf genießen! Natürlich war ich in den letzten Wochen schon laufend unterwegs, Kilometer sammeln war die Devise. Auf der Straße und auf Trails, besonders gerne rund um den Wörthersee und auch mal auf der Saualm.

Im Oktober steht noch ein Highlight auf dem Programm. Am 29.10. 2017 findet der erste I love Kärnten Marathon statt! Dafür mach ich hier gleich mal ein bißchen Werbung 🙂 Und wenn es schon die Gelegenheit gibt quasi vor der Haustüre einen Marathon zu laufen, dann muss ich natürlich dabei sein!

Hier noch ein paar Impressionen aus der letzten Zeit und ich freue mich schon darauf euch bald von meinen neuen Abenteuern erzählen zu können.

 

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Morgenlauf in Opatija

 

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Eure Trailbirdie

Routentipp: Klipptiztörl – Geierkogelrunde

Es wird mal wieder Zeit für einen Routentipp in unserer schönen Heimat! Nachdem ich im vergangenen Winter schon das Vergnügen hatte die Region am Klippitztörl auf Tourenski zu erkunden, den Bericht dazu könnt ihr gerne hier nachlesen, begab ich mich letzte Woche endlich in Trailschuhen auf den Pass zwischen den Bezirken Wolfsberg und St. Veit/Glan. Das Wetter war nicht so berauschend, aber laut Vorhersage sollte es zumindest trocken bleiben.

Ich habe direkt nach der Passhöhe des Klippitztörl auf 1.642m Seehöhe beim Naturfreundehaus geparkt und mir den Wanderweg in Richtung Saualpe vorgenommen. Die Wege sind sehr gut markiert, gleichzeitig befindet man sich am Eisenwurzenweg sowie am Panoramaweg Südalpen, auch der Lavantaler Höhenweg führt über das Klippitztörl und der höchste zu erreichende Berg ist der Zirbitzkogel in den Seetaler Alpen. Somit ist das Klippitztörl wirklich ein perfekter Ausgangspunkt für diverse Wanderungen oder Trailläufe.

Ich begab mich also auf den Wanderweg in Richtung Ladinger Spitz, Saualpe, und habe mir diesen auch als Ziel gesteckt. Der Wanderweg geht direkt in den Wald und relativ schnell steil bergauf. Also leider nicht viel Zeit für mich um in einen Laufrhythmus zu kommen. Nach circa einem Kilometer kommt man zu einer Markierung, die den Weg „Geierkogelrunde“ in zwei unterschiedliche Richtung anzeigt und ich entschied mich für die steilere Variante, weil ich mir dachte, daß dann das bergablaufen sicher schöner wird (so war es dann auch 😉 ). Wie schon eingangs erwähnt war das Wetter ganz gut, bewölkt, aber kein Regen. Leider fing über der Waldgrenze ein sehr starker Wind an, der sich, je näher ich dem Gipfelkreuz kam zu einem Sturm entwickelte. Nach nur knapp 2,5 Kilometer befand ich mich auch schon am Gipfel und entschied auf Grund des starken Windes nicht den Ladinger Spitz anzuvisieren, sondern die Runde zum Ausgangspunkt fertig zu machen, also den Geierkogel auf der anderen Seite hinunter und durch den Wald retour.

Die Entscheidung war gut, denn unter der Waldgrenze kam ich auf einen wunderschönen Waldweg, der auch gut zu laufen war. Nach knapp 7 Kilometern und 360 Höhenmetern war ich wieder zurück am Parkplatz – somit eignet sich diese Runde auch hervorragend für Traillauf-Einsteiger 🙂 !

Ich hab mir dann vor Ort nochmal die Wandertafel angesehen und beschlossen am Panoramaweg Klippitz noch ein paar Kilometer zu laufen, so dass es sich auch wirklich ausgezahlt hat den Weg in die Berge zu nehmen.

Hier entdeckte ich ein Trailrunning Paradies, angenehme Steigungen und Waldwege, Panoramaausblicke Richtung Zirbitzkogel und ein wunderbare Luft zum Atmen. Nach zusätzlichen knapp 1,5 Stunden bin ich wieder beim Naturfreundehaus gelandet und habe mir dort noch eine kleine Stärkung gegönnt.

Somit kann ich euch die Region am Klippitztörl für Trailläufe, aber auch für zahlreiche Wanderungen wirklich empfehlen. Könnte sein, daß wir uns dort mal über den Weg laufen, denn ich werde bestimmt wieder hinauf fahren!

Geierkogelrunde Map

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Eure Trailbirdie

Koordination

In diesem Blogpost möchte ich mich mit einem weiteren Bereich des Functional Trainings befassen und meine treuen Leser daran teilhaben lassen. Nach der Beweglichkeit ist die Koordination, vor allem auch für uns Trailläufer, von sehr wichtiger Bedeutung.

Wenn wir im Gelände laufen kommen uns oft Hindernisse, wie Baumstämme, Pfützen, Steine, etc. unter. Um schnell und sicher ausweichen zu können müssen wir koordinativ gut aufgestellt sein. Ein wichtiger Punkt ist es dabei Verletzungen vorzubeugen.

Wie kann ich nun Koordination trainieren? Eine einfache Methode, die noch dazu viel Spaß macht, ist für mich… Aerobic 🙂 Zum Beispiel bei Angis Fit and Fun, um gleich für eine liebe Freundin Werbung zu machen. Durch die Bewegung zur Musik, wird das Training sehr kurzweilig. Durch die verschiedenen Schritte und Choreographien wird man sowohl körperlich wie auch geistig gefordert. Aerobic hört sich vielleicht ein bißchen veraltet und unmodern an, ist aber sehr vielseitig und wird mittlerweile wieder oft im Group Fitness Bereich für die Stärkung des Herz-Kreislauf-Systems und eben für Beweglichkeit und Koordination eingesetzt.

Bei unseren Lauftreffs versuchen wir immer die Natur für koordinative Übungen einzubauen. Dann müssen schon mal Äste als Koordinationsleitern oder Baumstämme für Laufübungen herhalten. Auch Bänke eignen sich hervorragend als Trainingsgeräte. Das ist absolut effektiv und kostet nichts.

