Zirbenzapfi Erlebnisweg auf der Hochrindl

Lange war es ruhig auf diesem Blog. Die Pandemie hat irgendwann alle Menschen getroffen und obwohl Wandern und Outdoorsport immer gefragt war ist es sich für uns leider nur selten ausgegangen in die Berge zu fahren. Das ändert sich jetzt schön langsam wieder und ich berichte heute über unseren letzten Ausflug auf die Hochrindl.

Trailbaby ist mittlerweile der Trage entwachsen und schon viel lieber auf ihren eigenen Beinen unterwegs. Sie erkundet gerne neue Umgebungen, vor allem Pflanzen und Tiere haben es ihr angetan. Für längere Spaziergänge und Wanderungen benutze ich eine Kraxe der Marke Deuter. Da kann Trailbaby bequem sitzen und die Welt von oben beobachten, außerdem ist genug Platz darin um die wichtigsten Wandersachen mitzunehmen.

Quasi als Einstieg in die heurige Wandersaison haben wir uns die Hochrindl vorgenommen. Meine Lieblingstrail- und Trainingsregion aus der Vergangenheit hat auch für kurze Wanderungen und vor allem für Wanderungen mit Kindern einiges zu bieten.

Ausgangspunkt für diese Wanderung ist die Herzlhütte. Dort habe ich mit der Kärnten Card den Eintritt zum Reich von König Waldgeist gelöst. Ein kurzweiliger Spaziergang durch den Wald mit verschiedensten Wurzelgebilden wie König, Waldgeister und Tiere. Der Abschluss ist ein kleiner Spielplatz mit Aussichtsplattform.

Von dort kommt man direkt auf den Zirbenzapfi Erlebnisweg, der sehr gut beschildert ist. Am circa zwei Kilometer langen Wanderweg durch den Zirbenwald befinden sich derzeit 21 Stationen, an denen Kinder etwas ausprobieren oder nachlesen können. So gibt es zum Beispiel einen Parkour, Musikinstrumente aus Waldmaterialen, viel Lesenswertes über die Tier- und Pflanzenwelt, einen Barfuß-Parkour, eine Laufstrecke, ein Klettergerüst, einen riesigen Ameisenhaufen und vieles mehr. Der höchste Punkt ist beim Speichersee am Kegel, von dort kann man einen tollen Ausblick über die Nockberge genießen.

Worauf ein bisschen zu achten ist sind die Discgolfer 🙂 In dem Wald und auf der Skipiste befindet sich Kärntens erste Discgolf-Anlage. Ein paar Discgolfer konnten wir beobachten und ich muss sagen, als passionierte Golfspielern und Bergfexin hat es mich schon in den Fingern gejuckt das mal auszuprobieren. Demnächst werde ich hoffentlich mal die Gelegenheit dazu bekommen. Weitere Infos dazu hier.

Nach der Absolvierung des Rundweges hat Trailbaby erstmal den Spielplatz bei der Herzlhütte in Beschlag genommen bevor wir uns noch zur Belohnung eine Fritattensuppe und Hadntorte in der Herzlhütte genehmigt haben.

Fazit: Eine wunderbar kurzweilige Möglichkeit für eine Wanderung mit kleinen und großen Kindern. Wunderschöne Ausblicke und eine sehr gute Verpflegung zum Schluss.

Be fearless

Eure Trailbirdie mit Trailbaby

Familienausflug zur Heidialm

Einen schönen Spätsommertag nutzten wir für einen ersten gemeinsamen Familienausflug in die Berge. Also Trailbaby mit Mama und Papa 🙂

Wir entschieden uns für die Heidialm am Falkert, da wir das auch mit einer kleinen Wanderung kombinieren konnten. Trailbaby hat die Anreise in die Nockberge leider nicht für einen Vormittagsschlaf genutzt und so haben wir einfach vor dem Besuch in der Heidialm eine Wanderung um den Falkertsee und ein Stück Richtung Falkertscharte gemacht, um sie dann doch noch zu ihrem dringend notwendigen Schläfchen in der Trage zu bekommen.

Es war schönes Wetter und deshalb natürlich viel los. Wanderer, Kletterer, Spaziergeher und Motorradfahrer waren unterwegs. Durch den neuen leichter angelegten Klettersteig haben wir auch Familien mit Kindern in Klettersteigausrüstung Richtung Einstieg gehen sehen – also vormerken, wenn Trailbaby mal größer ist! Der Murmelsteig soll wirklich auch für Kinder geeignet sein. Der Falkensteig ist dagegen mit bis zu Schwierigkeit D schon eher was für geübte Kletterer, Infos hier.

Wir genossen auf jeden Fall die schönen Ausblicke über den Falkertsee und nachdem Trailbaby wieder munter war begaben wir uns zur Heidialm. Der Rundwanderweg ist wunderschön inmitten eines Zirbenwaldes angelegt und ist für Kinder natürlich auch zu bewältigen. Insgesamt 28 Stationen in dem ca. 3 ha großen Areal zeigen die Geschichte von Heidi, Peter, Klara, Großvater und den Ziegen. Für größere Kinder gibt es auch eine tolle Erlebnisrutsche und zum Abschluss einen großen Spielplatz. Trailbaby hat die vielen bunten Figuren und natürlich die anderen Kinder bewundert 😉

Sogar Murmeltiere gibt es in der Anlage, leider hatten sie sich wohl gerade zu ihrem Mittagsschlaf zurückgezogen, als wir dort vorbeiwanderten, dafür waren ein paar Ziegen unterwegs.

