Klettersteig: Hochstuhl

Heute möchte ich euch den Klettersteig auf den Hochstuhl, ein Hausberg der Klagenfurter inmitten der Karawanken, vorstellen. Genauere technische Details findet ihr hier.

Ich freute mich auf dieses Vorhaben, immerhin wollte ich es mit Andrea angehen, sie hat mich schon auf einigen Abenteuern begleitet und ist auch begeisterte Trailäuferin und ein Bergfex wie ich 🙂 Sie hatte die Route schon mal gemacht, also hatte ich auch gleich einen super Guide!

Vom letzten Parkplatz im Bärental sind wir Richtung Klagenfurter Hütte gewandert. Es empfiehlt sich hier den alten Wanderweg zu nehmen, auch wenn die neue Forststraße super bequem ist. Aber die ist halt ein bissl fad zum Marschieren. Ruckzuck sind wir an der Gabelung mit dem Hinweis zum Klettersteig angekommen und hatten nur mehr ein Schotterfeld zu überqueren. Beim Einstieg wurde die Ausrüstung angelegt und überprüft, alles tip top und so kann es los gehen 🙂

Die ersten paar Höhenmeter geht es sehr anspruchsvoll rauf, aber der Steig ist wirklich toll angelegt, man findet genügend Tritte. Manchmal musste ich ein bißchen überlegen wie ich weiter steige. Ausgeschrieben ist die Kletterroute mit 550 Höhenmeter, die in circa 2,5 Stunden erledigt sein sollte. Da das Wetter wirklich schön war haben wir ein paar Fotopausen eingelegt und somit haben wir dann doch über 3 Stunden gebraucht.

Ich hatte davor gehört, daß der Hochstuhl ein Klettersteig für Einsteiger ist. Naja, so würde ich ihn nicht bezeichnen. Immerhin ist er doch ziemlich lang und ich war schon überrascht, daß einige ausgesetzte Stellen nicht gesichert waren. Um den Steig zu bewältigen sollte man unbedingt über alpine Erfahrung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sowie eine gute Ausrüstung verfügen.

Aber all die Mühen werden für die wunderbaren Ausblicke belohnt. Stetig kamen wir höher und die Aussicht veränderte sich ständig. Erst sahen wir die Klagenfurter Hütte auf gleicher Höhe, bis sie immer kleiner wurde. Die Gipfel rundum konnten wir auch bewundern (z.B Weinasch, Bielschitza und Kosiak).

Das alles war aber nichts gegen den Ausblick der sich uns erbot als wir den Klettersteig verliessen und nur mehr ein paar Höhenmeter zum Gipfel hatten. Leider trübte die Aussicht ein aufkommender Nebel von slowenischer Seite, so daß wir die Gipfel der Julischen Alpen nur zwischen den Nebelfetzen sahen.

Den Gipfel erreichten wir nach knapp 4,5 Stunden gesamter Wanderzeit und dort gönnten wir uns eine längere Pause und was zu Essen. Allerdings waren wir nicht alleine. Abgesehen von ein paar Wanderern, die hauptsächlich über die slowenische Seite rauf kamen waren unzählige Alpendohlen unterwegs. Die dürften dort oben gut gefüttert werden, denn sie benahmen sich auch entsprechend. Höflich, aber stur warteten sie auf ein paar Brocken die von unserer Jause übrig blieben 😉

Den Abstieg wählten wir über den normalen Wanderweg. Die ersten Kilometer sind nicht aufregend, denn sie führen ausschließlich über Fels- und Schotterfelder. Aber je näher man dem Bielschitza Sattel kommt und auch wieder mehr Vegetation den Weg säumt desto schöner wird der Wanderweg. Wir befanden uns wirklich in einer wunderschönen Bergwelt.

Nach gut 6,5 Stunden Wanderung kamen wir bei der neu renovierten Klagenfurter Hütte an. Dort war natürlich auch eine längere Rast angesagt, musste doch auch die Küche dort getestet werden. Fleischnudeln und Ritschert haben auf jeden Fall sehr gut geschmeckt 🙂 Ich war erstaunt wieviele Mountainbiker wir zu der doch schon späteren Stunde auf der Hütte angetroffen haben. Die Strecke zur Hütte ist also auch bei Radfahrern sehr beliebt.

Der letzte Abschnitt zurück zum Parkplatz, wo unser Auto einsam und verlassen wartete verging auch wie im Flug. Allerdings waren wir nach fast 8 Stunden dann doch ziemlich fertig und froh, auf vier Rädern weiter zu kommen.