 

Auch das althergebrachte Gummihüpfen ist eine super Koordinationsübung. Wer kennt noch die Sprüche? Peter Alexander…. die Wissenschaft hat festgestellt….. Micky Maus…. 🙂 Genau wie Kastlhüpfen. Wann habt ihr das letzte Mal mit Kreide auf die Straße gemalt? Einfach mal nachdenken, was man als Kind gerne gespielt hat. Meistens kommt dann eine spannende Koordinationsübung raus, die auch noch viel Spaß macht. Mit Kindern gemeinsam lassen sich diese Übungen natürlich noch besser umsetzten.

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Ran an die Bänke
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Und dann nochmals über die Stämme
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Auch rückwärts geht

Wer gerne in den Bergen unterwegs ist kann seine Koordination auch sehr gut im felsigen Gelände trainieren. Versuch mal von Stein zu Stein zu hüpfen, oder verschiedene Routen durch felsiges Gelände zu finden. Für erfahrene Bergsteiger sind Klettersteige immer wieder eine neue koordinative Herausforderung. Unten ein paar Bilder von meiner letzten Bergtour im Dösental, Richtung Säuleck.

 

Wichtig: Es darf nie langweilig werden und soll Spaß machen! Das gelingt meistens in der Gruppe und hat somit auch eine positive soziale Komponente.

Fazit: Koordination ist wichtig, damit wir ökonomisch laufen können. Man muss dafür kein Abo in einem Fitnesstudio kaufen und Übungen lassen sich leicht umsetzen .

Aus eigener Erfahrung merke ich, daß ich mich auf den Trails viel leichter und gelassener bewege, da ich einfach mehr Sicherheit habe seit ich im Training auch immer wieder Koordination trainiere.

Was habt ihr noch für Tipps auf Lager um die Koordination zu verbessern?

 

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Eure Trailbirdie

Bodensee Frauenlauf 2017

Ohne Frauen läuft nichts! Das war das Motto beim Bodensee Frauenlauf 2017 🙂 Ende Mai.  Und wie sie gelaufen sind, über 3.000 Frauen, und wir Mädels vom Club 261 mittendrin.

Diesmal war es ein besonders nettes Zusammentreffen von 261 fearless Läuferinnen aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und den USA! Denn keine Geringere als Kathrine Switzer selbst war in Bregenz mit am Start 🙂

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Aber alles der Reihe nach. Einmal im Jahr geht es für die Club 261 Läuferinnen auf große Frauenlaufreise. Nach Bologna, Budapest, Berlin und Liverpool in den letzten Jahren zog es uns heuer an den Bodensee. Zwar in Österreich, aber eine lange und dennoch angenehme Reise im Zug von zu Hause entfernt. Es wurde der  zweitgrößte Frauenlauf nach Wien (der übrigens am Wochenende davor statt fand) angekündigt und irgendwie machte sich bei mir ein komisches Gefühl breit. Wenn ich an den Berliner Frauenlauf zurück denke, wo auch tausende von Frauen am Start waren, was zu einem ziemlichen Chaos und für uns zu großem Streß führte, wusste ich nicht so recht was ich davon halten sollte. Aber es half nichts, Hotel war gebucht, Zugtickets gekauft, schönes Wetter angesagt und so machte sich am Freitag in der Früh eine lustige Truppe aus Klagenfurt auf den Weg nach Bregenz.

Kaum am Bodensee angekommen und Seeluft geschnuppert lief alles total entspannt. Die Vorarlberger sind schon ein ziemlich relaxtes Völkchen und am Weg zum Hotel (das JUFA Bregenz ist absolut empfehlenswert!) kam es uns vor als ob wir am Meer wären und begannen unseren Kurzurlaub richtig zu genießen.

Nachdem noch ein paar Mädels aus Deutschland und der Schweiz zu uns stießen machten wir uns gemeinsam auf den Weg zur Laufmesse, die direkt bei der Seebühne untergebracht war. Generell muss ich sagen, daß die Laufveranstaltung super organisiert war und auch alles sehr gut zu Fuß erreichbar war! Nach dem Abholen unserer Startunterlagen und einem Gläschen Prosecco auf der Laufmesse wurde es für unsere Mädels extrem aufregend, denn es stand das Treffen mit Kathrine an 🙂 Sie begleitete uns zum Abendessen und somit hatten wirklich alle genügend Zeit mit ihr zu plaudern. Schon cool unser Idol so hautnah zu erleben!

Der Lauf war am Samstag erst um 17.30 bzw. 18.00 Uhr festgesetzt und somit hatten wir noch Zeit tagsüber die Stadt zu erkunden. Für mich ging es natürlich rauf auf den Pfänder, den Hausberg der Bregenzer. Diesmal aber gar nicht Trailbirdie-Style zu Fuß, sondern mit der Pfänderbahn 😉 Immerhin musste ich noch meine Beinchen für den Lauf am Abend schonen. Der Blick auf den Bodensee und das Dreiländereck Österreich-Deutschland-Schweiz ist schon faszinierend! Es gibt einen kleinen Alpentierpark, der in einer halben Stunde durchwandert ist und somit verging die Zeit wie im Flug.

Nach einem kleinen Stadtrundgang gönnten wir uns dann noch ein leckeres spätes Mittagessen im Wirtshaus am See, wo wir schnell und freundlich bedient wurden. Wienerschnitzel ist jetzt nicht grad die perfekte Rennvorbereitung, aber mir war einfach danach und an dem Tag hat es auch fürs Rennen gepasst 😉

Der Startschuss für den Frauenlauf fiel dann am frühen Abend in Lochau, wohin wir standesgemäß mit dem Schiff kutschiert wurden. Der 5 km Kurs ging von Lochau zurück nach Bregenz, die 10 km Läuferinnen hatten noch eine zusätzliche Schleife nach dem Stadion zu laufen. Zieleinlauf war im Casino-Stadion, das war einfach der HIT! Gänsehaut pur beim Einlaufen ins Stadion. Es waren wirklich viele Zuschauer und die Stimmung war der Hammer 🙂

Der Lauf selbst war sehr heiß, das Wetter war ein Traum und somit hieß es eher langsam angehen. Die ersten 5 km waren nur in der Sonne am See entlang, was zwar wunderschön war, aber natürlich sehr anstrengend. Dafür war die zweite Streckenhälfte fast nur im Schatten und so konnte ich da wieder ein paar Minuten gutmachen und gut gelaunt den Zieleinlauf im Stadion genießen.

