Ulrichsberg – Erster Versuch

In den letzten Jahren hat sich der Ulrichsberg als zuverlässiger Trainingspartner für Trail- und Bergläufe für mich erwiesen, als neuer Hausberg war es für mich klar, dass ich auch mit Trailbaby so bald wie möglich einen Versuch starten möchte.

Zwar wäre der kürzeste Weg direkt von unserer Haustüre weg nur sechs Kilometer, aber da müssen wir an zwei Hunden vorbei, die mir nicht so sympathisch sind, ausserdem schien mir insgesamt 12 Kilometer für unseren ersten gemeinsamen Gipfelsieg, dann doch etwas zu weit. Außerdem galt es an diesem Tag auch das Wetter im Auge zu behalten und so beschloss ich mit dem Auto nach Pörtschach am Berg zu fahren und dort am meist frequentierten Weg zu gehen. Der Vorteil liegt auf jedem Fall am Parkplatz, also muss das Auto nicht irgendwo in der Gegend warten.

Vom Parkplatz weg ist der Wanderweg, der ja gleichzeitig am Vierbergeweg liegt sehr gut beschrieben. Bei einer Abzweigung in den Wald entschied ich mich am gemütlichen Forstweg zu bleiben, da ich nicht wusste was mich genau am Wanderweg erwartet. Ich kenne ja bisher nur die Wanderwege von Stegendorf, St. Peter am Bichl oder Karnberg, da diese auf der anderen Seite liegen, wo wir zuhause sind.

So marschierte ich stetig bergauf, der Forstweg ist nicht wirklich steil, also sehr gemütlich. Mir kamen einige Wanderer entgegen und ich erfuhr auch, dass ich an dem Tag nicht die Einzige mit Baby in der Trag war, also dürfte doch einige sportliche Mamis gerne dort wandern.

Ich ging bis zur ersten Aussicht, bei einem Rastplatz mit Kreuz, circa 3 Kilometer. An diesem Tag war sogar der Wörthersee schön zu sehen. Ein Blick Richtung Karawanken zeitgte mir, dass wir wohl besser umdrehen und den Gipfel ein nächstes Mal in Angriff nehmen sollten. Regenwolken zogen von Slowenien herein. Es wäre zwar nur mehr ein knapper Kilometer zum Gipfel gewesen, aber ich wollte nichts riskieren. Allein wäre es mir ja egal gewesen in den Regen zu kommen, aber Trailbaby wollte ich dann doch eher im Trockenen nach Hause bringen 😉

Also gingen wir den selben Weg wieder hinunter, noch immer kamen mir Wanderer und Mountainbiker entgegen. Der Ulrichsberg ist halt als Hausberg der Klagenfurter ein sehr beliebtes Ausflugsziel.

Kaum beim Auto angekommen spürte ich auch schon die ersten Regentropfen, also gute Entscheidung umzudrehen und wir konnten uns trocken auf den Heimweg machen. Insgesamt waren wir auf knapp sechs Kilometer circa 1,5 Stunden unterwegs.

Ich hoffe euch bald von unserem ersten Gipfelsturm berichten zu können! Aber so bleibt noch die Spannung etwas aufrecht 🙂

Alles Liebe

and be fearless

Eure Trailbirdie mit Trailbaby

Schifffahrt und Wanderung am Wörthersee

Von Klagenfurt mit dem Schiff nach Krumpendorf und zurück über einen Teil des Wörthersee Rundwanderweges. Das war die erste kurze Wanderung mit Trailbaby.

Start in Klagenfurt

Wir haben diesen Ausflug Anfang Mai gemacht. Die Wörthersee Schifffahrt habe ich auch schon früher für längere Trailläufe genutzt. Es ist wirklich praktisch und einzigartig mit dem Schiff zu erst am Wörthersee zu fahren und danach über den Wanderweg zurück zu wandern oder zu laufen.

Diesmal entschied ich mich für eine kurze Strecke, circa sieben Kilometer, immerhin musste ich erst mal antesten wie es mit Babytrage und Rucksack so funktioniert. Wir sind also eine Station von Klagenfurt nach Krumpendorf gefahren und haben uns über den Radweg bis zum Kropfitschbad zurück begeben. Dort sind wir dann abgebogen und ein kurzes Stück über die Straße und hinter dem Gasthof Jerolitsch unter der Autobahn zum Wörthersee Wanderweg gegangen.

Wir waren also circa die Hälfte des Weges auf Asphalt unterwegs und sind dann erst in den Wald am Falkenberg bzw. Kreuzbergl eingetaucht. Es war auch spannend diesen Weg mal in die entgegengesetzte Richtung des Wörthersee Ultratrails zu wandern. Auf der Zillhöhe haben wir eine kurze Rast eingelegt und nach knapp zwei Stunden waren wir wieder an unserem Ausgangspunkt angekommen.

Im Rucksack dabei hatte ich für mich was zu Trinken und einen Müsliriegel, Wickelsachen fürs Trailbaby, Erste Hilfe Kit und eine Regenjacke. Es hat alles wunderbar funktioniert und das nächste Mal können wir bestimmt schon eine Station weiter fahren 🙂

Alles Liebe

Eure Trailbirdie

Wandertipp: Hochrindl-Runde

Heute möchte ich gerne von einer meiner letzten Wanderungen berichten. In den letzten Jahren habe ich die Region Hochrindl in den Kärntner Nockbergen als hervorragende Trainingsregion zum Trail- und Berglaufen für mich entdeckt. Von mir zu Hause schnell und unkompliziert zu erreichen, über der Waldgrenze, Aufstiege auf über 2.000 Höhenmeter möglich und vor allem verschiedenen Routen möglich. Für weitere Infos einfach mal auf die Homepage schauen.

Nun also mehr zu einer tollen Runde mit knapp 22 Kilometer Länge und 1.100 Höhenmeter im Aufstieg. Ich parke direkt beim großen Parkplatz im Ski- und Wandergebiet Hochrindl und mache mich auf den Wanderweg Richtung Weißes Kreuz und Lattersteig. Da hohe Temperaturen angesagt sind, bin ich schon um 07.30 Uhr am Parkplatz. Nach circa einer Stunde erreiche ich das Weiße Kreuz und mache dort eine erste kurze Rast. Es sind nur wenige Wanderer und auch ein Trailläufer unterwegs.

Der Wanderweg zweigt jetzt von der Forststraße ab und geht hinauf zum Lattersteig, vorbei an Kuhherden, die es sich in der sommerlichen Atmosphäre ganz gemütlich machen. Das Lattersteig-Schutzhaus erreiche ich nach circa 2,5 Stunden und 9 Kilometer. Es ist mein nächster Rastplatz, dort gönne ich mir eine Jause und genieße den Blick zurück und auf meinen weiteren Weg.

Nun wird es endlich felsiger und alpiner, der Weg ist nicht ausgesetzt, aber schon zum Aufpassen. Eigentlich eine schöne Kraxlerei zwischen den Felsblöcken. Ich erreiche die Gipfel Lattersteighöhe (2264 m), Torer (2.205 m) und Bretthöhe (2.320 m) und zum Abschluss den Großen Speikkofel auf 2.270 m Seehöhe, wo ich mir nach über 4 Stunden gemütlicher Wanderung nochmal eine Pause gönne und die Ausblicke auf die umliegende Bergwelt in Richtung Karawanken, Julische Alpen und Hohe Tauern genieße.

Weiter geht es über den Rücken des Gr. Speikkofels erst sanft und dann immer steiler hinunter Richtung Gurkgraben und zurück in Richtung Hochrindl. Nachdem ich noch zwei Schneefelder gequert habe geht es flotten Schrittes immer weiter nach unten, erst noch auf einem schmalen Wanderweg, der bald in eine Forststraße mündet. Vorbei an ein paar netten Almen mit grasenden Kühen bin ich bald am tiefsten Punkt im Gurkgraben auf 1.440 m Seehöhe angelangt. Dort rauscht die Gurk vom Berg herunter und ich gönne mir noch eine Erfrischung bei klarem Bergwasser. Die Abschlussetappe führt über die Forststraße dann nochmal bergauf, vorbei am Stoichartlift zurück zum Parkplatz.