Zum Abschluss und als Belohnung dieses Ausflugs gönnten wir uns nach dem Besuch noch ein Wienerschnitzerl mit Pommes 🙂

Diesmal kein Gipfelerlebnis, dafür aber ein wunderschönes Familienerlebnis. Der Falkertspitz läuft uns nicht davon und wird einfach beim nächsten Besuch erobert.

Weiters gibt es rund um den Falkertsee noch viele Angebote für Kinder und Familien, wie einen Beginner Klettersteig am See, Felsen zum Bouldern, eine Slackline, man kann auch Reiten, Fischen und Trampolinspringen – also viel zu erleben!

Wir freuen uns schon auf den nächsten Ausflug, hast du vielleicht einen Tipp in den Nockbergen?

Keep on moving

And be fearless

Deine Trailbirdie mit Trailbaby

Erste Wanderung in den Nockbergen

Der September war ein schöner Wandermonat. Einen Tag haben Trailbaby und ich genutzt, um endlich mal einen Gipfel in den Nockbergen zu erklimmen. Da ich die Kärnten Card für dieses Jahr besorgt habe, womit die Befahrung der Nockalmstraße kostenfrei ist, habe ich beschlossen mal bis auf den höchsten Punkt zu fahren, die Eisentalhöhe, und von dort eine kleine Wanderung zu machen.

Vom Parkplatz auf der Eisentalhöhe (2.042 m) hat man schon einen wunderbaren Ausblick über die Nockberge. Leider war an dem Tag die Fernsicht etwas durch Nebel etwa getrübt. Aber die Sonne ist immer wieder mal durchgekommen und so habe ich mich mit Baby in der Trage und Rucksack auf den Weg Richtung Gr. Königstuhl (2.336 m) gemacht.

Der Wanderweg ist ab dem Parkplatz mit 1,5 Stunden ausgeschrieben und man hat das Ziel immer vor Augen. Der Wanderweg ist sehr breit und einfach zu begehen. Die meisten Höhenmeter macht man erst auf dem letzten Anstieg. Trotzdem empfehle ich festes Schuhwerk anzuziehen. Einige Touristen sind mir in Spazierkleidung und ohne Bergausrüstung begegnet, da würde ich eher abraten. Vor allem am Gipfel war des dann doch ziemlich windig, also ist es schon gut noch Bekleidung dabei zu haben.

Wie ausgeschrieben erreichten wir nach circa 1,5 Stunden (inklusiver einer kleinen Rast nach der Hälfte des Weges beim Friesenhalssee) den Gipfel. Durch die Leichtigkeit des Weges waren viele Wanderer unterwegs, die meisten sind von der Eisentalhöhe gekommen. Aber auch ein paar, die sich noch weiter auf den Weg zu anderen Gipfeln gemacht haben. Leider wurde aus unserem ersten gemeinsamen Gipfelbucheintrag nichts, es war kein Buch vorhanden ;-(

Der Rückweg ist gleich dem Aufstiegsweg. Die ersten Höhenmeter war ich froh mit Stöcken unterwegs zu sein, Trailbaby in der Trage vorne hat mir auch immer wieder die Sicht versperrt, vor allem weil sie bergab voll gut drauf war und immer mit meinem Rucksack spielen wollte. Naja, immerhin hat sie den halben Aufstieg verschlafen und war nach der Rast am Gipfel inklusive Jause natürlich total munter.

Nach circa 3 Stunden waren wir also wieder am Parkplatz zurück, dort gönnte ich mir noch einen Kaffee und Trailbaby konnte den Rest ihrer Jause verschmausen.

Es war ein sehr schöner Ausflug auf die Nockalmstraße und hoffentlich nicht der letzte heuer.

Irgendwelche Tipps, von wo aus sich auf der Nockalmstraße noch gemütliche Familienwanderungen machen lassen?

Keep on moving

and be fearless

Eure Trailbirdie mit Trailbaby

Photocredit: Trailbirdie

Ulrichsberg – Ganz hinauf

Endlich haben wir es geschafft, der erste Gipfel mit Trailbaby 🙂

Unseren ersten Versuch die Aussicht vom Ulrichsberg zugenießen haben wir ja schon vor längerer Zeit in Angriff genommen, da sind wir aber wetterbedingt früher umgekehrt. Diesmal haben wir es ganz hinauf geschafft.

Der Weg geht zwar stetig nach oben, da wir aber auf dem Forstweg geblieben sind, ist es nie zu steil und absolut ungefährlich zu gehen. Auch mit Zusatzgewicht in der Babytrage 😉 lässt sich der Klagenfurter Hausberg also ganz einfach bezwingen.

Wir sind wieder am Parkplatz in Pörtschach am Berg gestartet und bis zum Gipfel sind es circa 4 Kilometer, also knapp 8 Kilometer hin und retour. Dafür konnten wir diesmal die wunderschöne Aussicht über das Klagenfurter Becken und zu den Karawanken genießen.

Mittlerweile hab ich im Rucksack auch schon Verpflegung für Franziska (bei diesem Ausflug 7 Monate alt) dabei, da sie tagsüber schon brav isst. Obst, Babykekse und Wasser sind da zur Zeit die ideale Pausenverpflegung.

Der Rückweg führte uns über die Aufstiegsroute, inklusive Pause am Gipfel sind wir 2 Stunden und 40 Minuten unterwegs gewesen. Beim Zurückwandern habe ich mir mal Zeit genommen und mich ein bißchen mehr umgeschaut. Dabei konnte ich einige interessante Geländeformationen sehen, also einfach auch mal ein bißchen mehr links und rechts schauen!