Im Ziel selbst gab es genügend Verpflegung um sich schnell wieder zu erholen, nach einem schnellen Zielfoto ging es zu Fuß wieder ins Hotel, duschen, umziehen und dann ab auf die Party! Die Nacht der Siegerinnen war wirklich eine sensationelle Feier. Die Siegerehrung wurde von den Moderatoren zügig durchgezogen, alle kamen auf Ihre Kosten. Super, daß Kathrine Ihre Altersklasse W70! für sich entscheiden konnte. Noch faszinierender für mich, daß auch in der W80 noch Damen dabei waren! Zum Abschluß gönnten wir uns noch eine Pizza in einem der zahlreichen Lokale der kleinen Landeshauptstadt.

Am Sonntag war leider schon wieder die Heimfahrt geplant, die allerdings auch wieder sehr kurzweilig war. Immerhin hatten wir uns viel zu erzählen und viele Bilder auszutauschen 😉 Allerdings fuhr ich nicht heim ohne zumindest eine der Mädels zu einem Morgenlauf überredet zu haben! Danke Manu für die nette Runde am Morgen 🙂

Mein Fazit: Eine super organisierte Laufveranstaltung, viele freundliche Helfer, eine tolle und große Laufmesse, ein prall gefülltes Startsackerl, genügend Zielverpflegung und Labestationen auf der Strecke. Super Stimmung! Ein Frauenlauf, den ich absolut empfehlen kann 🙂

BFL

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Eure Trailbirdie

Fotocredits: Horst von Bohlen, Trailbirdie

Beweglichkeit

In meiner derzeitigen Ausbildung zur Dipl. Gesundheits- und Fitnesstrainerin auf der Vitalakademie in Klagenfurt beschäftige ich mich sehr mit dem Thema Functional Training. Dazu habe ich schon mal einen Blogpost veröffentlicht 🙂 Je tiefer ich mich in diese Materie einlese und auch praktisch daran arbeite, umso mehr merke ich wie wichtig dieses Thema für uns Sportler ist. Nicht nur für uns Läufer, nein für ALLE Sportler.

Eine der 5 Säulen auf die Functional Training aufgebaut ist, ist die BEWEGLICHKEIT. Und dazu möchte ich euch heute ein paar einfache Tipps geben.

Ich nehme jetzt einfach mal die Sportart Laufen zum Beispiel. Wie trainieren wir? Also wir Hobbysportler, um in unserem Sport besser zu werden? Wir laufen. Was machen wir sonst noch? Hmmm… Muss man schon mal drüber nachdenken. Ich selbst habe in meinen ersten Jahren als Läuferin sonst auch nichts gemacht. Ein bißchen Radfahren, Wandern, vielleicht mal eine neue Sportart ausprobieren, aber Bestandteil des Trainings war das nie.

Wenn wir jetzt aber immer wieder den gleichen Bewegungsablauf trainieren, in unserem Fall Laufen, also einen Fuß vor den anderen zu setzen, bleiben andere Muskeln auf der Strecke. Das sind dann meistens die Gegenspieler zu den Muskeln, die wir für die Sportart benötigen oder Muskeln, die eine unterstützende Rolle haben. Also neigen diese dann zu Verkürzungen oder Abschwächungen. Als Läufer spüren wir das vor allem in den Waden, der Oberschenkelrückseite, bei den Hüftmuskeln und oft auch in der Schulter- und Brustmuskulatur. Um dieses Ungleichgewicht wieder herzustellen ist Dehnen angesagt. Ich persönlich führe lieber dynamische Dehnungsübungen aus, denn dann wird auch gleich die Beweglichkeit der Gelenke mittrainiert. Zum Beispiel in einer breiten Grätsche hinstellen und die Hüfte von links nach rechts schieben, je tiefer man das Becken sinken lässt desto mehr Dehnung sollte man an den Oberschenkelinnenseiten spüren.

Apropos Gelenke! Auch die müssten wir Läufer mit besonderem Augenmerk trainieren. Ganz einfach um Verletzungen vorzubeugen 🙂 Vor allem auf Trails und am Berg kann es schnell passieren, daß man mal umknickt, oder bei einem Stein oder einer Wurzel hängen bleibt. Damit die Bänder und Sehnen um die Gelenke dann nicht gleich beleidigt oder vielleicht sogar verletzt sind ist es gut diese schon vorab zu stärken – durch Mobilisation. Dazu habe ich mir angewöhnt vor dem Loslaufen Knöchel, Knie, Hüften und wenn ich schon dabei bin auch gleich die Schultern und Arme zu mobilisieren. Sanfte kreisende Bewegungen, vor zurück, einfach in alle Richtungen. Kostet nur ein paar Minuten Zeit, aber beim Laufen merkt man gleich den Unterschied.

Gemeinsam macht Beweglichkeitstraining gleich noch mehr Spaß! Wenn ihr das Training indoor macht schaltet auch coole Musik dazu ein 🙂 Outdoor ist es gut sich eine Wiese fürs Training zu suchen, auf unebenem Grund zu laufen ist auch schon sehr anspruchsvoll.

An einem lauffreien Tag mach ich gerne eine halbe Stunde Bewegungs- und Dehnprogramm zu Hause. Ganz super dafür eigenen sich Ausfallschritte! Die können nach vor, zurück  oder auf die Seite gemacht werden. Im Freien ist es optimal die Ausfallschritte dynamisch in einen Bewegungsablauf zu integrieren.

