Zugspitz Trailrun Challenge 2015

Dieses Wochenende habe ich soviele schöne Bilder und tolle Berichte über die Trailrunning Veranstaltung in Innsbruck gesehen und gelesen, unweigerlich musste ich an meine letztjährige Teilnahme am Zugspitz Marathon denken. Und da fiel mir ein, daß ich damals noch gar keine Bloggerin war. Das heisst meine Leserschaft ist noch gar nicht in den Genuß meines Berichtes gekommen! Diesen möchte ich an dieser Stelle nachtragen und lade euch herzlich ein meinen Bericht zu lesen. Wer die Ausgabe des Trailrunning Szene Magazin vom September/Oktober 2015 daheim hat kann das gerne auf schwarz auf weiß machen ;-)… here we go!

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Erster Blick auf die Zugspitze nach dem Aufstehen

Fakten: Trailrun Zugspitz Challenge, 24.-26.07. 2015 in Ehrwald (AUT) und Garmisch-Patenkirchen (GER). Marathon 42,195 km und 3.809 hm, Vertical Challenge 15,8 km und 2.127 hm, Halbmarathon 22,3 km und 1.023 hm.

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Streckenprofil Marathon
Nachdem ich den Startplatz in der Tasche hatte war ich kurz am Überlegen welche Distanz ich mir vornehmen sollte. Es gab eine Kurzdistanz, einen Halbmarathon, den Marathon und ein Triple auszuwählen. Nachdem ich im März dieses Jahres meinen ersten Marathon erfolgreich hinter mich gebracht hatte und ich vom letzten Jahr einige Berg- und Trailläufe in den Beinen hatte entschloss ich mich für den Marathon.

Ehrlich gesagt, wusste ich nicht wirklich was auf mich zukommen wird, aber da ich immer schon gern in den Bergen unterwegs war und mir das Traillaufen so viel Spaß macht konnte eigentlich nichts schief gehen. Nachdem sich auch noch eine meiner besten Freundinnen, Andrea, bereit erklärt hat mich zu begleiten freute ich mich schon riesig auf das Wochenende. Der Respekt vor dem Berg war aber immer da. Bei meiner Anreise in Ehrwald hat sich die Zugspitze in Nebel gehüllt und so hab ich erst am nächsten Morgen nach dem Aufstehen gesehen auf was ich mich wirklich eingelassen hatte.

Na dann, nach einem gemütlichen Morgenlauf ging es auf nach Garmisch-Patenkirchen. Startunterlagen holen, nochmal die Ausrüstung checken, schnell eine Pfeife besorgt, die leider in meinem Erste-Hilfe-Set gefehlt hat, ein bißchen mit anderen Läufern plaudern, sich die Zeit vertreiben. Am Abend in Begleitung von Andrea zur Pasta-Party und zum Race Briefing. Dort erwarteten uns einerseits schlechte, aber auch gute Nachrichten. Wegen einer angesagten Gewitterfront in der Nacht wurde der Start von 06.00 auf 08.00 Uhr verschoben, was mir als Morgenmuffel entgegen kam. Außerdem wurde wegen der Gewittergefahr ein markanter Berg ausgelassen und die Route etwas verlegt, so dass wir statt 3.809 nur mehr 3.160 Höhenmeter im Aufstieg hatten.

Am Rennmorgen die Überraschung – Keine Gewitter, strahlender Sonnenschein! Und so ging es gut gelaunt nach einem kleinen Frühstück zum Start, dort noch den Check-in mit Ausrüstungscheck absolviert und die letzten Minuten in Aufregung plaudernd abgewartet. Endlich der Startschuss, erst ging es ca. 2 km flach bergab, so konnte ich ein bisschen warm werden. Den ersten Anstieg auf den Grünen Ups haben wir im Gänsemarsch absolviert, der Pfad war eng, aber das war ganz gut, so hab ich mich nicht gleich verausgabt. Der erste Downhill war genial, über Kuhweiden, durch den Wald runter und schon waren wir bei der ersten Verpflegungsstation. Weiter ging es über leichte Steigungen und wieder ein Downhill durch einen Wald, da haben die Oberschenkel sich langsam bemerkbar gemacht.

Und runter zur zweiten Verpflegungsstation. Dort, welch Freude, hat mich Andrea angefeuert und ist ein paar 100 Meter mit mir weiter bis zum nächsten Anstieg. Schön zwischendurch ein bekanntes Gesicht zu sehen und sich etwas abzulenken. Die weitere Etappe, das war die Alternativroute, ging durch einen wunderschönen Lärchenwald und entlang eines kleinen Wasserlaufes zurück nach Ehrwald. Von da weg hat es sich auch ergeben, dass ich nicht mehr alleine unterwegs war. Ein junger Läufer, der sich auch das erste Mal an so einer Strecke versuchte hat sich mir als super Wegbegleiter angeboten. Wir haben über alles möglich gesprochen und schwups waren wir an der laut Plan letzten Verpflegungsstelle mit Medical Check angekommen. Wir waren auch noch immer gut in der Zeit. Ab diesem Zeitpunkt hat sich dann leider das Wetter deutlich verschlechtert. Sämtliches Gewand und Regenschutz wurden angezogen, Haube auf, Handschuhe eingesteckt. Vom Arzt begutachtet und nochmal mit Wasser, Obst und Riegeln versorgt ging es auf die letzte Etappe.

Diese hatte ich vollkommen unterschätzt. Es waren nur mehr ca. 10 km zu bewältigen, aber in hochalpinem Gelände, teilweise mit Fixseilpassage, bei Regen und Nebel. Aber wie so vieles im Leben geht es zu zweit einfach leichter und so waren ich und mein Begleiter wirklich froh, dass wir uns entschlossen haben zusammen zu bleiben. Ca. 3 km vor dem Ziel dann die Überraschung, noch eine Verpflegungsstation! Lauwarmes Wasser, das war eine Wohltat, ein bisschen Ausrasten, und dann hoch zum Sonn Alpin, das alternative Ziel, da der Zugspitzgipfel wegen Gewittergefahr zu exponiert war. Immer wieder waren Streckenposten von der Bergrettung und Bergwacht am Weg, es haben sich auch weitere Läufer angeschlossen. Man merkte, alle waren froh nicht alleine zu sein. Von der Landschaft haben wir nichts mitbekommen, im Kopf hatte ich nur mehr das Ziel. Und dann war da der Streckenchef, Blick auf die Uhr, kurz nach halb sechs also noch unter der Cut-off Zeit und seine erlösenden Worte: Nur noch 250 Meter und 10 Höhenmeter! Das wäre ja gelacht, wenn wir das nicht noch laufen könnten. Und geschafft! Begrüßt von ein paar Angehörigen der Läufer, auch Andrea hat im Nebel und in der Kälte ausgeharrt um mich im Ziel zu empfangen.