Ich hoffe, dass sich im Herbst noch ein paar schöne Wanderungen ausgehen werden und freue mich darauf davon zu berichten.

Keep on moving

and be fearless

Eure Trailbirdie mit Trailbaby

Ulrichsberg – Erster Versuch

In den letzten Jahren hat sich der Ulrichsberg als zuverlässiger Trainingspartner für Trail- und Bergläufe für mich erwiesen, als neuer Hausberg war es für mich klar, dass ich auch mit Trailbaby so bald wie möglich einen Versuch starten möchte.

Zwar wäre der kürzeste Weg direkt von unserer Haustüre weg nur sechs Kilometer, aber da müssen wir an zwei Hunden vorbei, die mir nicht so sympathisch sind, ausserdem schien mir insgesamt 12 Kilometer für unseren ersten gemeinsamen Gipfelsieg, dann doch etwas zu weit. Außerdem galt es an diesem Tag auch das Wetter im Auge zu behalten und so beschloss ich mit dem Auto nach Pörtschach am Berg zu fahren und dort am meist frequentierten Weg zu gehen. Der Vorteil liegt auf jedem Fall am Parkplatz, also muss das Auto nicht irgendwo in der Gegend warten.

Vom Parkplatz weg ist der Wanderweg, der ja gleichzeitig am Vierbergeweg liegt sehr gut beschrieben. Bei einer Abzweigung in den Wald entschied ich mich am gemütlichen Forstweg zu bleiben, da ich nicht wusste was mich genau am Wanderweg erwartet. Ich kenne ja bisher nur die Wanderwege von Stegendorf, St. Peter am Bichl oder Karnberg, da diese auf der anderen Seite liegen, wo wir zuhause sind.

So marschierte ich stetig bergauf, der Forstweg ist nicht wirklich steil, also sehr gemütlich. Mir kamen einige Wanderer entgegen und ich erfuhr auch, dass ich an dem Tag nicht die Einzige mit Baby in der Trag war, also dürfte doch einige sportliche Mamis gerne dort wandern.

Ich ging bis zur ersten Aussicht, bei einem Rastplatz mit Kreuz, circa 3 Kilometer. An diesem Tag war sogar der Wörthersee schön zu sehen. Ein Blick Richtung Karawanken zeitgte mir, dass wir wohl besser umdrehen und den Gipfel ein nächstes Mal in Angriff nehmen sollten. Regenwolken zogen von Slowenien herein. Es wäre zwar nur mehr ein knapper Kilometer zum Gipfel gewesen, aber ich wollte nichts riskieren. Allein wäre es mir ja egal gewesen in den Regen zu kommen, aber Trailbaby wollte ich dann doch eher im Trockenen nach Hause bringen 😉

Also gingen wir den selben Weg wieder hinunter, noch immer kamen mir Wanderer und Mountainbiker entgegen. Der Ulrichsberg ist halt als Hausberg der Klagenfurter ein sehr beliebtes Ausflugsziel.

Kaum beim Auto angekommen spürte ich auch schon die ersten Regentropfen, also gute Entscheidung umzudrehen und wir konnten uns trocken auf den Heimweg machen. Insgesamt waren wir auf knapp sechs Kilometer circa 1,5 Stunden unterwegs.

Ich hoffe euch bald von unserem ersten Gipfelsturm berichten zu können! Aber so bleibt noch die Spannung etwas aufrecht 🙂

Alles Liebe

and be fearless

Eure Trailbirdie mit Trailbaby

Schifffahrt und Wanderung am Wörthersee

Von Klagenfurt mit dem Schiff nach Krumpendorf und zurück über einen Teil des Wörthersee Rundwanderweges. Das war die erste kurze Wanderung mit Trailbaby.

Start in Klagenfurt

Wir haben diesen Ausflug Anfang Mai gemacht. Die Wörthersee Schifffahrt habe ich auch schon früher für längere Trailläufe genutzt. Es ist wirklich praktisch und einzigartig mit dem Schiff zu erst am Wörthersee zu fahren und danach über den Wanderweg zurück zu wandern oder zu laufen.

Diesmal entschied ich mich für eine kurze Strecke, circa sieben Kilometer, immerhin musste ich erst mal antesten wie es mit Babytrage und Rucksack so funktioniert. Wir sind also eine Station von Klagenfurt nach Krumpendorf gefahren und haben uns über den Radweg bis zum Kropfitschbad zurück begeben. Dort sind wir dann abgebogen und ein kurzes Stück über die Straße und hinter dem Gasthof Jerolitsch unter der Autobahn zum Wörthersee Wanderweg gegangen.

Wir waren also circa die Hälfte des Weges auf Asphalt unterwegs und sind dann erst in den Wald am Falkenberg bzw. Kreuzbergl eingetaucht. Es war auch spannend diesen Weg mal in die entgegengesetzte Richtung des Wörthersee Ultratrails zu wandern. Auf der Zillhöhe haben wir eine kurze Rast eingelegt und nach knapp zwei Stunden waren wir wieder an unserem Ausgangspunkt angekommen.

Im Rucksack dabei hatte ich für mich was zu Trinken und einen Müsliriegel, Wickelsachen fürs Trailbaby, Erste Hilfe Kit und eine Regenjacke. Es hat alles wunderbar funktioniert und das nächste Mal können wir bestimmt schon eine Station weiter fahren 🙂

Alles Liebe

Eure Trailbirdie

Wandertipp: Hochrindl-Runde

Heute möchte ich gerne von einer meiner letzten Wanderungen berichten. In den letzten Jahren habe ich die Region Hochrindl in den Kärntner Nockbergen als hervorragende Trainingsregion zum Trail- und Berglaufen für mich entdeckt. Von mir zu Hause schnell und unkompliziert zu erreichen, über der Waldgrenze, Aufstiege auf über 2.000 Höhenmeter möglich und vor allem verschiedenen Routen möglich. Für weitere Infos einfach mal auf die Homepage schauen.