Als letzten Tipp das Non-plus-Ultra-Training für die Beweglichkeit: YOGA 🙂 Kann ich einfach allen Sportlern empfehlen. Wendet euch an den oder die YogalehrerIn eures Vertrauens und verbringt einmal pro Woche eine Stunde mit wunderbaren, kräftigenden und beweglichkeitsfördernden Asanas (Yoga-Übungen). Zum Beispiel der Sonnengruß ist eine tolle Möglichkeit den ganzen Körper in Schwung zu bekommen, durchzudehen und mobil zu machen.

Yoga-Cats

Vielleicht hat von euch noch jemand den ein oder anderen Tipp der euren Körper so richtig schön beweglich macht?

Buchtipp: GET FIT TO RUN – Functional Training für Laufsportler                                             (von Lutz Graumann, Boris Beuke, Mark Warnecke, Darcy Norman)

 

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Eure Trailbirdie

 

Bilder: trailbirdie, infograficaday.com, mg-studio.net

Istrski Maraton – 42,195 km Sightseeing an der istrischen Küste

In meinem heutigen Blogpost möchte ich euch über meine Erfahrung beim Istrski Maraton vergangenes Wochenende in Slowenien, an der istrischen Küste berichten.  Ich habe in meinen letzten Berichten schon über mein Training für den Marathon bzw. über mein verhindertes Training berichtet.

Meine Vorbereitung für das Rennen war alles andere als optimal. Ich habe sogar mit dem Gedanken gespielt auf die halbe Distanz umzunennen. Am Weg nach Slowenien war das Wetter traumhaft und je näher ich dem Meer kam, desto mehr wurde mir klar – ich wollte die ganze Distanz laufen. Laut Ausschreibung war das Zeitlimit bei 6 Stunden (das sollte sich auch in meinem langsamstem Tempo ausgehen) und zusätzlich hätte ich bei Izola die Möglichkeit umzudrehen. Zugegeben, diese Möglichkeit hatte ich zwar aber das war nur ein kleiner Sicherheitsfaktor für mich, sollte es mir schon nach 10 km nicht gut gehen. Bei der Entscheidung die volle Distanz zu laufen hat natürlich auch meine bisherige Erfahrung mit langen Läufen geholfen! Ich wusste, daß ich die Distanz auf jeden Fall bewältigen kann.

Die Unterkunft hatte ich mir in Portoroz im Hotel Histrion besorgt, das übrigens direkt an der Strecke liegt (also wenn ich nach 25 km nicht mehr konnte, hätte ich die Möglichkeit direkt ins Hotelzimmer zu gehen 😉 ). Am Vortag des Rennes fuhr ich mit dem öffentlichen Bus um drei Euro nach Koper, was absolut günstig und nervensparend war. Koper war für 2017 der zentrale Ort der Laufveranstaltung. Ein Punkt der die Veranstaltung so interessant macht ist, daß mehrere Gemeinden beteiligt sind. Über drei Jahre wechselt die veranstaltende Gemeinde, Koper – Izola – Portoroz! In Koper angekommen war es nicht schwer sich zurecht zu finden. Die Startnummernabholung, Infostand, Laufmesse, Start, Ziel, Toiletten… Alles befand sich direkt an der weitläufigen Uferpromenade und innerhalb 15 Minuten hatte ich alles zusammen und ein wirklich gut gefülltes Startersackerl in den Händen. Für 30,- Euro Nenngeld hatte ich nun ein wirklich schönes Funktionsshirt, ein Buff, eine Dose Ölsardinen, eine Plastikhülle fürs Handy, diverse Gutscheine für Kaffee, Pastaparty, eine Laufzeitung und alle Infos zur Veranstaltung. Der einzige Nachteil für mich war, da es sich um eine lokale Laufveranstaltung handelte, waren alle Infos nur auf slowenisch. Aber vor Ort konnte ich alle Infos auf deutsch oder englisch einholen!

Da ich in Koper so schnell fertig war nutzte ich die Zeit und schaute bei den Kinderläufen zu. Es gab auch einen Bewerb an dem beeinträchtige Kinder mit ihren Eltern teilnehmen konnten. Es hat mir sehr gut gefallen, daß viele Zuschauer, darunter auch viele Touristen, dabei waren und angefeuert haben.

So konnte ein Marathonwochenende beginnen! Ich fuhr wieder mit dem Bus zurück, stieg aber in Piran aus. Dieses malerische Küstenstädtchen hat es mir einfach angetan! Von meinem Hotel aus war es auch in 10 Gehminuten erreichbar und so genoß ich dort den Nachmittag und stellte mich mental auf den Marathon am nächsten Tag ein.

Nun zum Rennen am Sonntag: Start war für 10.00 Uhr angesagt. Es würde also ziemlich warm werden (20 Grad hatten wir schon am Samstag). Vorsorglich hatte ich mir noch Sonnencreme besorgt und lief das erste Mal in diesem Jahr kurz-kurz und mit Käppi 🙂 Die Organisation vor Ort war super und so konnte ich mich gemeinsam mit zwei Läuferinnen aus Slowenien, Sanela und Lilli schon rechtzeitig in den Startblock einreihen. Es waren für den Marathon maximal 500 LäuferInnen zugelassen, also ging es recht friedlich und locker zu.

Startschuss, endlich ging es los. Mit meinen zwei Mitläuferinnen hatte ich ausgemacht, daß wir auf eine pace von 06:20 schauen. Der erste Kilometer führte uns um Koper herum und im Starterfeld ging es ziemlich flott zu, so daß wir uns immer wieder einbremsen mussten. Wir liefen dann die ersten Kilometer so um die 06:00. Das war sehr angenehm und wir konnten uns auch gut unterhalten. Es war absolut befreiend mit jemandem zu laufen, der sich auch keinen Zeitdruck machte sondern einfach nur gut und gesund im Ziel ankommen wollte.