Dieses unbeschreibliche Gefühl, bei diesem Rennen im Ziel zu sein, werde ich lange in mir tragen. (Ich fühlte mich wie eine Heldin und tatsächlich muss ich noch oft an meinen Gipfelsturm denken, wenn mal nicht alles rund läuft 😉 )

Glücklich am nächsten Tag - Geschafft!
Geschafft!

Danke an alle Beteiligten der Zugspitz Trailrun Challenge für die Organisation, Verpflegung, Wegmarkierungen, Streckenposten, alles war perfekt!

Mein Fazit: Eine super organisierte Trail-Veranstaltung, sehr anspruchsvolle Strecken, Alpines Feeling pur, mit der Zugspitz Arena Tirol eine der schönsten Bergregionen in Österreich. Ich war bestimmt nicht das letzte Mal hier!

So, und jetzt überlegen welches Ziel ich als nächstes in Angriff nehmen könnte 🙂

 

Keep on running and be fearless

Eure Trailbirdie

Vom frühen Vogel…

Ein Sprichwort sagt: „Der frühe Vogel fängt den Wurm“. Bisher galt für mich aber eher: „Der frühe Wurm hat einen Vogel!“ Ich bin nicht gerade ein Frühaufsteher. Vor Sonnenaufgang schaffe ich es nur selten aus den Federn zu kommen und wenn, dann muss es einen verdammt guten Grund dafür geben. Meistens ist das ein geplanter Lauf oder eine Golfrunde.

Dank meiner lieben Freundin und Bloggerkollegin Running Zuschi ging mein Wecker heute schon um 04.40 Uhr! Treffpunkt 05.30 Uhr am Zollfeld, wir hatten vor einen Sonnenaufgangslauf auf den Magdalensberg zu machen. Sonnenaufgang war für 06.11 Uhr angesagt. Um 05.46 setzten wir unser Vorhaben dann in die Tat um.

Der Ausgangspunkt der geplanten Route war in Ottmanach (Kärnten, Gemeinde Magdalensberg), gegenüber der Kirche ist ein Parkplatz, wo man das Auto stehen lassen kann. Wir setzten uns gleich bergauf in Bewegung, in Richtung Magdalensberg. Der erste Kilometer war schon ziemlich anstrengend, vor allem wenn man noch nicht wirklich ausgeschlafen ist und nur eine Banane und ein Stück Toastbrot im Magen hat. Das Vogelgezwitscher um uns herum war wirklich aussergewöhnlich. Es war auch schon ziemlich hell und wir konnten die ersten roten Schattierungen an den Wolken gen Osten sehen. Weiter ging es ein Stück entlang der Landstraße bevor wir kurz vor den römischen Ausgrabungen am Magdalensberg nach links in den Wald einbogen. Von dort führte uns ein schön markierter Wanderweg stetig nach oben, Richtung Gipfel. Einmal hörten wir ein lautes freundliches „Guten Morgen“, ansonsten waren wir alleine unterwegs. Herrliche Ruhe, aufgeregte Vöglein herum und langsam bricht der Tag an. Fast kitschig, aber einfach nur schön. Nach circa 50 Minuten und 5 Kilometern haben wir dann das Gipfelhaus erreicht. Belohnt mit einem wunderschönen Ausblick auf Klagenfurt, St. Veit und die Karawanken. Leider versteckte sich die aufgehende Sonne hinter den Wolken, aber nichtsdestotrotz genossen wir die Aussicht gemeinsam mit ein paar Rehen und Hirschen 🙂

Nach kurzer Pause machten wir uns auf den Wanderweg Nr. 106 weiter Richtung Christofberg. Entlang wunderschöner Wald- und Forstwege gelangeten wir auch recht schnell dahin. Zu der Zeit befanden wir uns einen Teil am Maria Zeller Weg. Knapp 12 Kilometer und 1:40 Stunden später waren wir dann am Christofberg angelangt und machten an der zweiten Kirche unseres Weges eine kleine Rast. Eine kleine schwarze Katze machte es sich auch etwas bei uns gemütlich bevor sie sich dann an ihr Frühstück besorgte, ganz nach dem Motto „Die frühe Katze fängt den Vogel“ 😉

Weiter ging es für uns nun hauptsächlich noch bergab, zurerst etwas durch die Wildnis, Running Zuschis GPS folgend, denn wir wollten einen kurzen Weg zurück nach Ottmanach nehmen. Das gelang uns auch recht gut und so waren wir nach 17 Kilometern und 2:27 Stunden wieder an unserem Ausgangspunkt angelangt.

 

Mein Fazit:
Es ist wirklich eine sehr schöne Runde für einen langen Lauf mit ein paar Höhenmeter und einer wunderbaren Aussicht! Zur Belohnung haben wir uns dann noch ein ausgezeichnetes Frühstück im Cafe Ile de France in Klagenfurt genehmigt. Auch das dann ich nur empfehlen 🙂 Und in Zukunft werde ich mich öfters schon früh rauswagen, die Stille rundherum und zu erleben wenn der Tag erwacht, das ist schon was Besonderes!

Wie schaut es bei euch aus? Seid ihr gerne früh morgens schon unterwegs?

Keep on running and be fearless

Eure Trailbirdie

Gegensätze, oder doch nicht?

Heute möchte ich euch ein bißchen von meinen sportlichen Leidenschaften berichten, vor allem davon was sie gemeinsam haben, obwohl es auf den ersten Blick gar nicht so aussieht.
Meinen Bloggernamen habe ich schon bewusst gewählt, warum das so ist könnt ihr hier nachlesen.

Wenn ich mit Läufern unterwegs bin wird natürlich hauptsächlich über Sport gesprochen. Manchmal kommt das Thema dann auch auf Golf und oft schauen mich meine Laufkollegen ganz verdutzt an. „Was? Du spielst Golf? Wie geht das mit Laufen zusammen?“ Andererseits geht es mir auch so am Golfplatz. Diese beiden Sportarten sind nun mal sehr unterschiedlich und bis jetzt habe ich kaum jemanden getroffen, der auch beides mit Leidenschaft betreibt so wie ich.

Das Ziel beim Trailrunning ist es sich laufend einem Ziel zu nähern, man versucht sich zu steigern. Schneller zu werden, weiter laufen zu können, mehr Höhenmeter zu machen. Das alles finde ich sehr spannend. Ich bewege mich in der Natur. Manchmal alleine, manchmal mit anderen Läufern. Im Wald, auf den Bergen erinnere ich mich oft an meine Kindheit.  Wahrscheinlich gefällt es mir deshalb so gut als Erwachsene im Gelände zu laufen, weil ich es einfach als Kind schon getan habe. Damals habe ich aber nicht groß darüber nachgedacht. Es hat einfach Spaß gemacht und ich war mit Freunden unterwegs.