Fazit: Langer, doch recht anspruchsvoller Klettersteig, vor allem inklusive Zu- und Abstieg. Unbedingt mit Ausrüstung gehen, genug Zeit einplanen. Wettervorhersagen beachten. Wie ich schon oben erwähnt habe, für komplette Anfänger würde ich den Klettersteig inklusive Wanderung nicht empfehlen, aber für uns war es wirklich ein tolles Erlebnis.

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Wer von euch hat den Steig schon gemacht? Wie sind eure Erfahrungen? Welchen könnt ihr mir sonst noch empfehlen?

 

Keep on running and be fearless

Eure Trailbirdie

 

Photocredits: Andrea Kall, Trailbirdie

Routentipp: Hochrindl – Gr. Speikkofel – Bretthöhe – Lattersteig

Einen besonders schönen Laufausflug habe ich in den vergangenen Tagen mit meiner lieben Freundin Running Zuschi gemacht. Es ist wirklich eine tolle Runde, dich ich euch nicht vorenthalten möchte.

Ich bin ohnehin gerne in der Region Hochrindl unterwegs, dort kann ich wunderbar für Trail- und Bergläufe trainieren. Man befindet sich schon im alpinen Bereich, aber die Routen sind nicht zu schwer, so daß man sie auch ganz wunderbar alleine ablaufen kann.

Nun denn, wir starten am Parkplatz Hochrindl auf gut 1.600 m Seehöhe bei wunderbarem Wetter und nehmen den Wanderweg Richtung Großer Speikkofel, der uns erst einmal circa 200 Höhenmeter nach unten zum Gurkboden führt. Entlang einer schönen Forststraße geht es danach stetig nach oben, bis wir auf circa 1.900 m Seehöhe auf einer Almweide rauskommen, die für mich nicht mehr zu erlaufen ist. Somit gehen wir flotten Schrittes die nächsten Höhenmeter hinauf, durch Schwarzbeerfelder (also ein bißchen naschen ist natürlich erlaubt 🙂 ) bis wir nach etwa 1:45 Stunden am Großen Speikkofel rauskommen.

Diesmal halten wir uns dort nicht auf, denn der Wind wird immer stärker. Nachdem ich mein gesamtes Übergewand, Stirnband und Handschuhe angezogen habe geht es endlich wieder im Laufschritt weiter. Nach etwa zwei Stunden erreichen wir die Bretthöhe, mit 2.328 m Seehöhe den höchsten Punkt der Runde. Die Aussicht wäre sicher toll, aber heute schauen wir nur, daß wir weiter kommen. Der Abstieg zum Lattersteig führt zwischen den Felsen auf einem schmalen Wanderweg, hier ist höchste Konzentration gefordert.

Nach guten drei Stunden am Lattersteig angekommen, genehmigen wir uns in der kleinen Schutzhütte eine Pause. Ein bißchen von dem mittlerweile unwirtlichen Wetter erholen und etwas trinken und essen. Gestärkt geht dann nur mehr nach unten. Der Wanderweg wird immer breiter, bis er am Weissen Kreuz in einer Forststrasse endet, die wir dann noch in wirklich guten Tempo runter laufen.

Nach vier Stunden, 20 Kilometern und 1.450 Höhenmetern erreichen wir wieder den Hochrindl Parkplatz und gönnen uns danach in der Bauernstubn eine wohlverdiente Fritattensuppe und Polsterzipf mit Grantn und Apfelmus. Eigentlich das Highlight des Ausfluges 😉

Ab dem Parkplatz Hochrindl gibt es einige schöne (leichte und etwas anspruchvollere) Wanderwege und die Aussicht von den Bergen ist einfach ein Traum.

Falls ihr mal in der Gegend seid, würde ich mich freuen von euren Erfahrungen zu hören!

Keep on running and be fearless

Eure Trailbirdie

 

Ausflugstipp: Sonnenaufgangsfahrt Goldeck

Im heutigen Blogpost möchte ich euch einen Ausflugstipp für ganz besondere Gelegenheiten in Kärnten ans Herz legen.

Am Goldeck, dem Sportberg Kärntens, finden noch bis Mitte September immer mittwochs Sonnenaufgangsfahrten statt. Um 38,- pro Person hat man die Berg- und Talfahrt mit der Gondel sowie ein reichhaltiges Frühstück im Bergrestaurant inklusive.