Die Strecke führte uns am Meer entlang nach Izola. Dort ging es richtig rund. Das kleine Örtchen war voll mit Menschen, die uns zujubelten. Ausserdem waren Sanela und Lilli beide in Izola daheim, hatten also viele Bekannte an der Strecke. Nach Izola ging es dann ein bißchen vom Meer weg, auf die Parenzana. Das ist der bekannte Radweg, der entlang der alten Eisenbahntrasse errichtet worden war. Dort ging es dann schon auch ziemlich bergauf und bergab, vorallem aber abkühlenderweise durch Tunnels! Nach vielen Kurven auf der Parenzana erreichten wir bei Fiesa wieder das Meer und von da an ging es entlang der Promenade nach Piran, wo wir durch die alten Gässchen liefen, weiter nach Portoroz. Überall waren natürlich bei dem Wetter viele Touristen unterwegs und wir wurden echt toll angefeuert.

Nach Portoroz, bei Lucija, war die Wende und es ging wieder zurück Richtung Koper. Bei Lucija hatten wir schon 26 km hinter uns, also mehr als die Hälfte. Das war vor allem mental gut. Zurück liefen wir wieder auf einem Teil der Parenzana und bei Strunjan kamen wir auf die Strecke, die wir schon vom hinlaufen kannten. Quer durch die Landschaft, entlang von Wein- und Obstgärten, das war auch traumhaft schön! Obwohl wieder etwas bergauf. Dieser Abschnitt machte uns körperlich schon zu schaffen, immerhin waren wir dann schon bei Kilometer 32.

Ich merkte auch, daß wir nicht mehr so unbeschwert miteinander plaudern konnten und es begann der Teil, den jede für sich bewältigen musste. Also trennten wir uns. Ich wollte nur mehr mein Tempo laufen und nicht mehr stehen bleiben. Es war absolut in Ordnung, immerhin sind wir wirklich lange gemeinsam gelaufen!

Ab Izola waren wir dann wieder am Meer. Und die Kilometer wurden immer weniger. Ich spürte es natürlich im Körper. Hüfte, Oberschenkel, Gesäßmuskulatur… alle meldeten sich und meinten es wäre besser sich auszuruhen. Aber ein paar wenige Kilometer noch, irgendwann ein Zuruf von einem Streckenposten: Nur noch ein Kilometer! Äh, das konnte nicht sein, laut meiner Uhr waren es noch etwas mehr als zwei. Was er meinte sah ich nach einem Kilometer: Noch eine Labestation! Super, so kurz vor dem Ziel nochmal Kraft tanken, was trinken, eine Orangenspalte essen, freundliche Worte hören. Also war der letze Kilometer purer Genuss zum Laufen. Zuschauerjubel, Sonne, Meer 🙂

Nach 4:42:52 Stunden überquerte ich die Ziellinie und war glücklich. Glücklich doch die ganze Distanz gelaufen zu sein, es gut gemeistert zu haben und ohne Beschwerden im Ziel zu sein!

Auch Sanela und Lilli erreicht bald das Ziel und wir genossen gemeinsam die Atmosphäre. Es ging uns gut und das ist das Wichtigste. Ich wurde noch zu einem gemütlichen Beisammensein bei den Vereinskollegen der beiden eingeladen und somit ist der Istrski Marathon für mich zu einem unvergesslichen Erlebnis geworden. Konnte dort sogar mit jemandem plaudern, der am Vortag bei den 100 Miles of Istria mitgemacht hatte!

Mein Fazit: Eine überaus gut organisierte Laufveranstaltung, eine tolle Strecke (immerhin mit knapp 300 Höhenmetern und einigen Abschnitten abseits der Straßen versehen), zahlreiche Helfer und Streckenposten. Alle vier Kilometer eine Labestation! Tolles Rahmenprogramm. Ich komme wieder – eventuell schon nächstes Jahr. Dann sind Start und Ziel in Izola 🙂 Für mich als Trailläuferin ist der Istrski Maraton, obwohl ein Straßenmarathon, auf jeden Fall zu empfehlen! Nicht zu vergessen die absolute slowenische Gastfreundschaft und das gute Essen, was auch für Begleitpersonen interessant ist.

 

Keep on running

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Eure Trailbirdie

 

hier noch die Aufzeichnung von der Suunto Ambit3 peak

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Einfach nur Laufen

Nachdem ich in der letzten Zeit eher weniger zum Laufen gekommen bin gibt es mal einen Blogpost zu einem eher ernsteren Thema. Keine Angst, es wird kein philosophischer Vortrag. Aber doch ein Blogpost ohne Bilder. Warum das so ist?

Nun ja… ich bin in den letzten Wochen, eigentlich Monaten, in eine Situation gekommen, die wahrscheinlich viele von euch kennen. Viel Arbeit, viel Streß, kaum Zeit sich zu erholen, immer fort braucht jemand was von einem. Natürlich will man selbst nicht zu kurz kommen und macht sich zum Arbeitsstreß auch noch Freizeitstreß dazu. Unweigerlich, ohne es wirklich zu merken, fährt man auf eine Wand zu.

Ich dachte immer Burnout ist so eine Modeerscheinung, eine selbstgemachte Krankheit. Aber weit gefehlt, es ist in der heutigen Zeit sehr ernst zu nehmen und ich bin froh, daß ich noch rechtzeitig die Kurve gekratzt habe.

Was hat das jetzt alles mit Laufen zu tun? Ich habe es durchs Laufen gemerkt, nämlich, dadurch daß ich keine Lust und Motivation mehr hatte zu laufen. Und das OBWOHL ich einen Trainingsplan für einen Marathon hatte! Ich hatte plötzlich auch körperliche Beschwerden und irgendwann mitten in der Vorbereitungszeit hatte ich gemerkt, daß sich das nicht ausgeht. Zuviele Einheiten habe ich ausgelassen, vor allem die Tempo-Einheiten. Und ganz ehrlich, einen Marathon ohne Vorbereitung zu laufen macht einfach keinen Sinn! Vielleicht war auch genau der Plan das Problem. Ich hatte mir vorher nicht klar gemacht wieviel Zeit ich investieren kann. Ich hatte nur Herzfrequenzen, Kilometer, Zeiten und Tempo im Kopf. So habe ich mir unbewusst noch mehr Druck gemacht und das zum Alltags- und Berufsstreß dazu.