Was das Ziel beim Golfen betrifft habe ich mal einen netten Spruch gehört: „Man versucht einen kleinen Ball mit einem dafür eigentlich ungeeigneten Gerät in ein viel zu kleines Loch zu bringen. Und das mit möglichst wenig Schlägen.“ So ungefähr ist es ja. Es geht nicht um Zeit, Geschwindigkeit, Kilometer oder Höhenmeter. Nein… Einfach den Ball in das Loch bringen. Es geht um Technik, um den Score. Was das Ganze so herausfordernd mach? Man muss den Ball spielen wie er liegt, und das kann manchmal ganz schön tricky sein 😉 Die Bewegung, die bei einem Golfschwung ausgeführt wird ist beinahe so kompliziert wie die eines Stabhochspringers. Aber! Auch hier bewege ich mich in der Natur, mit Menschen die dasselbe mit derselben Leidenschaft machen.

Und hier ist für mich der gemeinsame Nenner. Ausserdem kann ich meine Suunto Ambit 3 Peak für beides verwenden, manchmal habe ich auch meine Laufklamotten zum Golfen an, vor allem im Sommer. Ich kann neue Plätze in der Heimat entdecken, oder auch mal im Ausland Abenteuer erleben. Weiters habe ich als Ausdauersportler beim Golfen einen sehr großen Vorteil. Wenn meinen Flightpartnern, vor allem an Anfang der Saison, bei den letzten Löchern schon die Luft ausgeht bin ich immer noch frisch und kann mich auf meine Schläge konzentrieren. Ich bin durch den Ausdauersport auch viel geduldiger geworden und Geduld ist etwas, das man beim Golfen unbedingt braucht!

Nach dem letzen Winter habe ich mich schon sehr darauf gefreut endlich auf dem Golfplatz zu stehen, und letztes Wochenende war es endlich so weit 🙂 Es ist mir zwar noch kein Birdie gelungen, aber ein paar Par waren schon dabei. Es kann also nur mehr aufwärts gehen. Zur Zeit habe ich ein Handicap von 32,7. Mein Ziel ist es in diesem Sommer unter 30 zu kommen.

Ich freue mich auf eine schöne und lange Golfsaison und werde euch in Zukunft ein paar schöne Plätze vorstellen und von diversen Golfturnieren berichten.

 

Keep on running and be fearless

Eure Trailbirdie

Sciacche Trail, numero II

Diesmal berichte ich euch über das Rennen beim Sciacche Trail in Italien, mitten im Nationalpark Cinque Terre, an der ligurischen Küste. Seit letzten November bereitete ich mich auf dieses sportliche Ziel vor.

Der große Tag

Nun möchte ich euch direkt vom Rennen erzählen und wer den ersten Teil versäumt hat kann gerne hier anfangen zu lesen. Ich beginne wie ich im ersten Teil aufgehört habe. Es war 04.50 Uhr am 20. März 2016 und mein Wecker läutete. Ehrlich, als ich realisierte was an dem Tag noch auf mich zu kommen sollte musste ich mich schon sehr stark motivieren um aufzustehen, zu frühstücken, mich in die Laufklamotten zu werfen und an den Start zu gehen (der nur 100 Meter von meinem Hotel entfernt war 🙂 ). Dort angekommen verflog meine kurzer Anflug von Skepsis aber schnell, ich traf ein paar bekannte Gesichter, bekam von einem echten Yogi Yogi-Tee serviert und die Zeit zum Startschuss verging wirklich schnell.

Das Rennen

Der Start war für 6.30 Uhr angesetzt. Da wir in Italien waren, wurde die Startzeit nicht so genau genommen und so wurden wir erst um 06.39 auf die Strecke gelassen.

Erst ging es rund einen Kilometer durch den Ort Monterosso entlang der Strandpromenade. So schnell wie das verging, waren wir auch schon auf dem ersten Anstieg, noch ein paar 100 Meter am Asphalt und dann rauf auf den Berg. Hier durften wir schon die ersten Stufen erklimmen, die waren aber nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was noch viel später kommen sollte. Nach gut fünf Kilometern hatten wir auch schon über 400 Höhenmeter in den Beinen. Ich hatte vor dem Rennen die Befürchtung, daß all die Athleten um mich viel stärker sind und ich sehr schnell ziemlich alleine hinter her laufen würde, aber es ging in einem für mich wirklich guten Tempo voran. Im Mittelfeld schien niemand Stress zu haben.

Nach sechs Kilometern kam der erste steile Downhill, aber der war recht kurz und über einen etwas längeren Straßenabschnitt ging es weiter nach unten. Nach Kilometer acht ging es wieder in den Wald hinauf, wo die erste Labestation mit Wasser und Orangen wartete. Der folgende Abschnitt war wunderschön zu Laufen. Es ging stetig durch einen schönen Wald mit angenehmen Wegen, erst bergab und danach weiter bergauf bis wir nach rund 17 Kilometern auf dem höchsten Punkt auf 773 Metern Seehöhe angekommen waren. Es ging weiter durch den Wald, auf wirklich schönen Trails. Das nächste Ziel war der Colle del Telegrafo, wo auf uns ein Kontrollpunkt und der steilste Downhill wartete. Da hatten wir schon 27 Kilometer in den Beinen. Die Labestation dort war der Hammer: Obst, Nüsse, Schokolade, süße Kekse, salzige Kekse, Wasser und Parmigiano!

Ich befand mich in einer Gruppe von Läufern, die es wirklich genossen dabei zu sein. Es machte total Spaß und durch die Unterhaltungen um mich herum verging die Zeit wirklich schnell und ich merkte die Strapazen gar nicht so schlimm. Außerdem konnte ich so mein Italienisch ein wenig aufpolieren.  Nachdem ich den Abstieg nach Riomaggiore hinter mich gebracht hatte, wuchs meine Vorfreude aufs Ziel. Denn dieser Abstieg hat mir am meisten Sorgen bereitet. Im Vorfeld wurde mehrmals darauf hingewiesen, dass wir hier sehr aufpassen müssten. Und Downhill ist nicht so ganz meine Stärke.

In Riomaggiore angekommen, nach 31 Kilometern, wurde noch einmal die Labestation geplündert, denn hier wartete das Monstrum auf uns. Ein Aufstieg über circa zwei Kilometer und 200 Höhenmetern über Stufen… Stufen… Stufen… Das war der Beginn der gefühlten 10.000 Stufen. Ich wusste bis zu dem Tag nicht in wie vielen Variationen jemand Treppen bauen konnte. Die meisten davon haben schon viele Jahrhunderte überdauert.