Wir hatten uns den 24.08. 2016 für eine solche Fahrt ausgesucht und wirklich auch Glück mit dem Wetter gehabt. Es war wolkenlos und für den Tag sehr sonnig angesagt. Um 05.00 Uhr früh war der Start für die Gondel geplant. Von der Autobahnabfahrt Spittal Ost ist man sehr schnell bei der Talstation der Goldeckbahn angelangt. Ein bißchen überrascht war ich schon als ich sah, daß sich an die hundert Menschen dort bei der Kassa angestellt haben. Insgesamt 3 Gondeln haben aber alle Schaulustigen rechtzeitig zur Bergstation gebracht. Von dort geht man noch circa zehn Minuten über den Wanderweg bis zum Gipfel.

Ganz oben auf 2.241 m Seehöhe angekommen war es ziemlich frisch. Ich war froh Handschuhe und Stirnband dabei gehabt zu haben. Obwohl sich sehr viele Menschen das Spektakel ansehen wollten war es trotzdem ziemlich ruhig. Alle warteten gespannt auf die Sonne und genügend Platz war auch am Berg ;-). Der Sonnenaufgang war für 06.12 Uhr angesagt. Die Minuten davor war es aber auch interessant zu sehen wie sich der Himmel und die Lichtgestaltung rundum veränderte. Großartig beschreiben kann ich die Szenen gar nicht und möchte somit ein paar Bilder sprechen lassen.

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Nachdem die Sonne voll da war haben wir das Panorama genossen und sind langsam Richtung Bergrestaurant spaziert. Nachdem wir doch schon über 3 Stunden auf den Beinen waren hat sich der Hunger bemerkbar gemacht. Im Bergrestaurant angekommen war ich überrascht wie reichhaltig das Angebot am Frühstücksbuffet für ein Bergrestaurant doch war. Verschiedene Schinken-, Wurst- und Speckspezialitäten, Käse, Eier, Gröstl, Kuchen, Krapfen, Marmeladen, Butter, Säfte, Kaffee und Tee. Also wirklich eine große und sehr gute Auswahl. Ein gut aufgelegter Frühstückskoch hat da noch perfekt dazu gepasst.

Nach so einem Tagesanfang steht einem der ganze Tag bevor und am Goldeck kann man den dann ruhig auch am Berg verbringen. Es gibt ein paar schöne Gipfel zu erreichen: Martennock, Seetalnock, Staff oder den Latschur (um nur ein paar zu nennen). Ausserdem hat man eine tolle Aussicht auf die umliegenden Bergketten, wie zum Beispiel Karawanken, Hohe Tauern oder die Nockberge.

Vielleicht hab ich euch Lust gemacht, auch mal so einen tollen Tagesanbruch zu erleben!

Natürlich hab ich mich gleich mit Kartenmaterial eingedeckt und werde die Region in nächster Zeit traillaufend erkunden 🙂

Keep on running and be fearless,

Eure Trailbirdie

Mein erster Klettersteig – Stopselzieher auf die Zugspitze

Irgendwann hat das ja kommen müssen!

Ich habe vor zwei Wochen ein paar Tage mit meiner Familie in Tirol verbracht. Verwandtenbesuch war angesagt. Nun ja, mein Schwager hat mich im Vorfeld gefragt, ob ich Lust hätte einen leichten Klettersteig mit ihm zu machen. Welche Frage! Natürlich. Erstens möchte ich ohnehin auf einen Berg rauf und klettern hörte sich super an. Wollt ich eh schon lange mal machen.

Gesagt, getan. Ausrüstung ausgeborgt, kann schon los gehen 🙂 Hansi hatte sich im Internet etwas schlau gemacht und den Stopselzieher Klettersteig Zugspitze Westweg gefunden. Schwierigkeit Mittel, A/B, 480 Höhenmeter. Hörte sich gut an und auch nicht zu schwer. Dass ich es ein Jahr davor nicht ganz auf die Zugspitze geschafft hatte (darüber könnt ihr in meinem Blogpost hier nachlesen) war noch ein Grund endlich den Gipfel des höchsten Berges Deutschlands zu besteigen. Wir waren in Mieming, in der Nähe von Telfs untergebracht und somit hatten wir nur 40 Autominuten Anfahrt über den Fernpass nach Ehrwald.

Der Startpunkt ist an der Talstation der Ehrwalder Zugspitzbahn. Von dort geht es über einen Wanderweg zur Wiener Neustädter Hütte. Ehrlich gesagt, der Zustieg war schon ziemlich heftig. Das hatten wir etwas unterschätzt. Es ging nur steil bergauf, über Geröllfelder wo uns hauptsächlich Schafe unterkamen. Teilweise ziemlich ausgesetzt, teils mit, teils ohne Seilsicherung. Der beste Moment dort rauf war sicher als uns ein Trailläufer von oben entgegenkam. Er war mal schnell auf einen Kaffee und ein Schnapserl zur Hütte rauf gelaufen! Ich hätte gerne etwas mit ihm geplaudert, aber ich wollte an der Stelle nicht stehen bleiben, sondern einfach nur schauen, daß ich rauf kam.