Dann, vor circa zwei Wochen gab es einen Auslöser und ich wusste, ich musste etwas ändern. Und ich ging wieder laufen. Aber diesmal OHNE Uhr und OHNE Smartphone!

Einfach zur Laufen.

Keinen Zeitdruck, kein Tempo auf das zu achten war, keine Herzfrequenzzahlen die ich halten musste. Einfach nach Lust und Laune 🙂 Und am nächsten Tag auch, und am Tag darauf. Und so kam beim Laufen die Motivation zurück und auch Lösungen für andere Probleme in Sichtweite. So bestätigte sich für mich wieder mal der Spruch: Bewegung macht den Kopf frei!

Was ist also, zumindest für mich, die Moral von der Geschichte? Es geht nicht immer um Zahlen und Zeiten, um höher und weiter, um Technik und Ausrüstung. Lass das alles einfach mal sein und tu was dir Spaß macht! Und… Wenn du was Großes vorhast und einen Trainingsplan hast, mach dir wirklich Gedanken, ob du genug Zeit hast den Plan auch umzusetzen.

So ganz ohne Fotos geht es für uns Blogger dann natürlich auch nicht 🙂 Zumindest nach dem Laufen gab es ein paar Schnappschüsse.

Nach Istrien zum Istrski Maraton werde ich auch fahren, aber welche Strecke ich laufe werde ich spontan entscheiden, wonach mir gerade ist!

 

In dem Sinne

Keep on running

and be fearless

und passt auf auf euch!

 

Eure Trailbirdie

 

50 Jahre laufend mutig

Es war der 19. April 1967, als eine Frau Geschichte schrieb. Damals war ihr das noch nicht so bewusst, denn sie wollte doch nur das was für uns Frauen heute ganz normal ist… LAUFEN! Und das über 42,195 km. Auch nicht so was Besonderes, wenn ich mir die Mädels anschaue, die über 100 km oder 100 Meilen oder noch weiter unterwegs sind!

Aber vor 50 Jahren war es etwas Besonderes! K.V. Switzer war in der Startaufstellung des Boston Marathons zu lesen. Nie im Leben hätten die Veranstalter gedacht, daß sich eine Frau hinter diesen Initialen versteckt. Immerhin war es Frauen nicht gestattet an Wettläufen über 400 m teilzunehmen. Es ist nicht gesund für Frauen, hieß es. Es könnte euch die Gebärmutter herausfallen, sagte man ihnen. Heute unvorstellbar! Als den Veranstaltern klar wurde, daß eine Frau in ihrem Rennen läuft versuchten sie Kathrine sogar handgreiflich aus dem Rennen zu nehmen. Die ganze Story könnt ihr auf Kathrines Homepage oder am Blog vom Club 261 nachlesen!

Warum ich jetzt einen Blogpost darüber schreibe? Vor drei  Jahren war ich in der glücklichen Lage diese Frau kennen zu lernen. Kathrine Switzer, heute 70 Jahre und noch immer voller Energie. Heuer am 17. April wird sie 50 Jahre nach ihrem Marathondebüt wieder in Boston an der Startlinie stehen und ich habe dies zum Anlass genommen ihr ein paar Fragen zu stellen.

Hier das Interview (übersetzt aus dem Englischen):

Trailbirdie: Was ging dir an der Startlinie vor knapp 50 Jahren in Boston durch den Kopf?

Kathrine: Ich war so aufgeregt endlich dort zu sein. Während meines ganzen Trainings habe ich an dieses großartige Rennen gedacht, ich war wie ein Pilger, der am Ende seiner Reise in die Kirche geht. Ich wollte einfach nur laufen. Ein bißchen nervös war ich schon, ich wusste nicht wirklich was ich erwarten konnte, aber all die Männer waren wirklich wunderbar. Ich wusste, daß ich es körperlich schaffen würde, immerhin lief ich im Training schon 50 km, so war ich sicher die Distanz zu schaffen.

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Der Zwischenfall 1967

T: Wann wurde dir klar, daß du nicht einfach nur ein Rennen läufst, sondern etwas in der Welt veränderst?

K: Eigentlich erst auf der langen Autofahrt von Boston zurück zur Syracuse Universität. Wir hielten für eine Kaffepause und sahen die Zeitungen, und meine Story war überall! Bis zu diesem Zeitpunkt dachte ich es wäre einfach nur ein langweiliger und eigenartiger Zwischenfall gewesen, ich hatte keine Ahnung, daß daraus so große Aufregung entstehen würde. Noch immer, tief in meinem Herzen, weiß ich, daß Laufen mich verändert hat und dieser Marathon hat mich absolut verändert. Dieser Zwischenfall an dem Tag auf der Strecke hat mich so stark geprägt, ich wollte unbedingt Veränderungen im Sport für Frauen herbeiführen… Erst etwas später habe ich gesehen, daß wir ein bißchen was in der Welt ändern können.

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Boston 1972, 7 Frauen des ersten offiziellen Frauenfeldes eines Marathons

T: Wie unterscheidet sich dein Training jetzt von dem Training für Boston 1967?

K: Ehrlich, es ist ziemlich gleich wie 1967!!! Aber, es ist absolut nicht das gleiche wie 1975, da war ich schon eine viel bessere Athletin und auch international angesehen. 1967, war der Hauptfokus die Distanz zu bewältigen. Ich lief circa eine Stunde annähernd jeden Tag und machte einen langen Lauf am Wochenende. Ich machte einen Trainingslauf über 50 km zwei Wochen vor Boston um so das Selbstvertrauen zu bekommen zu finishen. Jetzt, mit 70 Jahren, laufe ich fast jeden Tag, mindestens eine Stunde und mache alle 8-10 Tage einen langen Lauf. Mein längster Lauf ist 30 km auf einem hügeligen Kurs. So circa alle 8 Tage mache ich etwas Speed-Training, Intervalle von 1 km mit 3 Minuten Pause. An lauffreien Tagen mache ich Übungen für die Stabilität und erhole mich vom Laufen. Hauptfokus jetzt ist gesund an der Startlinie zu stehen und die Distanz zu finishen. Aber 1975… wow, damals trainierte ich zweimal täglich, jeden Sonntag 35 km in gutem Tempo, zweimal die Woche Speed-Training und ein langer Lauf mitten in der Woche. Ich lief viele Wochen mehr als 160 km pro Woche!! Es ist eine Sache zu laufen und eine Distanz bewältigen zu wollen und eine komplett andere Sache als Eliteläufer im Wettkampf zu sein.