Von da an handelte ich mich in Gedanken von Ort zu Ort. Manarola, Volastra, Corniglia, Vernazza. Einen nach dem anderen hieß es zu passieren. Die Wege auf der Strecke waren wirklich sehr eng, aber es war wunderschön durch Weingärten und entlang verschiedener Kulturdenkmäler zu laufen. Überall warteten überaus freundliche Helfer auf uns, versorgten uns mit Essen und Trinken. Sogar durch einen Weinkeller ging die Strecke, das war wirklich ein Highlight. Schade nur, dass es keinen Wein zu trinken gab (Scherz, ich hätte wohl keinen vertragen 😉 ).

Finale

Nach 44 km erreichten wir Vernazza, den letzten Ort vor unserem Ziel in Monterosso. Ich wusste, die gröbsten Schwierigkeiten waren überstanden. Jetzt waren es nur mehr gute drei Kilometer. Es ging noch mal rund 120 Höhenmeter hinauf und dann entlang eines toll angelegten Wanderweges durch den Wald. Ich war super drauf, konnte noch laufen, auch die letzten Stufen habe ich mit Schwung genommen. Egal, ob rauf oder runter. Es waren schon sehr viele Touristen auf den schmalen Wegen unterwegs, die uns aber alle Platz gemacht und uns angefeuert haben. Einige zückten sogar ihre Kameras und machten Fotos. Ich kam mir wie ein Star vor. Als das Ziel schon in Sichtweite kam, war es nur mehr ein kurzer Weg von etwa 300 Metern ins Ziel, bergab. Eine totale Erleichterung nach knapp 48 Kilometern und 2.600 Höhenmetern noch gut und gesund ins Ziel zu kommen. Es wurde uns eine wunderschöne Kunsthandwerk-Medaille überreicht und so konnten wir uns über das Pastabuffet hermachen. Es gab dazu Meeresfrüchte, Sardinen und Kuchen. Und natürlich Sciacche Wein, einfach wunderbar italienisch!

Mein Fazit:

Ein sehr anspruchsvoller Trail, bei dem man bis zur letzten Minute sehr konzentriert sein muss und sich die Kräfte gut einteilen sollte.

Eine wirklich gut organisierte Veranstaltung. Beim Startgeld von 50,- (+ 10,- Pfand für den Zeitnehmungschip) erhält man ein Starterbag mit Wein, Pasta, Pesto, Zitrone, Laufsocken, ein Hoody von LaSportiva, Energiegel und Prospekte für weitere schöne Trailveranstaltungen in Italien. Sehr viele freundliche Helfer waren entlang der Strecke im Einsatz. Es gab ausreichend gut gefüllte Labestationen. Die Strecke war sehr gut markiert. Bei 250 Startern nur vier Ausfälle, ist wirklich eine gute Quote und es gab keine gröberen Verletzungen.

 

 

Auf die Sieger-Fässer schafften es:

Frauen: 1. Rampazzo Silvia ITA 4:59:44 / 2. Botti Giulia ITA 5:47:17 / 3. McRae Sally USA 6:04:58

Herren:  1. Jung Daniel ITA 4:24:09 / 2. Giovanelli Nicola ITA 4:37:02 / 3. Paris Giovanni ITA 4:42:46

Soweit vom Sciacche Trail und ich hoffe, daß ich euch bald wieder von einer so tollen Erfahrung berichten kann 🙂

Keep on running and be fearless!

Eure Trailbirdie

 

Fotocredits: Trailbirdie, Massimo Guidobaldi

Functional Training by Elithera

In meinem heutigen Blogpost möchte ich euch ein besonderes Fitnessgerät näher bringen. Gerade auch am Sciacche Trail habe ich am eigenen Körper erfahren wie wichtig eine kräftige Körpermitte und Stabilität sind. Leider beschäftigt man sich als Hobbysportler oft viel zu wenig mit diesem Thema.

Vor kurzer Zeit durfte ich das Functional Training im Gesundheitszentrum Elithera in Graz Citypark kennen lernen. Elithera ist ein phsysikalisches Ambulatorium das ein Gesundheitstraining mit dem Fitnessgerät Totalgym anbietet.

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Ich habe im Vorfeld schon etwas davon gehört, aber ich konnte mir nicht wirklich was vorstellen. Wie sollte man mit nur einem Gerät den ganzen Körper trainieren können? Aber der Praxismanager Jens hat uns den Totalgym vorgestellt und ich konnte im Kreis einiger Bloggerkollegen dieses Gerät ausprobieren.

Vorweg möchte ich kurz erklären warum Functional Training für jeden Sportler, egal welche Sportart er ausübt, eigentlich wichtig ist. Meistens trainiert man nur diese Körperpartien, die für den jeweiligen Sport benötigt werden. Wir Läufer laufen und versuchen Kraft in unsere Beine zu bekommen. Wir Golfer arbeiten an unserem Golfschwung. Schwimmer werden ihr Hauptaugenmerk auf kräftige Arme legen. Das kommt sicher vielen bekannt vor. Es ist aber sehr wichtig den ganzen Körper zu trainieren. Die Körpermitte stärken, den Rücken stärken, Kraft in Schultern und Arme bekommen. Stabi-Übungen sollten bei uns zu mindest wöchentlich einmal am Plan stehen. Eigentlich! Leider wird das oft vernachlässigt bzw. weiß man gar nicht welche oft einfachen Übungen man machen kann.

Mit dem Angebot bei Elithera ist man nicht alleine, man hat jemanden der erklärt, hilft, korrigiert, unterstützt. Das alleine ist schon viel wert, denn ich zum Beispiel mache meine Stabis schon gerne bei den Lauftreffs, aber alleine daheim? Sehr selten. Der nächste Pluspunkt – man hat ein Fitnessgerät. Und zwar wirklich nur EINS!

Der Totalgym schaut jetzt nicht gerade spekatulär aus, aber Jens erklärte uns, daß es möglich ist etwa 300 verschiedene Übungen zu machen. Wir haben an diesem Abend fünf Übungen gemacht. Rücken, Bauch, Beine, Arme und Schultern wurden innerhalb von einer halben Stunde trainiert. Mit dem Totalgym macht man die Übungen nach dem eigenen Vermögen und mit dem eigenen Körpergewicht. Was für mich ein sehr positiver Aspekt ist: Man bewegt sich! Obwohl man sich auf einem Fitnessgerät befindet. Den Schlitten auf dem man sitzt oder liegt bewegt man durch eigene Körperkraft.

Ich konnte zum Beispiel 8 Klimmzüge machen! Im Turnsaal für mich unmöglich, da bekomme vielleicht gerade mal einen zusammen. Man hat also auch gleich ein Erfolgserlebnis.

Das Elitera Gesundheitszentrum befindet sich im Citypark in Graz. Geöffnet von 08.00-17.00 Uhr (nach Vereinbarung ab 07.00 bzw. bis 19.00). Es sind insgesamt 4 ausgebildete Physiotherapeuten vor Ort. Man kann mit einer Überweisung als Patient hingehen (Wahlambulatorium) oder sich für die gesundheitliche Vorsorge ein Abo nehmen (Kosten: 49,90 pro Monat). Weitere Filialen befinden sich in Hartberg, Fürstenfeld und in Graz am Stadtpark.