Nun also mehr zu einer tollen Runde mit knapp 22 Kilometer Länge und 1.100 Höhenmeter im Aufstieg. Ich parke direkt beim großen Parkplatz im Ski- und Wandergebiet Hochrindl und mache mich auf den Wanderweg Richtung Weißes Kreuz und Lattersteig. Da hohe Temperaturen angesagt sind, bin ich schon um 07.30 Uhr am Parkplatz. Nach circa einer Stunde erreiche ich das Weiße Kreuz und mache dort eine erste kurze Rast. Es sind nur wenige Wanderer und auch ein Trailläufer unterwegs.

Der Wanderweg zweigt jetzt von der Forststraße ab und geht hinauf zum Lattersteig, vorbei an Kuhherden, die es sich in der sommerlichen Atmosphäre ganz gemütlich machen. Das Lattersteig-Schutzhaus erreiche ich nach circa 2,5 Stunden und 9 Kilometer. Es ist mein nächster Rastplatz, dort gönne ich mir eine Jause und genieße den Blick zurück und auf meinen weiteren Weg.

Nun wird es endlich felsiger und alpiner, der Weg ist nicht ausgesetzt, aber schon zum Aufpassen. Eigentlich eine schöne Kraxlerei zwischen den Felsblöcken. Ich erreiche die Gipfel Lattersteighöhe (2264 m), Torer (2.205 m) und Bretthöhe (2.320 m) und zum Abschluss den Großen Speikkofel auf 2.270 m Seehöhe, wo ich mir nach über 4 Stunden gemütlicher Wanderung nochmal eine Pause gönne und die Ausblicke auf die umliegende Bergwelt in Richtung Karawanken, Julische Alpen und Hohe Tauern genieße.

Weiter geht es über den Rücken des Gr. Speikkofels erst sanft und dann immer steiler hinunter Richtung Gurkgraben und zurück in Richtung Hochrindl. Nachdem ich noch zwei Schneefelder gequert habe geht es flotten Schrittes immer weiter nach unten, erst noch auf einem schmalen Wanderweg, der bald in eine Forststraße mündet. Vorbei an ein paar netten Almen mit grasenden Kühen bin ich bald am tiefsten Punkt im Gurkgraben auf 1.440 m Seehöhe angelangt. Dort rauscht die Gurk vom Berg herunter und ich gönne mir noch eine Erfrischung bei klarem Bergwasser. Die Abschlussetappe führt über die Forststraße dann nochmal bergauf, vorbei am Stoichartlift zurück zum Parkplatz.

Auf meiner Suunto Ambit 3 Peak habe ich eine Aufzeichnung von 21,77 Kilometer, 6 Stunden und 30 Minuten, 1.103 m im Aufstieg, 1.088 m im Abstieg und 29°C 🙂 Zahlt sich also auf jeden Fall aus.

Bist du öfters in dieser Region unterwegs und hast vielleicht auch einen Wandertipp für mich?

Highlander Extrem – Vom Zirbitzkogel nach Diex

Einen Tag lang wandern. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, über den Rücken der Seetaler Alpen, das Klippitztörl und die Saualpe bis nach Diex, durch zwei Bundesländer und immer unterwegs mit netten Leuten.
So könnte ich in wenigen Worten die Ultrawanderung, den Highlander Extrem am 15. Juni 2019, beschreiben.
Aber natürlich möchte ich dir die Details nicht vorenthalten, also der Reihe nach.
Das Abenteuer wollte ich nicht alleine angehen und so ergab es sich, dass ich ganz lieben Besuch aus Berlin bekam. Die Ausdauer-Coaches Hannah und Carsten beschlossen einen Kurzurlaub in Kärnten zu machen und diesen mit der Wanderung zu verbinden.
Also begaben wir uns um Mitternacht von Freitag auf Samstag mit dem Auto gemeinsam nach Diex. Von dort war ein Shuttlebus zur Tonnerhütte in Mühlen in der Steiermark organisiert. Das war einer der Ausgangspunkte für die Wanderung. Die zwei anderen Startpunkte waren die Winterleitenhütte und die Sabathyhütte.
Vor dem Start um 03.30 Uhr holten wir uns vom Organisator unseren Stempelpass mit drei Essensgutscheinen und eine Wanderkarte. Auch konnten wir uns noch bei einem kleinen Frühstück (gegen Gutschein), bestehend aus Tee/Kaffee, Bauernbrot, Butter und Marmelade, stärken.
Punkt 03.30 Uhr starteten wir und ich hängte mich beim Wanderführer Jürgen an. Ich beschloss gemütlich nach oben zu wandern und hatte somit auch noch eine tolle Unterhaltung mit meinem „privaten“ Wanderführer. Hannah und Carsten gingen etwas flotter Richtung Gipfel und einige andere Wanderer sind überhaupt schon früher gestartet. Leider hab ich nach unserem Gipfelsieg Jürgen erst im Ziel wieder getroffen.
Es war zwar noch finster, aber trotzdem ließ ich meine Stirnlampe im Rucksack, da um mich herum einige Wanderer Stirnlampen eingeschaltet hatten. Außerdem wurde es schnell dämmrig und als wir nach ca. 1,5 Stunden zum Schutzhaus am Zirbitzkogel kamen ging gerade die Sonne auf!
Das war wirklich ein besonderer und im Rückblick der schönste Moment der Wanderung. Endlich schaffte ich mal einen Sonnenaufgang auf meinem Hausberg 🙂


Nach kurzer Gipfelrast auf 2.396 m Seehöhe und einem stärkenden Kaffee mit Kipferl beim Schutzhaus machten wir uns auf den Weg Richtung Stoanahütte. Auf dem Weg dorthin konnte man schön sehen, warum die Wanderung den Namen Highlander trug. Die Landschaft gleicht tatsächlich den schottischen Highlands mit seinen sanft bewachsenen Hügeln und Felsformationen.