Auf meiner Suunto Ambit 3 Peak habe ich eine Aufzeichnung von 21,77 Kilometer, 6 Stunden und 30 Minuten, 1.103 m im Aufstieg, 1.088 m im Abstieg und 29°C 🙂 Zahlt sich also auf jeden Fall aus.

Bist du öfters in dieser Region unterwegs und hast vielleicht auch einen Wandertipp für mich?

Highlander Extrem – Vom Zirbitzkogel nach Diex

Einen Tag lang wandern. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, über den Rücken der Seetaler Alpen, das Klippitztörl und die Saualpe bis nach Diex, durch zwei Bundesländer und immer unterwegs mit netten Leuten.
So könnte ich in wenigen Worten die Ultrawanderung, den Highlander Extrem am 15. Juni 2019, beschreiben.
Aber natürlich möchte ich dir die Details nicht vorenthalten, also der Reihe nach.
Das Abenteuer wollte ich nicht alleine angehen und so ergab es sich, dass ich ganz lieben Besuch aus Berlin bekam. Die Ausdauer-Coaches Hannah und Carsten beschlossen einen Kurzurlaub in Kärnten zu machen und diesen mit der Wanderung zu verbinden.
Also begaben wir uns um Mitternacht von Freitag auf Samstag mit dem Auto gemeinsam nach Diex. Von dort war ein Shuttlebus zur Tonnerhütte in Mühlen in der Steiermark organisiert. Das war einer der Ausgangspunkte für die Wanderung. Die zwei anderen Startpunkte waren die Winterleitenhütte und die Sabathyhütte.
Vor dem Start um 03.30 Uhr holten wir uns vom Organisator unseren Stempelpass mit drei Essensgutscheinen und eine Wanderkarte. Auch konnten wir uns noch bei einem kleinen Frühstück (gegen Gutschein), bestehend aus Tee/Kaffee, Bauernbrot, Butter und Marmelade, stärken.
Punkt 03.30 Uhr starteten wir und ich hängte mich beim Wanderführer Jürgen an. Ich beschloss gemütlich nach oben zu wandern und hatte somit auch noch eine tolle Unterhaltung mit meinem „privaten“ Wanderführer. Hannah und Carsten gingen etwas flotter Richtung Gipfel und einige andere Wanderer sind überhaupt schon früher gestartet. Leider hab ich nach unserem Gipfelsieg Jürgen erst im Ziel wieder getroffen.
Es war zwar noch finster, aber trotzdem ließ ich meine Stirnlampe im Rucksack, da um mich herum einige Wanderer Stirnlampen eingeschaltet hatten. Außerdem wurde es schnell dämmrig und als wir nach ca. 1,5 Stunden zum Schutzhaus am Zirbitzkogel kamen ging gerade die Sonne auf!
Das war wirklich ein besonderer und im Rückblick der schönste Moment der Wanderung. Endlich schaffte ich mal einen Sonnenaufgang auf meinem Hausberg 🙂


Nach kurzer Gipfelrast auf 2.396 m Seehöhe und einem stärkenden Kaffee mit Kipferl beim Schutzhaus machten wir uns auf den Weg Richtung Stoanahütte. Auf dem Weg dorthin konnte man schön sehen, warum die Wanderung den Namen Highlander trug. Die Landschaft gleicht tatsächlich den schottischen Highlands mit seinen sanft bewachsenen Hügeln und Felsformationen.


Nach ca. 3 Stunden tauchen wir wieder unter die Waldgrenze und die nächste Rast war bei der Stoanahütte. Dort verpflegten wir uns mit unserer eigenen Verpflegung, machten uns aber relativ schnell wieder auf den Weg.

Am Judenburger Kreuz vorbei erreichten wir bald die St. Martiner Hütte. Dort gab es Rührei und Speck, welches man gegen einen Essensgutschein eintauschen konnte.
Da wir nicht hungrig waren entschieden wir uns den Gutschein noch bis zum Naturfreundehaus am Klippitztörl aufzubehalten und dort gegen ein Mittagessen einzutauschen.
Nach einem kurzen Schwätzchen mit dem Hüttenwirt und einem Kaffee ging es also schon wieder weiter. Der Weg führte uns immer weiter entlang der Baumgrenze mit wirklich wunderschönen Aussichten auf die Umgebung Richtung Klippitztörl. Eine kleine Rast machten wir noch bei der Feldalmhütte, nach 5 Stunden Wanderzeit und mittlerweile 16 km auf der Uhr. Das Wetter war sehr angenehm, nicht zu heiß, manchmal kam die Sonne raus, aber großteils blieb es leicht dunstig.


Am Weg weiter sehnte ich mich langsam nach einem warmen Essen, immerhin ging es auch auf die Mittagszeit zu. Ein Packerl Mannerschnitten hat da nur kurz satt gemacht 😉 Das erste Mal kam uns der Weg jetzt schon etwas lange vor. Durch den Wald entlang zum Klippitztörl mussten wir durch einen Abschnitt wo sich die Forstarbeiter ausgetobt hatten, also war dort auch die Landschaft leider nicht so idyllisch.
Wir unterhielten uns gut und so verging auch diese Zeit dann relativ schnell und nach guten 7,5 Stunden und knapp 30 Kilometern Wanderung erreichten wir das Klippitztörl. Dort machten wir im Naturfreundehaus eine längere Pause, die war auch dringend notwendig. Es gab für den Gutschein entweder Frankfurter oder Gulaschsuppe. Die Kellnerin war so nett und ich durfte Frankfurter mit Gulaschsuppe essen 🙂 Außerdem füllten wir unsere Trinkflaschen auf und machten uns gut gestärkt auf den weiteren Weg.
Am Geierkogel war das nächste Gipfelkreuz, das erreichten wir innerhalb von 9 Stunden. Ich merkte, dass nach der Pause die Energie wieder da war und wir hatten wirklich Spaß zwischen den Felsen rauf zu gehen. Immer wieder trafen wir die gleichen Leute, alle waren in kleineren Gruppen unterwegs und es war ganz lustig sich zwischendurch auch mit den anderen Wanderern auszutauschen.


Am Stempelpass war als nächstes die Weissbergerhütte eingezeichnet, was mich etwas verwunderte, da sie doch abseits des Weges liegt. Und als wir nach 11 Stunden Wanderung am Eisernen Kreuz ankamen, schon mit Blick zum Gertrusk, den nächsten Gipfel, beschlossen wir so wie alle anderen nicht zu dieser Hütte zu gehen. Im Nachhinein stellte sich das auch als nicht korrekt im Stempelpass dar.
Also, Gertrusk und Ladinger Spitz, beide knapp über 2.000 m Seehöhe, waren die nächsten Gipfel. Beim Ladinger Spitz gönnten wir uns eine Gipfelrast mit Müsliriegel, immerhin waren wir da schon 11,5 Stunden unterwegs. Der typische Wind auf der Saualm ließ uns auch nicht los, so war es zwar nicht heiß, aber ohne Jacke war für mich kein Weiterkommen.


Die nächste Rast und Labestation sollte in der Wolfsberger Hütte sein, darauf freute ich mich, vor allem, weil ich diese Hütte noch nie besucht hatte, sondern nur vom Blick von der Saualm runter kenne. Dort kamen wir dann nach 12,5 Stunden an und rasteten uns aus. Nochmal die Trinkflaschen aufgefüllt und nett unterhalten machten wir uns auf die Abschlussetappe. Wir rechneten mit 2,5 Stunden, es wurden über drei, aber wenigstens hatten wir keine groben Anstiege mehr vor uns.
Womit allerdings niemand rechnete, da wir auch den Weg nicht kannten, waren die steilen Downhills Richtung Diex. Durch den Wald war es wirklich zach, vor allem für Hannah, die schon Knieschmerzen hatte, sich aber tapfer nach unten kämpfte. Wir schlossen uns einer anderen Wandergruppe an und ich denke, dass das für uns alle gut war. Einfach mal mit anderen Menschen sprechen, sich austauschen und einfach davon ablenken, dass wir schon über 14 Stunden unterwegs waren.
Es gab noch eine kleine Labestation bei der Wolfstratte, nur leider gab es dort für uns nichts mehr zu trinken. Gut, dass wir als Wanderer auch unsere eigene Verpflegung dabei hatten, vor allem die Trinkvorräte immer wieder aufgefüllt hatten. Allerdings waren dort zwei nette Männer von der Bergrettung, die uns motivierten, vor allem, weil sie meinten wir schaffen es bis 19.00 Uhr nach Diex. Das hieße nur mehr eine Stunde wandern 🙂


Naja, so gut waren wir nicht mehr in Form, also wurden aus einer Stunde zwei und wir konnten pünktlich um 20.00 Uhr und nach über 16 Stunden Wanderzeit endlich im Ziel ankommen. Da wir bei unserem Auto vorbei kamen tauschten wir auch gleich unsere Wanderschuhe gegen Flip Flops und machten uns gemütlich auf den Weg zum Ziel.