Mein Fazit:

  • Mit ein paar einfachen Übungen wird der gesamte Körper gestärkt
  • Obwohl auf einem Fitnessgerät ist man in Bewegung
  • Sofortiges Erfolgserlebnis
  • Einfache Handhabung des Totalgyms
  • Unterstützung durch ausgebildetes Personal
  • Trainingspläne werden immer wieder angepasst

 

Somit kann ich den Totalgym bzw. das Elithera Gesundheitszentrum nur weiter empfehlen. Besonders für euch Leser in der Steiermark! Ich finde es nur schade, daß es dieses Angebot noch nicht in Kärnten gibt 😉 Aber vielleicht ändert sich das in Zukunft und ich werde sicher eine der ersten Kunden sein!

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Daumen hoch für den Totalgym!

Keep on running and be fearless

Eure Trailbirdie

 

Fotocredit: Horst von Bohlen Photography

Sciacche Trail, numero I

Wie schon in einigen Beiträgen vorher erwähnt, war mein erstes großes sportliches Ziel 2016 der Sciacche Trail in der wunderschönen Region Ligurien im Nordwesten Italiens. Direkt im Nationalpark Cinque Terre durfte ich meine Trailrunden drehen. Es war wirklich ein Abenteuer auf das ich mich eingelassen habe und in diesem Blogpost möchte ich euch meine ersten Eindrücke in der Region und die Tage vor dem Rennen erzählen.

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Ankommen

Das Rennen sollte am Sonntag dem 20.03. 2016 stattfinden. Ich machte mich am Freitag davor auf den Weg nach Italien, 7 Stunden im Auto, fast alles über die Autobahn. So habe ich die knappen 700 km hinter mich gebracht. Über Venezia, Bologna, Parma und weiter Richtung La Spezia und Genova bin ich bei Levanto von der Autobahn runter und schon befand ich mich mitten in der Region an der ligurischen Küste. Schmalen Straßen, sehr kurvig, bergauf, bergab und wieder bergauf folgte ich den Wegweisern Richtung Monterosso al Mare, dem nördlichsten der fünf charakteristischen Dörfer. Der erste Blick runter aufs Meer war natürlich fantastisch. Das Wetter war auch super und so parkte ich dann am öffentlichen Parkplatz in Monterosso ein und bin noch etwa 700 Meter zu Fuß zu meinem Hotel gegangen. Falls ihr mal in die Gegend kommt kann ich das Albergo Pasquale nur empfehlen. Für Starter beim Sciacche Trail deshalb super, weil es sich direkt beim Start/Ziel befindet 🙂 Es wird von einer überaus bemühten Familie geführt, die Qualität entspricht 4 Sternen, obwohl es mit 3 Sternen klassifiert ist.

Für diesen Abend hatte nichts geplant und weil das Wetter so schön war habe ich meine Laufklamotten angezogen und bin mal ein bißchen die Gegend erkunden gegangen. Ich bin instinktiv in die Richtung gelaufen von wo wir am Sonntag ins Ziel laufen würden. Die Markierungen waren schon angebracht und so konnte ich mich etwas an den Trail gewöhnen. Nur ging es die ganze Zeit ziemlich steil bergauf und noch dazu auf Steintreppen, die teilweise sehr eng waren und sich an die Steilküste schmiegten. Diese musste ich natürlich wieder runter. Der Ausblick war genial, aber das Runterlaufen hat mir schon ein bißchen Angst gemacht. Also habe ich meine Nerven beruhigt indem ich mir ein Ristorante gesucht habe und mir eine super leckere Pasta mit Meeresfrüchten gegönnt habe. Ein Glas Sciacche Wein durfte dazu natürlich nicht fehlen.

Zeit vertreiben

Am Samstag morgen habe ich mich wieder in meinen Laufsachen auf den Weg gemacht, diesmal wollte ich mir die ersten Kilometer der Strecke anschauen. Durch den Tunnel und danach entlang der Strandpromenade fand ich auch gleich wieder die Markierungen. Die Strecke führte relativ schnell nach oben, noch über eine Straße, aber danach gleich ins Gelände. Und wieder: Stufen! Diesmal auch nass, vom Morgennebel, und ziemlich rutschig. In dem Moment beschloss ich den Trail mit meinen Adidas Boost Terrex Trailschuhen anzugehen, die haben nämlich eine super Continental-Sohle. Das Problem, dass sie mich auf langen Läufen am linken Knöchel zu drücken begannen musste sich doch mit Tape lösen lassen 🙂 (So war es dann auch!) Ich beschloss 3 km zu laufen und dann umzudrehen. Dass ich da schon über 300 Höhenmeter drauf haben werde hat mich schon ein bißchen überrascht. Ich befand mich in einer komplett anderen Welt, um mich herum Steine und Felsen, die mich ein bißchen an die Zugspitze erinnerten, aber auch viele Bäume und Pflanzen. Und natürlich der Blick auf das Meer. Ein paar Stabi-Übungen habe ich noch dort oben eingelegt, das musste ich einfach ausnutzen. Ich hatte ein gutes Gefühl und so lief ich wieder zum Hotel zurück.

Nach einem reichhaltigen Frühstück habe ich mich auf den Weg zum Bahnhof gemacht. Um die Dörfer der Cinque Terre zu besuchen ist man am Besten mit dem Zug unterwegs, der fährt regelmäßig und bleibt überall stehen. So bin ich um 2 Euro nach Riomaggiore gefahren, das südlichste Dorf. Dort habe ich mich einfach vom Gefühl leiten lassen und bin durch die Strassen gelaufen. Zufällig bin ich dort auch wieder auf die Markierungen vom Trail gestoßen und bin ihnen ein Stück gefolgt. Meine Vorfreude auf das Rennen wurde dadurch noch größer.

Nach einer kurzen Rast am Strand und einem Cappuccino bin ich wieder in den Zug gestiegen und nach Manarola gefahren. Auch hier haben mich wieder diese berühmten Häuser erwartet. Wie Zündholzschachteln auf den Felsen aneinander gereiht. Ich habe mich immer wieder gefragt, wie diese Städte bloß entstehen konnten. Wie leben die Einwohner hier? Es gab kaum ebene Flächen, tausende von Stufen, rauf und runter. Kaum Möglichkeiten mit dem Auto wohin zu kommen. Für mich unvorstellbar. Dazwischen immer wieder Zitronenbäume mit reifen Früchten, Olivenbäume und Weingärten. In Manarola gönnte ich mir noch eine Foccacia und machte mich dann auf den Weg zurück nach Monterosso.