Nach ca. 3 Stunden tauchen wir wieder unter die Waldgrenze und die nächste Rast war bei der Stoanahütte. Dort verpflegten wir uns mit unserer eigenen Verpflegung, machten uns aber relativ schnell wieder auf den Weg.

Am Judenburger Kreuz vorbei erreichten wir bald die St. Martiner Hütte. Dort gab es Rührei und Speck, welches man gegen einen Essensgutschein eintauschen konnte.
Da wir nicht hungrig waren entschieden wir uns den Gutschein noch bis zum Naturfreundehaus am Klippitztörl aufzubehalten und dort gegen ein Mittagessen einzutauschen.
Nach einem kurzen Schwätzchen mit dem Hüttenwirt und einem Kaffee ging es also schon wieder weiter. Der Weg führte uns immer weiter entlang der Baumgrenze mit wirklich wunderschönen Aussichten auf die Umgebung Richtung Klippitztörl. Eine kleine Rast machten wir noch bei der Feldalmhütte, nach 5 Stunden Wanderzeit und mittlerweile 16 km auf der Uhr. Das Wetter war sehr angenehm, nicht zu heiß, manchmal kam die Sonne raus, aber großteils blieb es leicht dunstig.


Am Weg weiter sehnte ich mich langsam nach einem warmen Essen, immerhin ging es auch auf die Mittagszeit zu. Ein Packerl Mannerschnitten hat da nur kurz satt gemacht 😉 Das erste Mal kam uns der Weg jetzt schon etwas lange vor. Durch den Wald entlang zum Klippitztörl mussten wir durch einen Abschnitt wo sich die Forstarbeiter ausgetobt hatten, also war dort auch die Landschaft leider nicht so idyllisch.
Wir unterhielten uns gut und so verging auch diese Zeit dann relativ schnell und nach guten 7,5 Stunden und knapp 30 Kilometern Wanderung erreichten wir das Klippitztörl. Dort machten wir im Naturfreundehaus eine längere Pause, die war auch dringend notwendig. Es gab für den Gutschein entweder Frankfurter oder Gulaschsuppe. Die Kellnerin war so nett und ich durfte Frankfurter mit Gulaschsuppe essen 🙂 Außerdem füllten wir unsere Trinkflaschen auf und machten uns gut gestärkt auf den weiteren Weg.
Am Geierkogel war das nächste Gipfelkreuz, das erreichten wir innerhalb von 9 Stunden. Ich merkte, dass nach der Pause die Energie wieder da war und wir hatten wirklich Spaß zwischen den Felsen rauf zu gehen. Immer wieder trafen wir die gleichen Leute, alle waren in kleineren Gruppen unterwegs und es war ganz lustig sich zwischendurch auch mit den anderen Wanderern auszutauschen.


Am Stempelpass war als nächstes die Weissbergerhütte eingezeichnet, was mich etwas verwunderte, da sie doch abseits des Weges liegt. Und als wir nach 11 Stunden Wanderung am Eisernen Kreuz ankamen, schon mit Blick zum Gertrusk, den nächsten Gipfel, beschlossen wir so wie alle anderen nicht zu dieser Hütte zu gehen. Im Nachhinein stellte sich das auch als nicht korrekt im Stempelpass dar.
Also, Gertrusk und Ladinger Spitz, beide knapp über 2.000 m Seehöhe, waren die nächsten Gipfel. Beim Ladinger Spitz gönnten wir uns eine Gipfelrast mit Müsliriegel, immerhin waren wir da schon 11,5 Stunden unterwegs. Der typische Wind auf der Saualm ließ uns auch nicht los, so war es zwar nicht heiß, aber ohne Jacke war für mich kein Weiterkommen.


Die nächste Rast und Labestation sollte in der Wolfsberger Hütte sein, darauf freute ich mich, vor allem, weil ich diese Hütte noch nie besucht hatte, sondern nur vom Blick von der Saualm runter kenne. Dort kamen wir dann nach 12,5 Stunden an und rasteten uns aus. Nochmal die Trinkflaschen aufgefüllt und nett unterhalten machten wir uns auf die Abschlussetappe. Wir rechneten mit 2,5 Stunden, es wurden über drei, aber wenigstens hatten wir keine groben Anstiege mehr vor uns.
Womit allerdings niemand rechnete, da wir auch den Weg nicht kannten, waren die steilen Downhills Richtung Diex. Durch den Wald war es wirklich zach, vor allem für Hannah, die schon Knieschmerzen hatte, sich aber tapfer nach unten kämpfte. Wir schlossen uns einer anderen Wandergruppe an und ich denke, dass das für uns alle gut war. Einfach mal mit anderen Menschen sprechen, sich austauschen und einfach davon ablenken, dass wir schon über 14 Stunden unterwegs waren.
Es gab noch eine kleine Labestation bei der Wolfstratte, nur leider gab es dort für uns nichts mehr zu trinken. Gut, dass wir als Wanderer auch unsere eigene Verpflegung dabei hatten, vor allem die Trinkvorräte immer wieder aufgefüllt hatten. Allerdings waren dort zwei nette Männer von der Bergrettung, die uns motivierten, vor allem, weil sie meinten wir schaffen es bis 19.00 Uhr nach Diex. Das hieße nur mehr eine Stunde wandern 🙂