Endlich in Diex!


Nach dem wirklich schönen Wandererlebnis wurden wir leider im Ziel etwas enttäuscht. Es gab für uns und die anderen Wanderer, die mit uns und noch nach uns ankamen, leider nichts mehr zu Essen. Es wäre noch ein Gutschein für eine Pasta in unserem Wanderpass gewesen. Auch zu Trinken gab es nichts, aber da konnten wir uns im Gasthaus was kaufen. Der Organisator versprach noch Essen aufzutreiben, aber nach 16 Stunden Wanderung hatten wir keine Lust noch länger zu warten. Also schnappten wir uns unser Finishersackerl, trugen uns noch in die Ankunftsliste (für die Urkunden) ein und machten uns auf den Heimweg.
Da wir noch eine knappe Stunde zu fahren hatten, bestellte ich unterwegs bei meinem lieben Mann Pizza für zu Hause. Und die hat dann, noch dazu frisch geduscht, daheim fantastisch geschmeckt 🙂

Die Aufzeichnung meiner Suunto Uhr:

Mein Fazit:
Die Wanderung war einfach super! Das Wetter ideal, die Landschaft wunderschön, tolle Menschen unterwegs. Für mich war es etwas Besonderes, da ich viele Abschnitte kannte, aber die Gesamtheit hat mich nochmal überwältigt. Ich kann mir gut vorstellen diese Wanderung auch an 2 oder 3 Tagen mit Übernachtung auf den Hütten zu machen.
Die Organisation war anfangs auch sehr gut, mit dem Shuttle und Start hat alles wunderbar geklappt. Die Veranstalter hatten sich das erste Jahr an diese Ultrawanderung gewagt, und somit ist noch viel Potenzial da und ich denke, das werden sie auch auf Anregung von vielen anderen bestimmt für das nächste Jahr umsetzten.
Es wäre einfach schön, wenn auch die letzten Wanderer noch das Ziel genießen können. Von der Wanderparty im Ziel, lt. Programm, haben wir nix mehr mitbekommen. Etwas schade war auch, dass man von den Wanderern, die auf den kürzeren Strecken unterwegs waren überhaupt nichts mitbekommen hat. Für einen Preis von 75,00 EUR ohne Shuttle (das war extra mit 15,00 EUR) würde man sich auch bei jeder Labestation Verpflegung erwarten, nicht nur im Eintausch gegen die Bons (1 x Frühstück, 1 x Mittagessen, 1 x Pasta im Ziel). Da ließe sich sicher noch was optimieren.
Leider haben wir auch nirgends die Dudelsackspielerin angetroffen, mit der wir die Werbefotos für den Highlander gemacht haben.
Urkunden konnte man sich online ausdrucken, daran habe ich gesehen, dass über 200 Teilnehmer auf der langen Distanz unterwegs waren, also schon ganz schön viele für das erste Jahr der Veranstaltung.

Es war nicht meine erste Ultrawanderung, ich durfte schon drei mal die Wörthersee-Wanderungen mitmachen, im Sommer wie im Winter und da habe ich auch gemerkt, dass mit der Zeit die Organisation immer besser geworden ist. Als Veranstalter lernt man einfach immer was dazu.

Bist du schon mal auf einer Ultrawanderung unterwegs gewesen? Wenn ja, wie hast du das erlebt?

Keep on running

and be fearless

Eure Trailbirdie

Photocredits: trailbirdie, Ausdauer-Coaches

The Highlander – Das Wanderevent im Süden Österreichs

Von den Seetaler Alpen zur Saualpe, genauer gesagt vom Zirbitzkogel über das Klipptiztörl und die Saualpe nach Diex.
Dieses Wanderevent findet am 15. Juni 2019 zum ersten Mal statt. Und da die Wanderung auf meinem Hausberg, dem Zirbitzkogel startet, ist es natürlich klar, dass Trailbirdie dabei sein wird.
Es gibt die Möglichkeit die ganze Distanz von 52,2 Kilometer und 1.875 Höhenmeter zu wandern oder die kürzere Variante mit Start am Klippitztörl mit 27 Kilometer und 835 Höhenmeter.
Für alle, die eine gemütliche kurze Wanderung machen wollen gibt es noch einen Startpunkt bei der Wolfstratte und einer Strecke von 8,5 Kilometer nach Diex.
Die Gegend um den Zirbitzkogel kenne ich, da ich in Judenburg aufgewachsen bin natürlich sehr gut. Es gibt verschiedene Aufstiegsrouten, zum Beispiel von der Winterleitenhütte, der Sabathyhütte oder der Tonnerhütte, bei welchen auch der Highlander startet.
Ich persönlich gehe oder laufe oft von der Waldheimhütte weg, über den Wildsee und Fuchskogel zum Gipfel und den Normalweg zurück zur Waldheimhütte.


Um wieder zurück zum Highlander zu kommen, die Veranstalter (die Agentur Alpin Süd) beschreiben die Wanderung folgend:

Vom Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang zur Zeit des Sonnenhöchststandes!
Die Seetaler Alpen und die Saualpe gehören zu den schönsten Alm- und Berggebieten Österreichs, mit einem insgesamt 50 Kilometer langen Höhenzug, der sich von Norden nach Süden erstreckt.
Dieses einzigartige Wanderevent verbindet eine großartige Landschaft die den schottischen Highlands gleicht und begeisterte Wanderer, die es sich zutrauen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang die Strecke zu bewältigen.
Als Lohn ihrer Leidenschaft dürfen sie sich „Highlander“ nennen und werden entsprechend geehrt!
Das Besondere ist die Tatsache, dass die Wanderung fast durchgängig am Bergrücken zwischen 1600 und 2396 Meter entlangführt und einen uneingeschränkten Panoramablick in alle Himmelrichtungen bis zum Horizont freigibt. Daher ist die gesamte Strecke durchwegs alpin und stellt besondere Herausforderungen an die Teilnehmer dar! So ist neben Kondition, vor allem Orientierungssinn trotz guter Markierung, Grundkenntnisse der Ersten Hilfe und der Wetterkunde Voraussetzung einer Teilnahme. Aber das sollte nicht abhalten, den weniger Geübten stellen wir geprüfte Wanderguides zur Seite, damit die Tour sicher bewältigt werden kann.

Am vergangenen Wochenende hab ich mir mal einen Überblick über die Lage auf der Wanderstrecke verschafft. Am Zirbitzkogel und auf der Saualpe liegt noch etwas Schnee, aber ich denke, der wird in den nächsten drei Wochen sicher noch zurück gehen. Immerhin sind ab nächster Woche schon die ersten 30 Grad angesagt 🙂


Die Strecke an sich ist eine wunderschöne Wanderstrecke ohne ausgesetzte Passagen und trotzdem immer über 1.600 Meter Seehöhe, was einen wunderbaren Rundumblick auf die umgebende Landschaft und die Bergwelten in Kärnten und der Steiermark bietet. Bei gutem Wetter wird man bis zum Grossglockner und zu den Julischen Alpen schauen können! Und ganz schottisch stilecht wird auch eine Dudelsackspielerin unterwegs sein, ich durfte schon eine kleine Kostprobe hören, das wird auf jeden Fall einzigartig.