Vorbereitung

Dort traf ich mich dann mit ein paar Trailfreunden aus Österreich und Deutschland. Ulli, Barbara, Josef und Mario waren schon seit Donnerstag da und wir hatten ausgemacht gemeinsam zur Startnummernabholung zu gehen. Vorher stand aber noch der Minisciacche-Trail am Programm. Auch die kleinen Trailläufer waren mit vollem Ehrgeiz dabei als es galt den Hügel zu erklimmen und mit noch größere Freude  ihre Urkunden nach dem Lauf in Empfang zu nehmen.

Die Startnummernabholung war schnell erledigt und das Starterpaket konnte sich wirklich sehen lassen! Vino, Pasta und Pesto. Dazu eine Zitrone aus Monterosso, ein Hoody von LaSportiva und Laufsocken. Um 18.00 Uhr war das Race-Briefing angesagt. Ich hatte das Glück eine Läuferin aus Norwegen, die ich im Vorfeld über Social Media kennen gelernt habe, zu treffen und so ging ich mit Heidi gemeinsam dorthin. Es wurde uns auf italienisch und englisch die Strecke sehr gut erläutert. Vor allem wurde immer wieder auf die schmalen Wege, die steilen und gefährlichen Downhills und die Regeln des Straßenverkehrs eingegangen. Ich bekam ein flaues Gefühl im Magen. Ich hatte schon viele Bilder gesehen und habe die Wege ja auch schon teilweise besichtigt. Nur so 400-700 Meter über dem Meeresspiegel an der Steilküste, das war neues Gebiet für mich. Es wurde von rutschigen Steinen und Drähten sowie Wasserschläuchen in den Weingärten gesprochen. Wir sollten einfach immer und überall vorsichtig sein, immerhin hatten wir 47 Kilometer und 2.600 Höhenmeter im Aufstieg zu bewältigen.

Heidi und ich beschlossen den Abend gemeinsam bei einer guten Pasta ausklingen zu lassen und was passt besser als Spagetthi al Pesto Genovese, wenn man nicht weit von Genova entfernt ist. Carboloading in italiano, einfach genial. Wir hielten uns danach nicht lange auf, denn wir mussten am Sonntag früh raus. Also verabschiedeten wir uns bald und ich machte mich auf den Weg ins Hotel.

Dort habe ich nochmal die Ausrüstung und Bekleidung fürs Rennen gecheckt, mir den Wecker gestellt. Die Hotelchefin hatte mir in der Zwischenzeit mein Frühstück aufs Zimmer bringen lassen. Panino, dazu Butter und Honig. Kaffee hatte ich ohnehin am Zimmer. Einschlafen konnte ich erst nicht so richtig, aber ich habe dann doch ziemlich gut geschlafen, denn als mein Wecker um 04.50 Uhr los ging brauchte ich erst ein paar Minuten um zu realisieren wo und vor allem WARUM ich hier war!

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Es kann los gehen!

 

Nun, wie es weiter ging? Das erzähle ich euch in meinem nächsten Blogpost 🙂

Keep on running and be fearless

Eure Trailbirdie

Alleine oder in der Gruppe?

Ich werde oft gefragt: Was geht dir eigentlich durch den Kopf, wenn du so lange alleine durch die Gegend läufst? Nun ja, eine gute Frage. Ehrlich gesagt… Oft geht mir gar nichts durch den Kopf 😉 Das ist schon ein Vorteil wenn man alleine unterwegs ist, man braucht sich mit nichts zu beschäftigen. Nur mit der Umgebung, den Geräuschen in der Natur und den eigenen Schritten. Deshalb liebe ich das Traillaufen auch so! Für manch einen ist das einfach nur langweilig. Ein, zwei Stunden, das können sich viele noch vorstellen. Aber wenn es dann an die drei, vier oder noch mehr Stunden geht schütteln viele den Kopf. Ich genieße es allerdings sehr so durch die Gegend zu streifen. Manchmal kommen wir auch Ideen, zum Beispiel für diesen Blog 😉

Vor allem wenn ich auf neuen oder schwierigen Wegen unterwegs bin muss ich mich sehr konzentrieren, dann komm ich gar nicht in Versuchung über irgendwelche Dinge nach zu denken. Wenn es dann mal in meinen Gedanken rund geht wälze ich Situation durch, vom Job oder privat und oft ergeben sich dann wirklich Lösungen. Wenn ich einen Wettkampf vor mir habe stelle ich mir auch gerne vor wie das sein wird. Wie wird die Strecke sein? Wie werde ich durchs Ziel laufen? Heute habe ich mich schon sehr auf die warmen Sonnenstrahlen und die Ausblicke über das Meer über den Cinque Terre gefreut (nur mehr eine Woche bis Sciacchetrail). Zur Zeit freue ich mich schon riesig auf meine erste Golfrunde und ich hab mir schon ein bißchen zurecht gelegt wann ich wohin fahren werde um endlich wieder auf den Fairways unterwegs zu sein. Also ihr seht, da kann man schon einiges abarbeiten in ein paar Stunden.

Andererseits bin ich auch sehr gerne mit anderen Menschen unterwegs. Ich gehe gerne zu Lauftreffs, denn dort kann ich mich mit Gleichgesinnten auf den Weg machen. Da wird dann natürlich viel getratscht. Und das nicht nur unter Frauen, oh nein, auch Männer ratschen gerne beim Laufen 😉 Rund um den Wörthersee schließe ich mich gerne den Lauftreffs der Trailmaniak Veranstalter und des Vereins Mach3 Endurance an. Da sind mittlerweile auch schon oft an die 30 Leute unterwegs! Alles Verrückte in den Augen mancher Nichtläufer, die sich querfeldein mit Rucksäcken ausgestattet durch die Botanik schlagen.

Und 1-2 Mal pro Woche betreue ich selbst mit Kolleginnen die Lauftreffs des Club 261 für Frauen und Mädchen in Kärnten. Wichtig bei solchen Lauftreffs ist auch die Kommunikation über das Laufen. Man holt sich Tipps, beim Club261 machen wir zum Beispiel immer Lauftechnik und/oder Stabi-Einheiten sowie Koordination und Kräftigung. Gerade diese Übungen macht man selten alleine zuhause und so ist es in der Gruppe einfach viel leichter. Von erfahrenen Läufern, vorallem von Trailläufern kann man sich auch einiges abschauen. Die Profis stehen gerne mit Tipps parat. Es ist ebenfalls viel leichter sich aus der berühmten Komfortzone rauszubewegen wenn man sich in der Gruppe bewegt. Vielleicht doch mal ein höheres Tempo anschlagen oder doch mal schneller bergauf zu laufen, dazu muss man sich alleine schon ziemlich startk aufraffen.

