Sciacche Trail, numero I

Wie schon in einigen Beiträgen vorher erwähnt, war mein erstes großes sportliches Ziel 2016 der Sciacche Trail in der wunderschönen Region Ligurien im Nordwesten Italiens. Direkt im Nationalpark Cinque Terre durfte ich meine Trailrunden drehen. Es war wirklich ein Abenteuer auf das ich mich eingelassen habe und in diesem Blogpost möchte ich euch meine ersten Eindrücke in der Region und die Tage vor dem Rennen erzählen.

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Ankommen

Das Rennen sollte am Sonntag dem 20.03. 2016 stattfinden. Ich machte mich am Freitag davor auf den Weg nach Italien, 7 Stunden im Auto, fast alles über die Autobahn. So habe ich die knappen 700 km hinter mich gebracht. Über Venezia, Bologna, Parma und weiter Richtung La Spezia und Genova bin ich bei Levanto von der Autobahn runter und schon befand ich mich mitten in der Region an der ligurischen Küste. Schmalen Straßen, sehr kurvig, bergauf, bergab und wieder bergauf folgte ich den Wegweisern Richtung Monterosso al Mare, dem nördlichsten der fünf charakteristischen Dörfer. Der erste Blick runter aufs Meer war natürlich fantastisch. Das Wetter war auch super und so parkte ich dann am öffentlichen Parkplatz in Monterosso ein und bin noch etwa 700 Meter zu Fuß zu meinem Hotel gegangen. Falls ihr mal in die Gegend kommt kann ich das Albergo Pasquale nur empfehlen. Für Starter beim Sciacche Trail deshalb super, weil es sich direkt beim Start/Ziel befindet 🙂 Es wird von einer überaus bemühten Familie geführt, die Qualität entspricht 4 Sternen, obwohl es mit 3 Sternen klassifiert ist.

Für diesen Abend hatte nichts geplant und weil das Wetter so schön war habe ich meine Laufklamotten angezogen und bin mal ein bißchen die Gegend erkunden gegangen. Ich bin instinktiv in die Richtung gelaufen von wo wir am Sonntag ins Ziel laufen würden. Die Markierungen waren schon angebracht und so konnte ich mich etwas an den Trail gewöhnen. Nur ging es die ganze Zeit ziemlich steil bergauf und noch dazu auf Steintreppen, die teilweise sehr eng waren und sich an die Steilküste schmiegten. Diese musste ich natürlich wieder runter. Der Ausblick war genial, aber das Runterlaufen hat mir schon ein bißchen Angst gemacht. Also habe ich meine Nerven beruhigt indem ich mir ein Ristorante gesucht habe und mir eine super leckere Pasta mit Meeresfrüchten gegönnt habe. Ein Glas Sciacche Wein durfte dazu natürlich nicht fehlen.

Zeit vertreiben

Am Samstag morgen habe ich mich wieder in meinen Laufsachen auf den Weg gemacht, diesmal wollte ich mir die ersten Kilometer der Strecke anschauen. Durch den Tunnel und danach entlang der Strandpromenade fand ich auch gleich wieder die Markierungen. Die Strecke führte relativ schnell nach oben, noch über eine Straße, aber danach gleich ins Gelände. Und wieder: Stufen! Diesmal auch nass, vom Morgennebel, und ziemlich rutschig. In dem Moment beschloss ich den Trail mit meinen Adidas Boost Terrex Trailschuhen anzugehen, die haben nämlich eine super Continental-Sohle. Das Problem, dass sie mich auf langen Läufen am linken Knöchel zu drücken begannen musste sich doch mit Tape lösen lassen 🙂 (So war es dann auch!) Ich beschloss 3 km zu laufen und dann umzudrehen. Dass ich da schon über 300 Höhenmeter drauf haben werde hat mich schon ein bißchen überrascht. Ich befand mich in einer komplett anderen Welt, um mich herum Steine und Felsen, die mich ein bißchen an die Zugspitze erinnerten, aber auch viele Bäume und Pflanzen. Und natürlich der Blick auf das Meer. Ein paar Stabi-Übungen habe ich noch dort oben eingelegt, das musste ich einfach ausnutzen. Ich hatte ein gutes Gefühl und so lief ich wieder zum Hotel zurück.