Ich freue mich schon sehr darauf, diese Strecke mit Freunden aus Berlin und vielen weiteren wanderbegeisterten Menschen gehen zu dürfen.

Wen du dich noch für eine Teilnahme interessierst, es gibt noch freie Plätze, die Anmeldung geht ganz einfach auf der Homepage des Veranstalters.

Ja, es handelt sich um eine organisierte Veranstaltung, mit Nenngeld. Allerdings gibt es eine ausgezeichnete Organisation mit Labestationen in verschiedenen Almhütten, Abholservice an 4 Streckenpunkten, Wäschetransport und Rückfahrmöglichkeit zum Ausgangspunkt. Im Ziel erhält jeder Teilnehmer noch Pasta und ein Getränk, sowie eine Highlander Urkunde, Medaille und ein Erinnerungsfoto.
Trotzdem ist es wichtig, dass man sich als Teilnehmer auf die Strecke einstellt, 13-16 Stunden zu Fuß unterwegs sein kann und sich der eigenen Verantwortung am Berg bewusst ist!

Bin schon gespannt, wen ich von meinen Berg- und Trailfreunden am 15. Juni treffen werde 🙂

Keep on running

and be fearless

Eure Trailbirdie

Skitourentipp: Astental im Nationalpark Hohe Tauern

Zufällig hab ich vor einiger Zeit auf Facebook eine Veranstaltung gefunden: Skitourenseminar im Astental. Nachdem ich mich schlau gemacht hatte wo denn das Astental bzw. das Sadnighaus, auf dem die Übernachtung angeboten wurde, überhaupt ist, beschloss ich mich dafür anzumelden.
Organisiert wurde das Wochenende von den Naturfreunden Kärnten und der Bergsportagentur Alpin Süd. Nächtigung im Sadnighaus auf 1.840 Meter Seehöhe mit Halbpension und mindestens zwei schöne Skitouren sowie eine LVS-Übungen waren ausgeschrieben. Da in Kärnten die Möglichkeiten für Skitouren heuer etwas begrenzt waren, war das für mich eine gute Möglichkeit endlich mal mit den Tourenski in die Berge zu kommen.
Vor allem mal im Nationalpark Hohe Tauern, mit Schneesicherheit und Blick auf die 3.000er in der Umgebung.
Die Anreise am Freitag abend war sehr unkompliziert, da im Tal gar kein Schnee mehr lag und auch die Bergstraße zum Sadnighaus nahezu schneefrei war. Durchs Mölltal fährt man bis Mörtschach (also Richtung Heiligenblut) und biegt dort rechts ab. Das Sadnighaus ist gut angeschrieben. Von der Unterkunft war ich absolut positiv überrascht. Schöne Zimmer mit Stockbetten, neue sanitäre Anlagen, Sauna, nette Wirtsleute und eine haubenverdächtig ausgezeichnete Küche!


Am ersten Abend waren nur wenige der insgesamt 23 Teilnehmer anwesend, die meisten sind am Samstag in der Früh eingetroffen. Auch unser Bergführer Leo kam erst am Samstag zur Truppe und führte uns am ersten Tag sicher auf den Mohar bzw. die Kluidhöhe.
Erst hatte ich Bedenken, dass wir bei einer so großen Gruppe nur einen Bergführer hatten. Normalerweise sollten die Gruppen kleiner sein, maximal 8 – 10 Personen ist angenehm. Es war aber dann so, dass wir uns in zwei Gruppen teilten und die Teilnehmer abwechselnd die Gruppen führten. Leo kümmerte sich um die Gruppe, die auf den Mohar wollte und Robert von Alpin Süd um die andere Gruppe, welche die Kluidhöhe als Ziel hatte.
Ich war mit der zweiten Gruppe unterwegs und nachdem sich auch der Nebel lichtete wurde es eine fast kitschige Skitour. Sonnenschein, kaum Wind und eine traumhafte Aussicht von der Kluidhöhe zum Grossglockner, Hohen Sonnblick und weiteren unzähligen Gipfel der Hohen Tauern. Auch die Abfahrt war super, bis auf die letzen Höhenmeter, wo es einfach schon zu warm war. Bei der Abfahrt wechselten wir uns auch wieder am, um den Weg zum Ausgangspunkt zurück zu finden.


Nach einer stärkenden Kaffeejause stand am Nachmittag eine LVS-Übung am Programm. Auch diese war trotz der großen Gruppe recht kurzweilig und jeder konnte einmal mit LVS suchen und mit Schaufel und Sonde arbeiten.
Der Abend klang nach zwei angenehmen Saunagängen gemütlich bei einem wunderbaren Menü und netten Gesprächen mit den anderen Teilnehmern aus.


Für den Sonntag war die Wettervorhersage nicht gerade rosig. Nebel, Wind, eventuell sogar Schneefall war angesagt. Der erste Blick in der Früh aus dem Fenster wischte allerdings alle Sorgen weg – strahlender Sonnenschein! Treffpunkt 08.00 Uhr im Seminarraum, dort lernten wir Ernst kennen, unseren Bergführer für den Sonntag. Und da wir das Wetter ausnutzen wollten hielten wir uns nicht lange auf. Um 08.30 Uhr LVS-Check und dann ging es schon los, Richtung Stellkopf. Circa 1.000 Höhenmeter warteten auf uns.
Wir machten uns auf den Weg durch eine wiederum wunderschöne Schneelandschaft. Nach circa einer halben Stunde wurden wir dann in kleine Gruppen eingeteilt, die Aufgabe war den ökonomischsten und sichersten Weg zum Gipfel zu finden. Wir sollten uns beim Führen abwechseln. Immer wieder kam Ernst zu den einzelnen Gruppen, gab uns Tipps und motivierte uns. Das zerstreute meine Bedenken endgültig, ich fühlte mich sehr gut aufgehoben, obwohl wir nur einen Bergführer für 23 Personen hatten. Vor allem lernte ich sehr viel, um mich sicher in den Bergen zu bewegen.


Ich war mit vier anderen Teilnehmern unterwegs, wir verstanden uns sehr gut und jeder konnte seine Aufgabe super erfüllen. Nach circa dreieinhalb Stunden erreichten wir den Gipfel auf 2.840 Meter Seehöhe. Da fing das Wetter an umzuschlagen, die Schlechtfront kam auf uns zu und so hielten wir uns gar nicht lange auf, sondern machten uns gleich auf den Weg hinunter.
Die letzte Stunde des Aufstiegs war für mich sehr anstrengend, ich dachte es wäre die ungewohnte Höhe. Bei der Abfahrt hatte ich ständig das Gefühl, dass mir unwohl wird. So ähnlich wie beim Autofahren, wenn ich hinten sitze und viele Kurven zu fahren sind. Da mich ein simples Cola im Sadnighaus dann aber wieder auf Vordermann brachte, lag es doch an einer Unterzuckerung, also hatte ich einfach zu wenig Energie über die Nahrung zu mir genommen. Naja, man lernt immer was dazu 🙂
Trotzdem war die Abfahrt schön, die Sicht war zwar nicht die Beste, aber ich hatte keine Probleme durch den teilweise schweren Schnee zu kommen und war echt happy, dass es mir im Endeffekt so gut gegangen ist. Das war für mich die bisher längste Abfahrt durchs Gelände.
Nachdem alle wieder gut beim Sadnighaus angekommen waren gab es noch eine kleine Nachbesprechung bei einem Getränk und schön langsam machten sich alle wieder auf den Heimweg.

Mein Fazit: Eine gelungene Veranstaltung, das Astental ist eine wunderschöne Region für Skitouren. Bei Lawinenwarnstufe 2 konnten wir uns sehr sicher durch das Gelände bewegen. Ich habe viele Tipps für mich mitgenommen und fühle mich in Zukunft noch sicherer in den Bergen. Außerdem werde ich sicher wieder aufs Sadnighaus zurück kommen, denn das Essen dort ist einfach ein Wahnsinn! Abgesehen davon war es mal ein schöner Rückzug in eine Welt ohne Internet, Computer und Telefon. Die einzige Verbindung zur Aussenwelt war ein WLAN Router im Vorzimmer des Gästehauses von wo ich zumindest ein Lebenszeichen nach Hause schicken konnte 😉

Seid ihr schon mal in der Region gewesen? Habt ihr vielleicht Tipps wo es noch ein paar schöne Möglichkeiten für Skitouren oder Wanderungen dort gibt?