Hier noch zwei Bilder, die ich auf einer meiner Allein-Genießen-Touren letztes Jahr in meine Heimat (Steiermark, Seetaler Alpen) gemacht habe. Das wäre doch auch mal ein Ziel für eine gemeinsame Runde, oder?

Meine Empfehlung: Beides bringt Abwechslung ins Läuferleben! Wenn ich an bestimmten Punkten arbeiten will, z.B. ein Tempolauf oder Intervalltraining, das mach ich lieber alleine. Für lange Läufe oder um einfach nur Bewegung zu bekommen suche ich mir Gesellschaft. Hört euch um welche Lauftreffs es in eurer Umgebung gibt und schaut einfach mal hin. Es kann natürlich schon passieren, daß einmal die Chemie nicht so stimmt, aber dann sucht man sich einfach einen anderen.

Wie geht es euch mit dem Thema? Lieber alleine unterwegs? Oder doch in der Gruppe?

 

Keep on running and be fearless

Eure Trailbirdie

 

 

Raus in die Natur

Zur Zeit vergeht kaum ein Tag an dem ich mich nicht im Freien bewege, so versuche ich auch an Ruhetagen raus zu gehen. Es sind jetzt nur mehr 14 Tage bis zum Sciacche Trail und eigentlich stand heute noch einmal ein langer Lauf auf dem Programm, aber irgendwie konnte ich mich dazu nicht aufraffen. Nur, so ganz ohne draussen zu sein, kann ich den Sonntag auch nicht verstreichen lassen. Somit wurde es ein gemütlicher Sonntagsspaziergang 🙂 Und, wir hatten auch noch Glück mit dem Wetter. Obwohl schlecht vorausgesagt, riss die Wolkendecke auf als wir auf dem Parkplatz in Pörtschach/Wörthersee einparkten.

Die Wanderwege rund um den Wörthersee sind wirklich super angeschrieben, so nahmen wir den Wanderweg Richtung Hohe Gloriette über die Niedere Gloriette. Es geht gemütlich durch den Wald, aber teilweise geht es auch ganz schön bergauf 😉 Und richtig gefreut hab ich mich über die pinken Markierungen des Trailmaniaks, die in mir die Vorfreude auf mein Ziel im Herbst machten. Rundherum sah und hörte man auch schon die Vorboten des Frühlings, das Vogelgezwitscher im Wald war unglaublich.

Nach ca. 25 Minuten beim weißen Pavillon angekommen genießt man eine traumhafte Aussicht über den Wörthersee. Bei klaren Tagen hat man auch eine wunderbare Aussicht zu den Berggipfeln der Karawanken. Heute blieb uns dieser allerdings verwehrt.

Man kann dann den Weg zurück gehen oder auf der Rückseite der Burgruine Leonstein zurück wandern. Nach dieser Runde hatte ich 5 km und 130 hm im Anstieg auf der Uhr. Also wäre das wirklich auch für Trailanfänger eine super Route!

Danach hat man sich auf jeden Fall einen guten Kaffee bzw. ein ausgezeichnetes Frühstück zum Beispiel bei der Bäckerei Wienerroither verdient!

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Verdiente Belohnung 🙂

Ich perönlich habe mir auch noch eine Menge Inspiration für meinen nächsten Trailläufe geholt, werde in den nächsten Monaten in der Gegend sicher öfter unterwegs sein.

Wohin geht ihr gerne um nur „einfach mal raus in die Natur“ zu kommen?

 

Keep on running and be fearless

Eure Trailbirdie

Routentipp: Ulrichsberg, Variante Preilitz

Heute möchte ich euch gerne eine Variante den Ulrichsberg (Kärnten, Austria) zu erklimmen vorstellen. Ich wohne in der Gegend und bin deshalb auch zu Trainingszwecken schon einige Male rauf gelaufen. Diesmal habe ich eine neue Variante gewählt, auch um ein bißchen Abwechslung in meinen Trainingsalltag zu bringen. Auf meinem Plan stand ein langer Lauf, Ausdauertraining 🙂 (diese liebe ich besonders).

Also, ich starte direkt vor der Haustüre. Wirklich ein Vorteil, wenn man auf dem Land wohnt 😉 Von da geht es gleicht direkt in den Wald über Zweikirchen, unter der Ruine Hardegg hinweg. Der Weg führt direkt nach Zweikirchen. Von dort biege ich links auf den Vierbergeweg bis zur Glan. Dem Fluß entlang geht es Richtung St. Veit bis zur Abzweigung (Brücke) Seidlhof. Ich halte mich rechts und nehme den Forstweg Richtung Projern.

Es geht stetig nach oben und die sonst sehr schöne Forststraße entpuppt sich durch die Witterung als ziemlich rutschig und gatschig. Ist ja nicht schlecht für Stabilität 😉 Hier gönne ich mir auch mal eine kurze Pause, genieße die Aussicht über Liebenfels. Der Weg führt weiter über ein Feld und dann durch eine wunderschöne mit uralten Bäumen gesäumte Allee bis in das Örtchen Projern. Beim Wegkreuz nehme ich die Straße links Richtung Preilitz und Pörtschach am Berg. In Preilitz ist dann der Wanderweg Nr. 19 angeschrieben –> Ulrichsberg. Der Weg ist sehr gut markiert. Da ich mich auf der Nordseite befinde, ist aber der größte Teil im Schatten und sehr nass und teilweise eisig. Es ist also mit Vorsicht zu laufen.

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Immer den Markierungen entlang

Nach knapp 15 km komme ich unterhalb der Ulrichsbergalm heraus. Hier entscheide ich mich den Gipfel auszulassen. Der Steig hinauf scheint mir sehr eisig zu sein und da ich allem Anschein nach alleine am Berg bin möchte ich kein Risiko eingehen. Von da wäre es noch ca. 1 km hinauf bis zur Gedenkstätte am Gipfel.

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Ulrichsbergalm

So laufe ich weiter auf der Forstraße hinunter Richtung St. Peter am Bichl. Es gäbe die Variante über den Wanderweg Nr. 18 über Waldwege zu laufen. Das werde ich dann im Sommer wieder machen. An diesem Tag bleibe ich auf der Forstraße, wieder am Vierbergeweg und komme dann gegenüber von Zweikirchen auf den Asphalt. Ein kurzer Halt um etwas zu trinken und hinüber zu schauen wo ich vor ca. 2 Stunden gelaufen bin.

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Blick zur Ruine Hardegg

Entlang der Straße geht es dann runter nach St. Peter am Bichl und von dort weiter rechts nach Zmuln, von wo es nur mehr ein Katzensprung zu meinem Ausgangsort ist.

Nach der Runde habe ich 22 km und knapp über 1.000 hm auf der Uhr, hat sich also gelohnt 🙂

Route Preilitz Ulrichsberg

 

Unterwegs bin ich mit meinen Lieblingsteilen auf so einem langen Traillauf: Meinen Adidas Boost Terrex Trailschuhen, meiner Suunto Ambit3 Peak und dem leichten Laufrucksack Trail 10 von Salomon.