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Kathrine 2017 bei einem Trainingslauf in Neuseeland

T: Du bist mittlerweile für tausende Frauen ein Vorbild, wer ist dein Vorbild?

K: Ich habe ein paar – das sind Frauen wie Gloria Steinem für ihre Intelligenz und ihren Aktivismus, Billie Jean King für ihre Lebhaftigkeit und ihre Fähigkeit zu erkennen, daß Sport-Angelegenheiten Frauen-Angelegenheiten sind. Aber mein größtes Vorbild ist Margot Fonteyn für Ihre Fähigkeit Ballett – was körperlich absolut anstrengend und schmerzvoll ist – in etwas Schönes, Poetisches und Elegantes zu verwandeln. Das ist wie ich einen Marathon laufen wollte.

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Boston, 1972

 

T: Wenn du jetzt etwas Verrücktes machen könntest, was wäre das?

K: Ich MACHE gerade etwas Verrücktes!! Ich versuche Geranien pflanzen, schreibe gerade ein weiteres Buch, in dem ich den 2. Teil meiner Biografie behandle. Ich denke, sollte ich wirklich nochmal was ganz Verrücktes machen, ich würde versuchen den 89 km Comrades Marathon in Südafrika zu laufen. Dieser steht schon seit 1969 auf meiner To-do-Liste.

T: Wie beschreibst du 261 fearless in wenigen Worten?

K: Es bedeutet die Fähigkeit mächtig und mutig zu werden, sie ist in uns allen vorhanden, schon die einfachste Tat, einen Schritt nach dem anderen zu machen, gibt uns die Stärke in uns selbst zu vertrauen und unglaubliche Widrigkeiten zu überstehen. Aber du musst die Möglichkeit haben es zu VERSUCHEN – und 261 fearless gibt uns diese!

Vielen Dank Kathrine! Dafür, daß du damals einfach gelaufen bist und uns Frauen eine Tür geöffnet hast! Sport ist das eine, aber was wir fürs Leben daraus mitnehmen können ist noch eine viel größere Sache.

Als Buchtipp kann ich euch Kathrines Biographie „Marathon Woman“ empfehlen!

Viele Frauen werden heuer gemeinsam mit Kathrine in Bosten laufen. Und auch wir vom Club 261 in Kärnten werden mit dabei sein, zwar nicht direkt in Amerika, aber wir werden zeitgleich (praktischerweise ist das der Ostermontag!) eine Runde um den Wörthersee laufen 🙂 Das ist auch ziemlich genau ein Marathon und wer dabei sein will kann sich gerne direkt bei mir melden. Es ist auch möglich auf der Strecke einzusteigen und einen Teilabschnitt mit uns zu laufen. Je mehr desto besser und vor allem lustiger!

 

Keep on running

and be fearless

Eure Trailbirdie

 

Photocredits: Kathrine Switzer, Boston Herald, Corbis

 

Tipp Skitour: Das Klippitztörl

Vor ein paar Tagen hatte ich die Gelegenheit mit zwei lieben Lauffreundinnen, Angi und Steffi, und einem super Guide, Egon, eine Skitour auf das Klippitztörl zu unternehmen.

Eine knappe Autostunde von Klagenfurt entfernt befindet man sich in einem kleinen, aber feinen Skigebiet. Der Pass bildet die Grenze zwischen den Bezirken St. Veit/Glan und Wolfsberg und ist auch von Graz in gut einer Autostunde erreichbar. Es gibt drei Sessel- und einen Schlepplift, bestens präparierte Skipisten (und das obwohl der Naturschnee heuer sehr rar ist), nette Skihütten und abseits vom Skivergnügen auch noch 5 ausgeschilderte Schneeschuhwanderwege und ein paar schöne Wege um mit den Tourenski das Gebiet zu erkunden.

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Warum ich jetzt einen Blogpost über ein kleines Skigebiet verfasse? Nun ja, ich habe am Weg zahlreiche Wanderwegmarkierungen und Wanderhinweise entdeckt. Und die leichte Kuppierung des Geländes lässt mich erahnen, daß dort im Sommer wunderbare Trails zu entdecken sind. Meine Leser können sich also schon auf den ein oder anderen Routentipp im Sommer freuen 🙂

Dennoch möchte ich euch unsere Tour nicht vorenthalten. Start war bei der Schwarzkogelhütte, die vom Hauptparkplatz am Klippitztörl in wenigen Minuten bequem mit dem Auto erreichbar ist. Dort wurden die Ski erstmals ohne Felle angeschnallt, denn der erste Weg führte uns über die Familenabfahrt hinunter.  Bei der Liftstation Kuhgraben angekommen haben wir die Felle auf die Ski aufgezogen und dann ging es schon los. Nach einem kurzen Stück entlang der Piste sind wir gleich in einen Waldweg abgebogen und einen Hohlweg entlang marschiert. Unser Weg führte uns über die derzeit geschlossene „Alte Rennstrecke“ in Spitzkehren immer weiter nach oben, bis wir nach ca. einer Stunde an der Bergstation der Sessellifte am Hohenwart auf 1.818 m Seehöhe angekommen sind.