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and be fearless

Eure Trailbirdie

Photocredits: Trailbirdie, Gudrun Egger

Was machen Trailläufer im Winter?

Natürlich laufen! Allerdings gibt der Winter schon gute Möglichkeiten neben dem Laufen durch Alternativsportarten Ausdauer und Kraft zu trainieren. So bringt man durch Abwechslung auch jede Menge Spaß in den Trainingsalltag.
Ich persönlich gehe wahnsinnig gerne Skifahren und Skitouren. Im vergangenen Winter ist fast ganz Österreich unter einer meterhohen Schneedecke versunken. „Fast“, nur in Kärnten hatten wir leider wenig Schnee. Für mein Wintersportlerherz fast zu wenig.
Trotzdem sind sich ein paar schöne Skitouren und auch ein geniales Skitechniktraining in Heiligenblut ausgegangen.

So war ich zum Beispiel wieder auf der Grebenzen, auf der Flattnitz oder auch in den Karawanken mit den Tourenski unterwegs. Beim Tourenskilauf trainiert man Ausdauer und Kraft. Auch bei der Abfahrt durch das Gelände ist Kraft und Ausdauer gefragt. Und vor allem Geduld, da man sich oft erst einen guten Weg suchen muss.
Skifahren dagegen ist für mich ein tolles Krafttraining, da der Fokus auf der Abfahrt auf der Piste liegt und man sich zwischendurch immer wieder schön beim Liftfahren erholen kann.
Ein Highlight war für mich die Hochrindl, die ich bisher nur vom Traillaufen kannte, als Skigebiet kennen zu lernen. Super Naturschnee, ausgezeichnet präparierte Pisten, nicht allzuviele Menschen unterwegs und durchaus anspruchsvolle schwarze und rote Pisten. Und das Beste, schnell für mich zu erreichen.

Die Kälte in Kärnten hat dazu beigetragen, dass sämtliche Seen und Teiche zugefroren sind und so sind sich auch ein paar Eislaufrunden bzw. Eishockey „Matches“ 😉 ausgegangen. Eislaufen ist für mich hauptsächlich Spaß und da Eishockey in Kärnten der Volkssport ist, geht natürlich kein Eislaufen ohne Eishockeyschläger.
Aber auch wenn man gemütlich seine Runden zieht tut man sehr viel für seine Ausdauer und auch für die Technik.

Da im Tal der wenige Schnee allerdings sehr schnell weg war bin ich schon seit einiger Zeit wieder auf meinen Hometrails unterwegs. Im Frühling ist das besonders schön, weil die Natur erwacht. Die Sonne wird wieder stärker und ich fühle mich mit mehr Energie versorgt.
Einzig meine Allergien gegen diverse Laubbäume und Sträucher wollen mir einen Strich durch die Rechnung machen. Das kann ich mit Medikamenten recht gut im Griff halten und achte darauf, dass ich über meine Ernährung auch genügend Vitamine zu mir nehme.

Was im Winter allerdings schon passieren kann ist, dass man sich mal wieder auf ein Abenteuer einlässt und so werdet ihr in der nächsten Zeit auch etwas über mein Training für einen Treppenmarathon erfahren 🙂


Weiteres dazu demnächst. Hier noch ein paar Impressionen von meiner letzten Skitour mit dem Alpenverein Klagenfurt in den Karawanken.

Welche Sportarten verkürzen euch so den Winter?

Keep on running and be fearless

Eure Trailbirdie

Wörthersee Extrem – Neujahrswanderung

Wir haben es wieder getan! Neujahrswanderung rund um den Wörthersee 🙂

Für mich war es die dritte Neujahrswanderung nach 2016 und 2017. Einmal bin ich auch im Sommer gewandert und den Wörthersee Ultratrail 2018 mitgezählt war es für mich das fünfte Mal, dass ich den Wörthersee in einem Stück am Wanderweg umrundet habe.
Und jedes Mal wieder ist es eine neue Erfahrung. Zum zweiten Mal war ich mit Angi und Steffi, Laufkolleginnen vom Club 261 unterwegs. Und auch Petra und Edith von unserem Laufclub waren mit von der Partie.
Natürlich waren auch wieder viele Traillauffreunde dabei.


Die Organisation war diesmal etwas anders. Zum ersten Mal war die Wörthersee Tourismus GmbH als Veranstalter verantwortlich und mit den Jungs und Mädels vom Verein Mach3Endurance Team, die Wanderguides stellten und die Verpflegungsstationen betreuten waren Profis mit dabei.

Wir ließen uns am Freitag, dem 04. Jänner gegen 22.30 Uhr nach Velden bringen. Starterpaket und Infos zum Ablauf bekamen wir im Gemeindeamt von Velden, Start war dann im Kurpark gegenüber.
Es gab einen großen Zuspruch im Vorfeld, alle Tickets (200 an der Zahl!!) waren schon vor Silvester ausverkauft. Zum Leidwesen von vielen Wanderern, die sich kurzfristig zur Wanderung anmelden wollten.
Es gab noch ein paar Tickets für die Nachmeldung und so waren 220 Personen am Start. Also vormerken, bei der nächsten Wanderung rechtzeitig anmelden!


Im Starterpaket (Vorverkaufspreis 45,00 EUR) war enthalten: Wanderkarte, Trinkbecher, Gutschein für Pasta im Casino Velden nach der Wanderung, La Sportiva Stirnband und alle Infos zur Wanderung nochmal als Flyer.
Weitere Leistungen im Paket: 5 Verpflegungsstationen indoor, Möglichkeit für Fussmassagen entlang der Strecke und im Ziel, Erinnerungsfoto Foto Box, Finisher Medaille und Urkunde, Abholservice an den Verpflegungsstationen bei Abbruch.
Und ich muss ehrlich sagen, das war den Preis wert. Die Verpflegungsstationen waren top (einziger Wermutstropfen war, dass die Station in Klagenfurt, die Villa Lido, erst um 06.00 Uhr aufmachte). Es gab Tee, Kaffee, Suppe, Kuchen, später auch Speckbrote, Käsebrote, etc.
Es gab drei Wanderguides, die mit Zielzeiten von 12, 13 und 14 Stunden unterwegs waren. Und der Abschluss im Cafe des Casino Velden mit Pasta, Glücksrad und Foto Box war einfach genial!

Gemeinsam mit den Mädels vom Club 261 starteten wir gleich mit Aurelien, dem ersten Guide und verließen in flottem Tempo Velden. Entlang des Wörthersee Wanderweges ging es rasch durch den Wald zum Trattnigteich. Im dortigen Gasthaus war die erste Verpflegungsstation.
Obwohl es gar nicht kalt war, ca. -4°C, und vor allem trocken, war es aber trotzdem angenehm eine kurze Pause mit heissem Tee, Reindling und einem komfortablen WC zu machen. Ausserdem wurden wir trotz der Nachtzeit um ca. 01.30 Uhr sehr freundlich bewirtet!
Wir machten uns aber recht schnell wieder auf den Weg Richtung Pyramidenkogel. Da beim Turm kein Programmpunkt geplant war ließen wir den Gipfel quasi rechts liegen und machten uns direkt auf den Weg weiter nach Reifnitz. Noch waren wir inmitten einer Gruppe von anderen Wanderern unterwegs.
Gegen 03.00 Uhr erreichten wir Reifnitz, im dortigen Gemeindeamt konnten wir uns wieder bei Tee, Broten und Kuchen stärken. Alle drei Guides waren noch nah beieinander, wir verließen wieder kurz nach dem ersten die Verpflegungsstation und machten uns weiter auf den Weg in Richtung Spintikteiche, Maiernigg Alm und schlußendlich nach Klagenfurt.
Wir kamen mit ein paar anderen Wanderern ins Gespräch und fanden dabei raus, dass doch einige aus der Steiermark an den Wörthersee für die Wanderung gekommen waren 🙂
Zu unserer Überraschung waren wir schon um 05.30 Uhr bei der Villa Lido (was das ausmacht den Gipfelweg zum Pyramidenkogelturm auszulassen 😉 ) und trafen auf die fleissigen Helfer vom Mach3Endurance Team, die uns gut verpflegten obwohl die Villa Lido noch nicht aufgesperrt hatte.
Im Freien wollten wir uns allerdings nicht lange aufhalten und so machten wir uns noch vor Aurelien mit seiner Gruppe auf den Weg rauf zur Zillhöhe. Irgendwie verließ uns da etwas die Motiviation, denn es war noch immer finster!!!! Bei meinen letzten Wanderungen war Klagenfurt immer der Ort wo es hell wurde, da wir aber diesmal so schnell unterwegs waren trotteten wir in der Finsternis weiter bis zum Gut Drasing.
Dort merkten wir, dass der Himmel endlich heller wurde und ließen uns auf einer Aussichtsliege kurz nieder um einen Schluck Tee und einen Bissen Schokolade einzunehmen.
Gott sei Dank wurde es dann doch schnell ganz hell und um ca. 07.40 Uhr erreichten wir Pirk, dort gab es im Gasthaus Pirker Hof die nächste Verpflegungsstation. Ich gönnte mir eine Suppe und danach Kaffee und Kuchen. Es gab die Möglichkeit sich die Beine massieren zu lassen, allerdings nahmen wir die nicht in Anspruch und machten uns kurz nach 08.00 Uhr wieder auf den Weg. Den Pirkerkogel ließen wir schnell hinter uns.