Nach einem reichhaltigen Frühstück habe ich mich auf den Weg zum Bahnhof gemacht. Um die Dörfer der Cinque Terre zu besuchen ist man am Besten mit dem Zug unterwegs, der fährt regelmäßig und bleibt überall stehen. So bin ich um 2 Euro nach Riomaggiore gefahren, das südlichste Dorf. Dort habe ich mich einfach vom Gefühl leiten lassen und bin durch die Strassen gelaufen. Zufällig bin ich dort auch wieder auf die Markierungen vom Trail gestoßen und bin ihnen ein Stück gefolgt. Meine Vorfreude auf das Rennen wurde dadurch noch größer.

Nach einer kurzen Rast am Strand und einem Cappuccino bin ich wieder in den Zug gestiegen und nach Manarola gefahren. Auch hier haben mich wieder diese berühmten Häuser erwartet. Wie Zündholzschachteln auf den Felsen aneinander gereiht. Ich habe mich immer wieder gefragt, wie diese Städte bloß entstehen konnten. Wie leben die Einwohner hier? Es gab kaum ebene Flächen, tausende von Stufen, rauf und runter. Kaum Möglichkeiten mit dem Auto wohin zu kommen. Für mich unvorstellbar. Dazwischen immer wieder Zitronenbäume mit reifen Früchten, Olivenbäume und Weingärten. In Manarola gönnte ich mir noch eine Foccacia und machte mich dann auf den Weg zurück nach Monterosso.

Vorbereitung

Dort traf ich mich dann mit ein paar Trailfreunden aus Österreich und Deutschland. Ulli, Barbara, Josef und Mario waren schon seit Donnerstag da und wir hatten ausgemacht gemeinsam zur Startnummernabholung zu gehen. Vorher stand aber noch der Minisciacche-Trail am Programm. Auch die kleinen Trailläufer waren mit vollem Ehrgeiz dabei als es galt den Hügel zu erklimmen und mit noch größere Freude  ihre Urkunden nach dem Lauf in Empfang zu nehmen.

Die Startnummernabholung war schnell erledigt und das Starterpaket konnte sich wirklich sehen lassen! Vino, Pasta und Pesto. Dazu eine Zitrone aus Monterosso, ein Hoody von LaSportiva und Laufsocken. Um 18.00 Uhr war das Race-Briefing angesagt. Ich hatte das Glück eine Läuferin aus Norwegen, die ich im Vorfeld über Social Media kennen gelernt habe, zu treffen und so ging ich mit Heidi gemeinsam dorthin. Es wurde uns auf italienisch und englisch die Strecke sehr gut erläutert. Vor allem wurde immer wieder auf die schmalen Wege, die steilen und gefährlichen Downhills und die Regeln des Straßenverkehrs eingegangen. Ich bekam ein flaues Gefühl im Magen. Ich hatte schon viele Bilder gesehen und habe die Wege ja auch schon teilweise besichtigt. Nur so 400-700 Meter über dem Meeresspiegel an der Steilküste, das war neues Gebiet für mich. Es wurde von rutschigen Steinen und Drähten sowie Wasserschläuchen in den Weingärten gesprochen. Wir sollten einfach immer und überall vorsichtig sein, immerhin hatten wir 47 Kilometer und 2.600 Höhenmeter im Aufstieg zu bewältigen.

Heidi und ich beschlossen den Abend gemeinsam bei einer guten Pasta ausklingen zu lassen und was passt besser als Spagetthi al Pesto Genovese, wenn man nicht weit von Genova entfernt ist. Carboloading in italiano, einfach genial. Wir hielten uns danach nicht lange auf, denn wir mussten am Sonntag früh raus. Also verabschiedeten wir uns bald und ich machte mich auf den Weg ins Hotel.

Dort habe ich nochmal die Ausrüstung und Bekleidung fürs Rennen gecheckt, mir den Wecker gestellt. Die Hotelchefin hatte mir in der Zwischenzeit mein Frühstück aufs Zimmer bringen lassen. Panino, dazu Butter und Honig. Kaffee hatte ich ohnehin am Zimmer. Einschlafen konnte ich erst nicht so richtig, aber ich habe dann doch ziemlich gut geschlafen, denn als mein Wecker um 04.50 Uhr los ging brauchte ich erst ein paar Minuten um zu realisieren wo und vor allem WARUM ich hier war!

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Es kann los gehen!

 

Nun, wie es weiter ging? Das erzähle ich euch in meinem nächsten Blogpost 🙂

Keep on running and be fearless

Eure Trailbirdie

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8 Kommentare zu „Sciacche Trail, numero I

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