Naja, so gut waren wir nicht mehr in Form, also wurden aus einer Stunde zwei und wir konnten pünktlich um 20.00 Uhr und nach über 16 Stunden Wanderzeit endlich im Ziel ankommen. Da wir bei unserem Auto vorbei kamen tauschten wir auch gleich unsere Wanderschuhe gegen Flip Flops und machten uns gemütlich auf den Weg zum Ziel.

Endlich in Diex!


Nach dem wirklich schönen Wandererlebnis wurden wir leider im Ziel etwas enttäuscht. Es gab für uns und die anderen Wanderer, die mit uns und noch nach uns ankamen, leider nichts mehr zu Essen. Es wäre noch ein Gutschein für eine Pasta in unserem Wanderpass gewesen. Auch zu Trinken gab es nichts, aber da konnten wir uns im Gasthaus was kaufen. Der Organisator versprach noch Essen aufzutreiben, aber nach 16 Stunden Wanderung hatten wir keine Lust noch länger zu warten. Also schnappten wir uns unser Finishersackerl, trugen uns noch in die Ankunftsliste (für die Urkunden) ein und machten uns auf den Heimweg.
Da wir noch eine knappe Stunde zu fahren hatten, bestellte ich unterwegs bei meinem lieben Mann Pizza für zu Hause. Und die hat dann, noch dazu frisch geduscht, daheim fantastisch geschmeckt 🙂

Die Aufzeichnung meiner Suunto Uhr:

Mein Fazit:
Die Wanderung war einfach super! Das Wetter ideal, die Landschaft wunderschön, tolle Menschen unterwegs. Für mich war es etwas Besonderes, da ich viele Abschnitte kannte, aber die Gesamtheit hat mich nochmal überwältigt. Ich kann mir gut vorstellen diese Wanderung auch an 2 oder 3 Tagen mit Übernachtung auf den Hütten zu machen.
Die Organisation war anfangs auch sehr gut, mit dem Shuttle und Start hat alles wunderbar geklappt. Die Veranstalter hatten sich das erste Jahr an diese Ultrawanderung gewagt, und somit ist noch viel Potenzial da und ich denke, das werden sie auch auf Anregung von vielen anderen bestimmt für das nächste Jahr umsetzten.
Es wäre einfach schön, wenn auch die letzten Wanderer noch das Ziel genießen können. Von der Wanderparty im Ziel, lt. Programm, haben wir nix mehr mitbekommen. Etwas schade war auch, dass man von den Wanderern, die auf den kürzeren Strecken unterwegs waren überhaupt nichts mitbekommen hat. Für einen Preis von 75,00 EUR ohne Shuttle (das war extra mit 15,00 EUR) würde man sich auch bei jeder Labestation Verpflegung erwarten, nicht nur im Eintausch gegen die Bons (1 x Frühstück, 1 x Mittagessen, 1 x Pasta im Ziel). Da ließe sich sicher noch was optimieren.
Leider haben wir auch nirgends die Dudelsackspielerin angetroffen, mit der wir die Werbefotos für den Highlander gemacht haben.
Urkunden konnte man sich online ausdrucken, daran habe ich gesehen, dass über 200 Teilnehmer auf der langen Distanz unterwegs waren, also schon ganz schön viele für das erste Jahr der Veranstaltung.

Es war nicht meine erste Ultrawanderung, ich durfte schon drei mal die Wörthersee-Wanderungen mitmachen, im Sommer wie im Winter und da habe ich auch gemerkt, dass mit der Zeit die Organisation immer besser geworden ist. Als Veranstalter lernt man einfach immer was dazu.

Bist du schon mal auf einer Ultrawanderung unterwegs gewesen? Wenn ja, wie hast du das erlebt?

Keep on running

and be fearless

Eure Trailbirdie

Photocredits: trailbirdie, Ausdauer-Coaches

The Highlander – Das Wanderevent im Süden Österreichs

Von den Seetaler Alpen zur Saualpe, genauer gesagt vom Zirbitzkogel über das Klipptiztörl und die Saualpe nach Diex.
Dieses Wanderevent findet am 15. Juni 2019 zum ersten Mal statt. Und da die Wanderung auf meinem Hausberg, dem Zirbitzkogel startet, ist es natürlich klar, dass Trailbirdie dabei sein wird.
Es gibt die Möglichkeit die ganze Distanz von 52,2 Kilometer und 1.875 Höhenmeter zu wandern oder die kürzere Variante mit Start am Klippitztörl mit 27 Kilometer und 835 Höhenmeter.
Für alle, die eine gemütliche kurze Wanderung machen wollen gibt es noch einen Startpunkt bei der Wolfstratte und einer Strecke von 8,5 Kilometer nach Diex.
Die Gegend um den Zirbitzkogel kenne ich, da ich in Judenburg aufgewachsen bin natürlich sehr gut. Es gibt verschiedene Aufstiegsrouten, zum Beispiel von der Winterleitenhütte, der Sabathyhütte oder der Tonnerhütte, bei welchen auch der Highlander startet.
Ich persönlich gehe oder laufe oft von der Waldheimhütte weg, über den Wildsee und Fuchskogel zum Gipfel und den Normalweg zurück zur Waldheimhütte.