Das nächste Stück über Geisrücken und Bannwald war dann schon etwas anstrengend, aber durch Plaudereien untereinander und mit anderen Wanderern vertrieben uns die Zeit und so waren wir bald in Pörtschach angelangt und konnten den Blick von der Hohen Gloriette über den Wörthersee genießen.
Joschi und Harry, die beiden Kärntner Star-Moderatoren von diversen Sportveranstaltungen bekannt, waren mit uns unterwegs und nutzen den Stopp auf der Gloriette für ein paar Interviews 🙂
Schnellen Schrittes machten wir uns weiter auf den Weg zur nächsten Verpflegungsstation in Sekull beim Gasthof Thadäushof. Dort waren wir so gegen 11.20 Uhr und die war einfach spitze. Es war echt schon hart und diese Pause mit super Verpflegung und lustigen Gesprächen war nochmal wichtig für die Motiviation. Dennoch merkten wir, dass wir die letzte Etappe etwas langsamer angehen würden. Wir machten uns gemeinsam mit Bernie, dem zweiten Guide und seiner Gruppe auf den Weg Richtung Forstsee.


Das war auch der einzige Abschnitt auf dem zum Aufpassen war, einige Eisplatten und vereiste schwierigere Passagen bergab waren am Weg. Aber da es ja kein Rennen sondern eine Wanderveranstaltung war machten wir da einfach etwas langsamer. Nach einem kurzen Foto-Stopp am Forstsee waren es dann nur mehr knapp vier Kilometer bis Velden.
Alle um uns herum waren gut aufgelegt, jeder freute sich, denn dass wir es alle gut ins Ziel schaffen würden war da schon klar.
Noch durch die Römerschlucht und schon waren wir auf der Straße in Velden und wieder mitten in der Zivilisation. Die letzten zwei Kilometer waren dann noch auf der Straße zu gehen, das war schon ein bißchen mühsam, aber mit den Gedanken im Ziel war es dann doch leichter. Am Casino vorbei, durch den Kurpark, überquerten wir um 13.20 Uhr das Ziel und die Freude war groß.


Organisator Gerhard überreichte uns die Finisher-Medaillen und eine Urkunde. Müde, aber glücklich machten wir uns auf die letzten Meter zurück ins Casino. Dort genossen wir dann mit anderen Wanderern Pasta und ein verdientes Bierchen.
Somit fand die Veranstaltung einen würdigen Abschluss.

Mein Fazit: Eine rundum perfekt organisierte Wanderveranstaltung in einer wunderschönen Region!

Wir sehen uns bei der Sonnwendwanderung, in der Nacht von 22. auf 23. Juni, oder?

Und wer selbständig am schönen Wörthersee die unzähligen Wanderwege, oder die Etappen des Rundwanderweges auschecken möchte, findet alles auf der Wandern am Wörthersee Website.

Keep on running

and be fearless

Eure Trailbirdie

Bilder: Trailbirdie, ©Wörthersee Tourismus GmbH

Gerlitzenberglauf 2018

Es ist zwar schon ein Weilchen her, dass der Gerlitzenberglauf statt gefunden hat (genau am 09. September 2018), da mir die Veranstaltung aber wirklich gut gefallen hat und mir das Organisationsteam freundlicherweise einige schöne Bilder zur Verfügung gestellt hat möchte ich das Erlebnis mit meinen Lesern teilen.
Nachdem ich in den ersten zwei Jahren, die es den Gerlitzenberglauf schon gab immer aus terminlichen Gründen absagen musste nahm ich mir für 2018 die Teilnahme fix vor. Außerdem passte es gut in meine Vorbereitung zum Wörthersee Ultratrail und auch für die Tour de Tirol. Immerhin galt es auf 11 Kilometer 1.000 Höhenmeter zu überwinden.
Das Wetter war sehr gut vorausgesagt und so konnte ich mich wirklich mit Freude auf den Weg an den schönen Ossiachersee machen.
Der Start war für 10.00 Uhr in Annenheim angesagt, direkt bei der Gerlitzen Kanzelbahn. Das war schon mal sehr praktisch, da man gratis dort parken konnte. Auch die Toiletten waren frei zugänglich, was für mich immer einen positiven Eindruck hinterlässt. Nichts ist schlimmer am Start als noch dringend aufs WC zu müssen und keines zu finden (zumindest für uns Frauen!).
Die Startunterlagen waren schnell abgeholt und ich war absolut begeistert was ich in dem Startsackerl für ein Nenngeld von 20,00 EUR fand.

 


Laut Organisatoren waren insgesamt über 230 Teilnehmer für den Lauf und für den Nordic Walking Bewerb angemeldet. Die Walker starteten schon um 09.30 Uhr, also eine halbe Stunde vor den Läufern. Ich fand das ungewöhnlich, da in anderen Bewerben die Läufer immer vor den Walkern starten. Auf meine Nachfrage bei Paul, einem der Organisatoren, bekam ich zur Antwort, dass aus der Erfahrung sich das Feld
schon so auseinander gezogen hat bis die ersten Läufer die Walker einholten und außerdem genug Platz war, da die Strecke über Straßen und Forststraßen ging, dass es überhaupt kein Problem war. Und so konnte die Siegerehrung auch zeitlich gut stattfinden, wenn alle im Ziel waren. Und tatsächlich gab es überhaupt keine Probleme beim Überholen. Viele Walker waren ohnehin schon vor mir im Ziel 😉
Nun also zum Rennen. Ich wollte mich komplett auf den Lauf konzentrieren, wärmte mich gewissenhaft auf und ließ sogar das Handy im Rucksack (der gratis mit der Bahn ins Ziel transportiert wurde). Einzig die Temperaturen machten mir ein bisschen Sorgen, es war schon ziemlich warm.
Der Startschuss erfolgte pünktlich und die ersten 4,5 Kilometer folgten wir der asphaltierten Bergstraße ziemlich steil hoch. Im Rückblick war das für mich der anstrengendste Teil. Ich hatte mich für Straßenlaufschuhe entschieden, was durchaus gut so war. Es ging dann zwar auf einer Forststraße weiter, aber Trailschuhe wären überhaupt nicht notwendig gewesen. Dieser Teil war dann etwas angenehmer für mich, da nicht mehr so steil und vor allem ging es durch den Wald, es war also von den Temperaturen angenehmer. Stetig ging es weiter nach oben, die Ausblicke auf den Ossiachersee waren zwischendurch wunderschön, aber ich konzentrierte mich darauf weiter zu kommen.
So circa. drei Kilometer vor dem Ziel lief ich auf eine Bekannte auf. Anita kämpfte ziemlich mit sich und irgendwie tat es uns beiden gut den Rest des Weges gemeinsam zu bestreiten. Es wurde auf dem letzten Kilometer immer flacher und so konnten wir zum Schluss nochmal schön Tempo machen. Der Zieleinlauf war dann überhaupt leicht bergab zur Mittelstation der Kanzelbahn.