Fazit: Von allem was dabei. Flach, Steil, Trail, Wald, Asphalt, Forstweg.

Wenn ich euch Lust gemacht habe, gerne laufe ich die Runde nochmals in Begleitung 🙂

Keep on running

Eure Trailbirdie

Inspiration

Ich habe in den letzten Tagen ein paar schöne Blogposts zu dem Thema Laufmagie bzw. dem Zauber des ersten Mals gelesen. Das hat mich natürlich auch über meine Motivation zu Laufen und über diese „Magie“ nachdenken lassen, vor allem habe ich mich an meine „ersten Male“ erinnert.

Falls ihr euch auch inspirieren lassen wollt dann schaut doch mal zum Beispiel auf die Seiten von Running Zuschi oder Rundandom. Lasst euch von lieben Laufkolleginnen in diese Welt des Zaubers entführen.

Ich persönlich finde meine Inspiration in der Natur. Ganz egal, ob Laufen, Wandern oder Golfen! Für mich ist es einfach wunderbar mich in der Natur zu bewegen, die Welt um mich zu beobachten, die frische Luft zu genießen, Tieren zu begegnen und auch zu sehen wie sich die Umwelt im Wandel der Jahreszeiten ändert.

Ich genieße es auch sehr mich mit Gleichgesinnten zu bewegen, mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Es ist unheimlich faszinierend sich mit Menschen zu unterhalten, die man vielleicht gar nicht so gut kennt. Ich höre mir gerne an wie andere Sportler so ticken und gebe dann auch gerne meinen Senf dazu. So entsteht ein wunderbarer Austausch. Ich schließe mich da gerne verschiedenen Lauftreffs an, erkundigt euch einfach mal, in eurer Umgebung gibt es sicher auch einige.

Trailtreff
Trailmaniak Lauftreff

Was mich als (Hobby)sportlerin natürlich auch motiviert sind diverse Wettbewerbe, ich möchte mich im Sport weiterentwickeln. Denn das Gefühl etwas geschafft zu haben, über eine Ziellinie gelaufen zu sein oder ein gesetztes Ziel erreicht zu haben erzeugen starke positive Gefühle, ja direkt Glücksgefühle 🙂

Wenn ich mich auf einen Wettkampf vorbereite stelle ich mir bei meinen Trainingsläufen oft vor wie es sein wird, wenn ich mich dann auf der Strecke befinde und wie ich ins Ziel einlaufen werde. In den letzten Tagen habe ich vermehrt über meine vergangen Läufe nachgedacht. Wie war eigentlich mein erster Viertelmarathon? Halbmarathon? Marathon? Berglauf? Trail? Mein erstes Golfturnier? Nun, da hat sich in den letzten Jahren einiges angesammelt.

Besonders gerne erinnere ich mich an meinen ersten Halbmarathon. Der war 2012 bei Kärnten Läuft. Das Schöne daran war auch, daß ich erstmals nicht alleine trainierte. Eine meiner besten Freundinnen, Andrea, hatte sich auch diesen HM vorgenommen und so haben wir einige Trainingsläufe zusammen gemacht. Wir sind dann auch gemeinsam am Start gestanden. Das Rennen hat jede für sich bestritten und im Ziel haben wir uns wieder getroffen. Es war unheimlich heiß! Einer der heißesten Sommer in den letzten Jahren! Gut, daß wir in diesem Klima trainieren konnten. Auf der Strecke habe ich schon ziemlich gekämpft, aber je näher ich dem Ziel kam desto glücklicher wurde ich, weil ich wusste: Yes, I can 🙂 Ich schaffe das! Und die Stimmung bei Kärnten Läuft ist einfach genial! Viele Leute, der See, meistens schönes Wetter… Da kann man nur gut gelaunt ins Ziel kommen!

HM 1
1. HM

Mit besonderen Emotionen verbunden war dann 3 Jahre später mein erster Marathon. Ich hatte mich entschlossen beim Womens Marathon in Mallorca an den Start zu gehen. Die Schirmherrin der Veranstaltung war keine Geringere als Kathrine Switzer. Ein großes Idol von mir und erste Frau, die je einen Marathon offiziell gefinisht hat! Den Mythos eines Marathons kann man schwer beschreiben. Ich ging schon mit einer gewissen Ehrfurcht an das Rennen heran, war furchtbar nervös. Ich hatte Kopfweh, Halsweh, kaum Appettit und war wirklich sehr ernst an den Tagen davor. Ich war schon kurz davor doch auf die 10km umzuschwenken, da es mir so mies ging. Aber, das waren doch tatsächlich nur meine Nerven. Mit der Unterstützung meiner Familie, die mich begleitet hat und vielen tollen Frauen und Laufkolleginnen um mich herum konnte ich tatsächlich ziemlich entspannt an den Start gehen! Und es war eine unglaubliche Reise 🙂

WM1
Mit Kathrine und Running Zuschi im Ziel

Auch bei meinem ersten Golfturnier war ich ziemlich angespannt im Vorfeld. Beim Golfen kommt es ja nicht nur auf die Technik und Bewegung an, es geht auch um Spielregeln, und davon gibt es ziemlich viele. Vor allem wird es schwierig, wenn man gewisse Situationen anders auslegen kann als seine Mitspieler. Außer man hält den Ball immer im Spiel, was für einen Anfänger natürlich kaum machbar ist. Ich versuchte mich zu konzentrieren und mich an alles Gelernte so gut wie möglich zu erinnern. Auf so einer Golfrunde ist man ja ein paar Stunden unterwegs, ein Turnier dauert meist noch länger als eine normale Runde und ich weiß noch, daß ich mit der Zeit auch immer ruhiger wurde und das Spiel genießen konnte. Als ich den letzten Putt versenkte hatte ich ein unglaublich gutes Gefühl. Ich hatte etwas das erste Mal gemacht und geschafft! Und auch das Handicap verbessert, super 🙂 Dass es auch anders gehen kann werde ich vielleicht mal in einem anderen Bericht genauer erzählen 😉

Golf2
Noch etwas angespannt am ersten Tee

Was mich sonst noch motiviert Sport zu betreiben? Ich fühle mich fit, gesund, einfach gut. Ich kann vom Alltag, vom Job etwas abschalten. Manchmal kommen mir auch gute Ideen, Lösungen für Probleme. Frische Luft und ständig in Bewegung zu bleiben haben mir auch geholfen meine Allergien in den Griff zu bekommen.

Was treibt euch an? Welche Motivation ist für euch wichtig? An welchen ersten Bewerb erinnert ihr euch gerne zurück?

 

Keep on running and be fearless

Eure Trailbirdie