Um wieder zurück zum Highlander zu kommen, die Veranstalter (die Agentur Alpin Süd) beschreiben die Wanderung folgend:

Vom Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang zur Zeit des Sonnenhöchststandes!
Die Seetaler Alpen und die Saualpe gehören zu den schönsten Alm- und Berggebieten Österreichs, mit einem insgesamt 50 Kilometer langen Höhenzug, der sich von Norden nach Süden erstreckt.
Dieses einzigartige Wanderevent verbindet eine großartige Landschaft die den schottischen Highlands gleicht und begeisterte Wanderer, die es sich zutrauen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang die Strecke zu bewältigen.
Als Lohn ihrer Leidenschaft dürfen sie sich „Highlander“ nennen und werden entsprechend geehrt!
Das Besondere ist die Tatsache, dass die Wanderung fast durchgängig am Bergrücken zwischen 1600 und 2396 Meter entlangführt und einen uneingeschränkten Panoramablick in alle Himmelrichtungen bis zum Horizont freigibt. Daher ist die gesamte Strecke durchwegs alpin und stellt besondere Herausforderungen an die Teilnehmer dar! So ist neben Kondition, vor allem Orientierungssinn trotz guter Markierung, Grundkenntnisse der Ersten Hilfe und der Wetterkunde Voraussetzung einer Teilnahme. Aber das sollte nicht abhalten, den weniger Geübten stellen wir geprüfte Wanderguides zur Seite, damit die Tour sicher bewältigt werden kann.

Am vergangenen Wochenende hab ich mir mal einen Überblick über die Lage auf der Wanderstrecke verschafft. Am Zirbitzkogel und auf der Saualpe liegt noch etwas Schnee, aber ich denke, der wird in den nächsten drei Wochen sicher noch zurück gehen. Immerhin sind ab nächster Woche schon die ersten 30 Grad angesagt 🙂


Die Strecke an sich ist eine wunderschöne Wanderstrecke ohne ausgesetzte Passagen und trotzdem immer über 1.600 Meter Seehöhe, was einen wunderbaren Rundumblick auf die umgebende Landschaft und die Bergwelten in Kärnten und der Steiermark bietet. Bei gutem Wetter wird man bis zum Grossglockner und zu den Julischen Alpen schauen können! Und ganz schottisch stilecht wird auch eine Dudelsackspielerin unterwegs sein, ich durfte schon eine kleine Kostprobe hören, das wird auf jeden Fall einzigartig.

Ich freue mich schon sehr darauf, diese Strecke mit Freunden aus Berlin und vielen weiteren wanderbegeisterten Menschen gehen zu dürfen.

Wen du dich noch für eine Teilnahme interessierst, es gibt noch freie Plätze, die Anmeldung geht ganz einfach auf der Homepage des Veranstalters.

Ja, es handelt sich um eine organisierte Veranstaltung, mit Nenngeld. Allerdings gibt es eine ausgezeichnete Organisation mit Labestationen in verschiedenen Almhütten, Abholservice an 4 Streckenpunkten, Wäschetransport und Rückfahrmöglichkeit zum Ausgangspunkt. Im Ziel erhält jeder Teilnehmer noch Pasta und ein Getränk, sowie eine Highlander Urkunde, Medaille und ein Erinnerungsfoto.
Trotzdem ist es wichtig, dass man sich als Teilnehmer auf die Strecke einstellt, 13-16 Stunden zu Fuß unterwegs sein kann und sich der eigenen Verantwortung am Berg bewusst ist!

Bin schon gespannt, wen ich von meinen Berg- und Trailfreunden am 15. Juni treffen werde 🙂

Keep on running

and be fearless

Eure Trailbirdie

Skitourentipp: Astental im Nationalpark Hohe Tauern

Zufällig hab ich vor einiger Zeit auf Facebook eine Veranstaltung gefunden: Skitourenseminar im Astental. Nachdem ich mich schlau gemacht hatte wo denn das Astental bzw. das Sadnighaus, auf dem die Übernachtung angeboten wurde, überhaupt ist, beschloss ich mich dafür anzumelden.
Organisiert wurde das Wochenende von den Naturfreunden Kärnten und der Bergsportagentur Alpin Süd. Nächtigung im Sadnighaus auf 1.840 Meter Seehöhe mit Halbpension und mindestens zwei schöne Skitouren sowie eine LVS-Übungen waren ausgeschrieben. Da in Kärnten die Möglichkeiten für Skitouren heuer etwas begrenzt waren, war das für mich eine gute Möglichkeit endlich mal mit den Tourenski in die Berge zu kommen.
Vor allem mal im Nationalpark Hohe Tauern, mit Schneesicherheit und Blick auf die 3.000er in der Umgebung.
Die Anreise am Freitag abend war sehr unkompliziert, da im Tal gar kein Schnee mehr lag und auch die Bergstraße zum Sadnighaus nahezu schneefrei war. Durchs Mölltal fährt man bis Mörtschach (also Richtung Heiligenblut) und biegt dort rechts ab. Das Sadnighaus ist gut angeschrieben. Von der Unterkunft war ich absolut positiv überrascht. Schöne Zimmer mit Stockbetten, neue sanitäre Anlagen, Sauna, nette Wirtsleute und eine haubenverdächtig ausgezeichnete Küche!