Hier ein paar Impressionen von der Strecke:


Nach 1:38:10 Stunden liefen wir über die Ziellinie. Aufgrund des schönen Wetters war viel los am Berg, die Stimmung war super! Und was mich besonders beeindruckte war von Seiten der Organisation: Jeder Teilnehmer konnte sich ein Los und gleich direkt einen Gewinn mit nach Hause nehmen. Ich bin jetzt stolze Besitzerin eines Asics-Laufshirts 🙂

 


Dazu gab es gratis zu trinken (Bier, Wasser, Latella, so viel wie man mochte) und für jeden Teilnehmer ein halbes Grillhendl und Kuchen. DAS nenn ich mal eine gelungene Zielverpflegung 🙂
Und obendrein konnte jeder Teilnehmer mit der Kanzelbahn wieder gratis ins Tal fahren!
Da so schönes Wetter war beschloss ich mich bei Anita und ihrem Sohn anzuhängen, die noch ganz auf den Gipfel wollten. Wir gingen also gemütlich noch die letzten knapp drei Kilometer und 460 Höhenmeter hinauf, um den Rundumblick über die wunderschöne Kärntner Bergwelt zu genießen. Runter ging es mit dem Lift, so konnten wir noch die Ziellabestation und das Ende der Siegerehrung genießen, bevor es ganz ins Tal ging.

Mein Fazit: Eine rundum gelungene Laufveranstaltung. Vom Gelände her vielleicht nicht so ein typischer Berglauf, da hauptsächlich Straße und Forstwege das Terrain bilden. Die Steigungen sind aber nicht zu verachten.
Das OK-Team hat sich wirklich ins Zeug gelegt und für alle Teilnehmer eine wunderbare Lauf- und Walkingveranstaltung auf die Füße gestellt.
Sehr gut gefülltes Startersackerl, ausgezeichnete Infrastruktur, genügend Labestationen, ausreichende Beschilderung, tolle Zielverpflegung, gratis Finisher Foto, gratis Talfahrt mit der Kanzelbahn, gratis Parkplatz.

Zu den Ergebnissen.

map Gerlitzen Berglauf

Somit kann ich den Gerlitzen Berglauf fürs nächste Jahr nur empfehlen! Alle Infos dazu hier und Termin gleich vormerken: 08. September 2019 🙂

 

Keep on running

and be fearless

Eure Trailbirdie

 

Photocredits: Gerlitzenberglauf – BLT-Gerlitzen / Trailbirdie

Wörthersee Ultra Trail 2018

…oder wie der Geist den Körper besiegt hat.

Es hat eine Weile gedauert, bis ich mein Erlebnis beim Wörthersee Ultratrail 2018 (WSUT) verarbeitet habe.
Umso mehr freue ich mich jetzt dieses Abenteuer mit euch zu teilen.

Ich hab heuer schon früh im Jahr Trail-Wettkampfluft beim Jolsport Kärnten Run geschnuppert. Kurz danach habe ich mir dann die Teilnahme bei der Tour de Tirol im Herbst als Saisonziel gesetzt, auf die ich mich auch schon riesig freue!

Wie so oft im Leben kommen dann andere Dinge dazwischen und plötzlich ergibt sich eine Möglichkeit und man muss einfach die Gelegenheit beim Schopf packen.
Für mich war das der WSUT 🙂 Nachdem ich doch ein paar Mal bei den diversen Streckenchecks und Lauftreffs der Veranstalter des WSUT (dem Verein Mach3Endurance Team) dabei war, war für mich schnell klar, dass ich bei diesem Event dabei sein möchte.
Die einzige Frage stellte sich für mich: Welche Distanz? Es gab Halbmarathon, Marathon oder eben den Ultratrail über 72 Kilometer. Mich reizte von Anfang an die lange Distanz. Nach ein bisschen Zögern habe ich mich dann angemeldet. Es ist ja nicht so, dass ich noch keine langen Wettkämpfe gemacht habe. Allerdings war das längste bisher 58 Kilometer und so war doch immer der Respekt vor der langen Distanz für mich spürbar.

Ich will euch jetzt aber einfach mal berichten wie es mir dann beim Rennen so ergangen ist. Gerne könnt ihr auch hier meinen Vorbericht zum WSUT nachlesen.
Am Vortag des Rennes, also am 21.09. 2018, fasste ich abends mein Startsackerl aus und begab mich zum Race Briefing. Da der Trail auf meinen Hometrails stattfinden würde traf ich natürlich viele Bekannte und so verging die Zeit recht schnell. Das Race Briefing hat sich auf jeden Fall ausgezahlt, nochmals die Details der Strecke erklärt bekommen, wo ist zum Aufpassen, welche Abschnitte sind neu, usw.

Renntag! Um 04.30 Uhr ging der Wecker. Frühstücken, fertig machen. Um 05.30 Uhr fuhr ich nach Pörtschach, der Start war um 06.30 Uhr angesetzt. Es war noch finster und ich fragte mich ernsthaft, ob ich mir das wirklich antun will.
Ich hatte ja keine Ahnung wie es mir gehen würde und war echt extrem nervös. Schlimmer fast als vor meinem allerersten Marathon! Das Starterfeld war auch überschaubar, nur knapp 60 Teilnehmer und davon nur 9 Damen und meine liebe Freundin Tanja, die sich in einer Mädels-Staffel auf die ersten 30 Kilometer machte.


Die Zeit verging recht schnell und schon war der Startschuss erfolgt. Im Kopf hatte ich die Worte unseres Streckenchefs Bernhard, der einmal bei einem Streckencheck zu mir sagte: „Auf den ersten 10 Kilometer Gas geben und weiterkommen, dann läufts eh von allein!“
Tja, gesagt getan. Ich fand recht schnell ein gutes Tempo, auch die Stufen rauf zur Hohen Gloriette und was vor allem das Beste war: Das Tempo passte auch gut zu Tanja und so konnten wir tatsächlich die ersten 30 km gemeinsam laufen. Ich konnte bergauf das Tempo machen und sie machte bergab Platz. Das war echt ein Spaß!
Kaum, dass wir uns versahen waren wir schon beim Forstsee vorbei und über die Veldener Aussicht in der Römerschlucht angekommen. Erstmals kam hier ein neuer Streckenabschnitt auf uns zu.

 


Es ging die Römerschlucht rauf, über den Romantischen Weg zum Saissersee und über den Teufelsgraben erst wieder runter nach Velden. Kurz vor dem Schloss Velden war die erste Labestation, wo wir uns aber nicht lange aufhielten um die Promenade entlang des Wörthersees in Angriff zu nehmen und so schnell wie möglich wieder auf den Trail zu kommen.
Über den Wörthersee-Wanderweg ging es weiter am Trattnigteich vorbei und rauf auf den Pyramidenkogel. Auf dieser Forststraße konnte ich auch gut laufen und Tempo machen, überholte sogar ein paar andere Läufer. Am Pyramidenkogel angekommen, 30 km in den Beinen, wartete dann das Highlight auf uns: Etwas mehr als 300 Stufen rauf auf den Turm, Checkpoint auf Etage 8!
War aber gar nicht so schlimm wie ich gedacht hatte. Ich kam in einen guten Rhythmus und meine Beine waren noch überraschend frisch. Oben angekommen gab es einen Fotopoint, es war etwas windig wie man am Foto sehen kann 😉 und als Erinnerung gab es ein Schweiß Armband von Compress Sport.