Ich freute mich auf die erste Abfahrt, den die Pisten schauten wirklich super präpariert aus und es war auch nicht all zu viel los. Nach der ersten Abfahrt entlang des Bärenwaldliftes gönnten wir uns in der Steinkellnerhütte eine Kaffeepause um uns danach frisch gestärkt auf den zweiten Aufstieg zu machen. Dieser führte uns nun von der anderen Seite entlang eines Hohlweges und danach neben der Piste an der Grünhütte (mit musikalischer Untermahlung) vorbei wieder zu der Bergstation. Auch der zweite Aufstieg dauerte knapp eine Stunde, diesmal ging es aber ruhiger und ohne Spitzkehren dahin.

Immer wieder genossen wir die Aussicht auf das Nebelmeer über dem Lavanttal. Das macht den Winter am Berg einfach aus. Raus aus dem Nebel, rauf zur Sonne 🙂 Von der Steiermark her zogen allerdings immer mehr Wolken und leichter Schneefall. Auch der benachbarte Zirbitzkogel ließ sich nur einmal kurz blicken und hüllte sich sonst in seine übliche Wolkenhaube.

Die zweite Abfahrt war einfach nur zu genießen und führte uns direkt über die Familienabfahrt wieder zum Parkplatz bei der Schwarzkogelhütte.

Mein Fazit: Das Klippitztörl ist eine kleine, aber feine Ski- und Wanderregion, die ich sicher noch genauer unter die Lupe nehmen werde! Vielleicht läuft mir dann auch mal die Klippi Pippi über den Weg 🙂

 

 

Keep on running

and be fearless

 

Eure Trailbirdie

 

Photocredits: Andrea Gangl, Stephanie Polansek, Trailbirdie

Marathon – Mythos oder!?

Irgendwann ist wohl jeder Läufer damit konfrontiert – Marathon! Die magische Distanz über 42,195 Kilometer. Für manche das ultimative Ziel, für manche unerreichbar. Auf jeden Fall für jeden Läufer ein Thema, ja fast ein Mythos 🙂 Warum? Das kann wohl niemand richtig erklären, der es nicht selbst erlebt hat. Auf jeden Fall öffnet die Querung der Ziellinie eines Marathons neue Horizonte. Wer einen Marathon schafft, der schafft alles was sie oder er will.

Wenn ich an den Anfang meiner „Laufkarriere“ zurück denke und mir damals jemand gesagt hätte ich würde mal einen Marathon laufen, dann hätte ich denjenigen wohl laut ausgelacht! Laufen gehörte nie zum meinen Lieblingsportarten und als ich 2011 mit dem Laufen begann hätte ich nie gedacht, daß es einmal meine Passion sein wird. Aber wie so oft im Leben entwickeln sich Dinge anders als man denkt. Und so wurde ich Ende des Jahres 2014 mit dem Virus Marathon infiziert. „Schuld daran“ war eine Gruppe Frauen rund um Kathrine Switzer in London. Frauen, die von ihren Marathonerlebnissen berichteten. Ich hatte richtig Gänsehaut als ich so den Erlebnissen lauschte, vor allem die Energie von Laufpionierin Kathrine war unglaublich! Immerhin ist es ihr zu verdanken, daß Frauen seit 50 Jahren offiziell Marathon laufen dürfen.

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Schon am Heimweg nach Österreich beschloss ich den Womens‘ Marathon im März 2015 in Mallorca anzugehen. Zeit genug für ein Training war, ich war nach der Berglaufsaison ganz gut in Form, also was sollte mich daran hindern? An dieser Stelle möchte ich anmerken, daß ein Marathon einfach einen gewissen Trainingsplan erfordert, wenn man gut ins Ziel kommen will. Das ist kein „Einfach-Draufloslaufen-Projekt“! Ich selbst bin nicht der absolute Trainingsplan-Fan, weil einfach so oft irgendwas dazwischen kommt 😉 oder sich die Situationen anders als geplant ergeben. Trotzdem konnte ich mich mit ein paar einfachen Regeln ganz gut an einen Plan halten und schlussendlich wurde es für mich ein wunderbares Erlebnis.

Nach dem Training in der kalten Jahreszeit, bei frühlingshaften Temperaturen in Mallorca am Meer entlang zu laufen, begleitet von meiner Familie und guten Freunden, da konnte nichts schief gehen und ich durfte meinen ersten Marathon in 4:13 finishen. Großer Dank an dieser Stelle auch meiner sehr guten Lauffreundin Running Zuschi, die mich tatkräftig mit ihren Erfahrungen und ihrem Wissen unterstützt hat 🙂

Danach zog es mich, wie die treuen Leser meines Blogs wissen, auf die Trails und in die Berge. Trotzdem lässt mich der Mythos Marathon nicht los und so stecke ich schon wieder mitten drinnen in meinem nächsten Abenteuer – dem Istrski Marathon im April an der istrischen Küste in Slowenien. Ja! Wieder am Meer laufen 🙂 Auf das freue ich mich am meisten! Und auf das gute Essen und den guten Wein, den ich mir nach dem Lauf gönnen werde. Und ja, natürlich gibt es beim zweiten Marathon auch ein Ziel: Gesund und fröhlich ins Ziel kommen und wenn möglich unter 4 Stunden 😉

So, wie geht es mir jetzt im Training? Es fällt mir überraschenderweise ziemlich leicht mich an meinen Trainingsplan zu halten, ja es gibt einen Plan 😉 Nur das Wetter macht mir zur Zeit einen Strich durch die Rechnung. Es ist grade ziemlich kalt im Süden Österreichs, das Thermostat zeigt in der Früh oft mal nur -18°C an !!! Das Atmen fällt mir schwer und so muss ich meine Tempoläufe noch etwas nach hinten verschieben. Aufs Laufband mag ich nicht, das ist mir einfach zu monoton, ich laufe lieber im Freien. So steigere ich zur Zeit meine Grundlagenausdauer, versuche Kilometer in die Beine zu bekommen und Lauftechnik, Kraft- und Stabiübungen einzubauen. Und genieße die wunderbare Natur!

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Auf jeden Fall werde ich euch am Laufenden halten!

Keep on running

and be fearless

Eure Trailbirdie