Am ersten Abend waren nur wenige der insgesamt 23 Teilnehmer anwesend, die meisten sind am Samstag in der Früh eingetroffen. Auch unser Bergführer Leo kam erst am Samstag zur Truppe und führte uns am ersten Tag sicher auf den Mohar bzw. die Kluidhöhe.
Erst hatte ich Bedenken, dass wir bei einer so großen Gruppe nur einen Bergführer hatten. Normalerweise sollten die Gruppen kleiner sein, maximal 8 – 10 Personen ist angenehm. Es war aber dann so, dass wir uns in zwei Gruppen teilten und die Teilnehmer abwechselnd die Gruppen führten. Leo kümmerte sich um die Gruppe, die auf den Mohar wollte und Robert von Alpin Süd um die andere Gruppe, welche die Kluidhöhe als Ziel hatte.
Ich war mit der zweiten Gruppe unterwegs und nachdem sich auch der Nebel lichtete wurde es eine fast kitschige Skitour. Sonnenschein, kaum Wind und eine traumhafte Aussicht von der Kluidhöhe zum Grossglockner, Hohen Sonnblick und weiteren unzähligen Gipfel der Hohen Tauern. Auch die Abfahrt war super, bis auf die letzen Höhenmeter, wo es einfach schon zu warm war. Bei der Abfahrt wechselten wir uns auch wieder am, um den Weg zum Ausgangspunkt zurück zu finden.


Nach einer stärkenden Kaffeejause stand am Nachmittag eine LVS-Übung am Programm. Auch diese war trotz der großen Gruppe recht kurzweilig und jeder konnte einmal mit LVS suchen und mit Schaufel und Sonde arbeiten.
Der Abend klang nach zwei angenehmen Saunagängen gemütlich bei einem wunderbaren Menü und netten Gesprächen mit den anderen Teilnehmern aus.


Für den Sonntag war die Wettervorhersage nicht gerade rosig. Nebel, Wind, eventuell sogar Schneefall war angesagt. Der erste Blick in der Früh aus dem Fenster wischte allerdings alle Sorgen weg – strahlender Sonnenschein! Treffpunkt 08.00 Uhr im Seminarraum, dort lernten wir Ernst kennen, unseren Bergführer für den Sonntag. Und da wir das Wetter ausnutzen wollten hielten wir uns nicht lange auf. Um 08.30 Uhr LVS-Check und dann ging es schon los, Richtung Stellkopf. Circa 1.000 Höhenmeter warteten auf uns.
Wir machten uns auf den Weg durch eine wiederum wunderschöne Schneelandschaft. Nach circa einer halben Stunde wurden wir dann in kleine Gruppen eingeteilt, die Aufgabe war den ökonomischsten und sichersten Weg zum Gipfel zu finden. Wir sollten uns beim Führen abwechseln. Immer wieder kam Ernst zu den einzelnen Gruppen, gab uns Tipps und motivierte uns. Das zerstreute meine Bedenken endgültig, ich fühlte mich sehr gut aufgehoben, obwohl wir nur einen Bergführer für 23 Personen hatten. Vor allem lernte ich sehr viel, um mich sicher in den Bergen zu bewegen.


Ich war mit vier anderen Teilnehmern unterwegs, wir verstanden uns sehr gut und jeder konnte seine Aufgabe super erfüllen. Nach circa dreieinhalb Stunden erreichten wir den Gipfel auf 2.840 Meter Seehöhe. Da fing das Wetter an umzuschlagen, die Schlechtfront kam auf uns zu und so hielten wir uns gar nicht lange auf, sondern machten uns gleich auf den Weg hinunter.
Die letzte Stunde des Aufstiegs war für mich sehr anstrengend, ich dachte es wäre die ungewohnte Höhe. Bei der Abfahrt hatte ich ständig das Gefühl, dass mir unwohl wird. So ähnlich wie beim Autofahren, wenn ich hinten sitze und viele Kurven zu fahren sind. Da mich ein simples Cola im Sadnighaus dann aber wieder auf Vordermann brachte, lag es doch an einer Unterzuckerung, also hatte ich einfach zu wenig Energie über die Nahrung zu mir genommen. Naja, man lernt immer was dazu 🙂
Trotzdem war die Abfahrt schön, die Sicht war zwar nicht die Beste, aber ich hatte keine Probleme durch den teilweise schweren Schnee zu kommen und war echt happy, dass es mir im Endeffekt so gut gegangen ist. Das war für mich die bisher längste Abfahrt durchs Gelände.
Nachdem alle wieder gut beim Sadnighaus angekommen waren gab es noch eine kleine Nachbesprechung bei einem Getränk und schön langsam machten sich alle wieder auf den Heimweg.

Mein Fazit: Eine gelungene Veranstaltung, das Astental ist eine wunderschöne Region für Skitouren. Bei Lawinenwarnstufe 2 konnten wir uns sehr sicher durch das Gelände bewegen. Ich habe viele Tipps für mich mitgenommen und fühle mich in Zukunft noch sicherer in den Bergen. Außerdem werde ich sicher wieder aufs Sadnighaus zurück kommen, denn das Essen dort ist einfach ein Wahnsinn! Abgesehen davon war es mal ein schöner Rückzug in eine Welt ohne Internet, Computer und Telefon. Die einzige Verbindung zur Aussenwelt war ein WLAN Router im Vorzimmer des Gästehauses von wo ich zumindest ein Lebenszeichen nach Hause schicken konnte 😉

Seid ihr schon mal in der Region gewesen? Habt ihr vielleicht Tipps wo es noch ein paar schöne Möglichkeiten für Skitouren oder Wanderungen dort gibt?

Keep on running

and be fearless

Eure Trailbirdie

Photocredits: Trailbirdie, Gudrun Egger