 

 

Ich versuchte schnell wieder runter zu kommen, hörte noch beim Checkpoint, dass ich erst die dritte Dame am Turm war! Das hat mich schon ein bisschen beflügelt 🙂 Die ersten 30 km waren in 3:47 Stunden geschafft.
Bei der Labestation am Pyramidenkogel nahm ich mir etwas mehr Zeit die Energiereserven aufzufüllen. Es gab Würstl, Käse, Cracker, Melonen!!!! und genug zu trinken. Ich füllte meine Wasserflasche noch auf und verabschiedete mich schweren Herzens von Tanja, die schon am Ziel war und eine zweite Läuferin auf die Strecke schicken konnte.
So versuchte ich ab dem Zeitpunkt alleine ein Tempo zu finden, was leider irgendwie gar nicht leicht war, es überholten mich zwei Herren, die ich am Weg rauf zum Pyramidenkogel geschnappt hatte und auch eine Dame. Ich versuchte an ihnen dran zu bleiben, aber es gelang mir einfach nicht. Die Streckenführung ging hinunter nach Keutschach und von dort dann zu den Spintikteichen.
Das ist so ein Abschnitt an den ich mich nicht mehr wirklich erinnern kann. Ich lief wie in Trance von Markierung zu Markierung, hatte schon einen Marathon in den Beinen und begann schön langsam an meinem Vorhaben zu zweifeln.
Gut dass kurz vor der Friedlhöhe ein Checkpoint mit sehr motivierenden Helfern kam, danke nochmal Valentin für deine aufmunternden Worte. Dort setzte ich mich auch das erste Mal für zwei Minuten hin um zu rasten.
Beim Weiterlaufen versuchte ich mich auf das nächste Ziel zu konzentrieren, das war die Friedlhöhe. Dort gab es einen netten Fotopoint, auch hier wieder aufmunternde Worte von den Helfern, das gab Kraft. Allerdings wurde es mir zu dem Zeitpunkt das erste Mal etwas kalt und ich zog meine Windjacke an. Nächstes Ziel: Klagenfurt – Labestation 🙂

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Über die Friedlhöhe

Ging auch so weit ganz gut, nur dass es genau zu dem Zeitpunkt als ich den Wald bei Klagenfurt verließ voll zu schütten begann. Ich lief also ca. 3 km in strömenden Regen bis zur nächsten Labestation. Dort realisierte ich, dass ich „nur“ noch 21 km zu laufen hatte. Auf der Uhr hatte ich knappe 7 Stunden und machte mir eine Zielzeit knapp unter 10 Stunden aus. Der Halbmarathon sollte sich eigentlich unter 3 Stunden ausgehen.
Nachdem ich mich bei der Labestation gut versorgt hatte machte ich mich wiederum von den Helfern gut motiviert auf die Strecke.
Der Regen ließ wieder nach und den nächsten Streckenabschnitt kannte ich gut! Zillhöhe, Falkenberg, Gut Drasing, Pirkerkogel, Gaisrücken und dann schon bald das Ziel 🙂 Zumindest war das mein Plan im Kopf.

 

Bis zum Falkenberg rauf konnte ich noch ein paar Marathonläufer überholen, was mich noch dazu motivierte. Allerdings kam alles anders ab dem Falkenberg. Beim Runterlaufen bekam ich das erste Mal in meiner Läuferkarriere richtige muskuläre Probleme.
Ich konnte kaum mehr laufen, stieg mehr hinunter und am liebsten hätte ich mich hingesetzt und wäre runter gerutscht. Das hatte ich vorher noch nie erlebt. Ich merkte, dass mein Körper einfach nicht mehr laufen wollte. Doch jetzt kam der Kopf ins Spiel, ich glaubte fest daran, dass ich es ins Ziel schaffen werde. Der Regen hatte nachgelassen, mir war nicht kalt, es ging mir eigentlich ganz gut, abgesehen von den Schmerzen in den Beinen. Von Gut Drasing bis zum Pirkerkogel kam ich auch wieder recht gut voran, obwohl es wieder stärker zu Regnen begann. Ich überholte ein paar Walker auf der Halbmarathon-Strecke und freute mich schon auf den Pirkerkogel 😉 echt paradox, denn hinauf hatte ich keine Schmerzen.
Am Pirkerkogel war wieder ein Check-Point, ich blieb stehen, dehnte meine Waden und Oberschenkel. Auch hier wieder Danke an die Helfer! Denn die Worte „nach 64 Kilometer darf man schon ein bisschen fertig sein“ ließen mich realisieren, dass ich nur noch 8 Kilometer vor mir hatte. Auf die Uhr hatte ich schon lange nicht mehr geschaut, ich lief einfach nach Gefühl.
Und das Beste! Es gab noch eine Labestation unter dem Pirkerkogel 🙂 Auf einmal merkte ich das Adrenalin, ich freute mich auf die Labe und, dass es nur mehr ein kurzer Weg ins Ziel war. Dort genoss ich nochmal die Getränke, Riegel, Käse. Vor allem gab es an der letzte Labe Salz, das mir tatsächlich über die muskulären Probleme hinweghalf.
Die letzten Kilometer ging es also durch den Wald, immer wieder rauf und runter, ich wusste wir mussten noch in den Bannwald, den höchsten Punkt über Pörtschach. Auch dort war wieder ein netter Helfer am Weg: „Höchster Punkt, jetzt geht nur noch runter!“ Und ich wollte nur noch ins Ziel. Ein Blick auf die Uhr, unter 10 Stunden ging sich nicht mehr aus, aber unter 10:30 das war realistisch!
Lange bevor ich in Pörtschach war hörte ich schon die Musik vom Zielbereich in den Wald hinauf, irgendwie zog mich das magisch an. Beginnende Schmerzen in den Beinen ignorierte ich einfach, und lief.
Letzter Anstieg und Checkpoint dann in Pörtschach, hinauf auf die Niedere Gloriette. Dort kam mir der Streckenchef entgegen und die Helfer feuerten mich an, ich fühlte mich auf einmal, als wäre ich erst kurz unterwegs!

 


Bevor ich das Ziel im Blick hatte kamen mir tatsächlich ein paar Freudentränen und ich war so europhorisch, dass ich nochmal richtig Gas geben konnte.
Wegen des kühlen und regnerischen Wetters waren nicht mehr viele Zuschauer im Ziel, aber das war egal. Ich hatte es tatsächlich geschafft, 72 km Ultratrail. Das kann mir niemand nehmen.

 

Nach ein paar Worten mit Bekannten machte ich mich frisch und konnte sogar noch eine Massage genießen. Danke Andrea!
Ich war kurz vor 17.00 Uhr im Ziel (genau nach 10:28:41 Stunden) als fünfte Dame. Ich hab euch unterschlagen, dass mich bei der letzten Labestation noch eine überholt hat 😉
Tja, ich brauche halt die Nahrungsaufnahme während des Rennens 🙂 Bin mit meiner Leistung sehr zufrieden, obwohl ich natürlich Verbesserungspotenzial gesehen habe.
Das ist echt das Verhexte daran, man durchläuft Höhen und Tiefen während eines Rennens, quält sich über Abschnitte, denkt sogar ans Aufgeben und im Ziel ist dann alles anders. Da überlegt man gleich was man beim nächsten Mal anders oder besser machen kann. Schon ein bisschen verrückt diese Sportler!

WUT map
Die Strecke

Ein paar Worte möchte ich noch abschließend zu der Veranstaltung sagen:
– Perfekte Umsetzung des gesamten OK Teams rund um den Verein Mach3Endurance Team
– Sehr gute Streckenmarkierung
– Ausreichend und gut gefüllte Labestationen
– Zusätzliche Checkpoints, wo es auch Wasser und Iso gab
– Gut gefülltes Startersackerl
– Tolles Finisher-Shirt
– Super Fotografen Team – inklusive Gratis-Foto auf der Zillhöhe
– Sehr gute Information im Vorfeld für alle Starter
– Ausführliches Race-Briefing
– Eine der schönsten Trailstrecken, die ich bisher kennengelernt habe (es muss nicht immer hochalpin sein!)
– Super Infrastruktur
– Shoppingmöglichkeiten vor Ort
– Massagen nach dem Rennen
– Viele motivierende Helfer entlang der gesamten Strecke

Vielen Dank an das Mach3Endurance Team!!!

 

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Eure Trailbirdie

 

Sorry, um Fotos zu machen war ich einfach zu sehr mit mir selbst beschäftigt 😉 deshalb : Photocredits by http://www.event-gucker.at