Nach circa 4,5 Kilometer und über zwei Stunden Aufstieg waren wir bei der Wiener Neustädter Hütte angekommen. Nach einer kurzen Rast und kleinen Stärkung legten wir unsere Kletterausrüstung an. Von der Hütte weg war noch ein Schneekar zu überqueren und dann konnten wir direkt in den Klettersteig einsteigen. Als erstes musste ich mich an die Technik gewöhnen. Sicherung rein, Sicherung raus. Ziemlich am Anfang geht es durch eine schräge, kaminartige Rinne, den sogenannten „Stopselzieher“ nach oben. Das war schon cool! Ich war sehr mit dem ein- und umhängen der Sicherungen beschäftigt, daß ich kaum auf meine Umgebung achtete. Es ist dort sehr von Vorteil einen Helm zu tragen, da sich von den vorhergehenden Personen immer wieder kleine Steine lösen. Langsam, aber stetig kamen wir nach oben.

Nachdem ich mich langsam an das Raufklettern gewöhnt hatte ging es eigentlich schön dahin. Ich hatte sogar Zeit ein paar schöne Bilder zu machen und die Aussicht zu genießen. Danke an der Stelle an Hansi, der ein paar coole Bilder von mir gemacht hat 😉  Zu lange wollte ich mich aber doch nicht aufhalten und drängte immer wieder darauf weiter zu gehen. Es gibt auch einige Passagen, die nicht gesichert sind und höchste Konzentration verlangen.

Nach circa 7 Kilometern und schon mehr als 4 Stunden am Weg kamen wir auf einem Grat heraus. Dort zeigte uns ein Schild, daß wir uns nicht mehr in Österreich befanden. Und ein Blick auf die andere Seite hinunter zeigte mir einen vertrauten Ort. Das konnte nur der Sonnalpin sein 🙂 Dort war ich vor einem Jahr, damals das Ziel der Marathons auf die Zugspitze im Rahmen der Zugspitz Trailrun Challenge. Schön das von oben und bei schönerem Wetter zu sehen! Obwohl das Wetter an dem Tag auch nicht berauschend war. Zumindest war es trocken. Leider zogen dichte Wolken herum, so daß wir von der Bergwelt rundherum nichts sahen.

Der letzte Anstieg zum Gipfel war dann auch recht schnell geschafft. Somit hatten wir über 1.700 Höhenmeter auf 7,5 Kilometern überwunden. Nach etwas mehr als 4,5 Stunden kamen uns auf einmal VIELE Menschen entgegen. Da war ich etwas schockiert. OK, Zugspitze ist ein beliebtes Ausflugsziel, aber was ich da sah hat mich etwas bestürzt. Es wuselte von Menschen, die hauptsächlich nicht mit Bergausrüstung unterwegs waren. Teilweise mit Jogginganzug und Sneakers. Die letzten Schritte zum Gipfelkreuz sparten wir uns auch deswegen. Zumindest haben wir einen Blick darauf geworfen und ein Foto gemacht.

Irgendwie war das keine Bergstimmung, vor allem wenn man gefragt wird: „Ihr seid zu Fuß rauf gegangen? Wahnsinn!!“ Somit machten wir uns auf den Weg zur Bahn, um so schnell wie möglich hinunter zu kommen. Echt schade, wenn man das Gipfelerlebnis nicht genießen kann. Natürlich könnte man den Weg auch zurück gehen, aber ehrlich, daß wäre uns nach diesem wahrlich nicht einfachen Aufstieg einfach zu anstrengend gewesen.

Es war trotzdem ein tolles Erlebnis, das mir lange in Erinnerung bleiben wird.

Und es wird auch nicht mein einziger Klettersteig gewesen sein!

 

Tipp: Die Region Tiroler Zugspitzarena kann ich nur empfehlen. Es gibt zahlreiche Wanderwege, Mountainbikestrecken und sogar einen Golfplatz! Die Zugspitze selbst wird sehr touristisch vermarktet aber das gesamte Wettersteingebirge und die Berge rundum sind wunderschön und bieten eine vielfältige Natur.

In dem Sinne…

Keep on running and be bearless!

Eure Trailbirdie

 

Women’s Running 10k Liverpool

Ich berichte gerne von Laufveranstaltungen, die etwas Besonderes für mich sind. In letzter Zeit sind das sehr oft Straßenläufe, was mir als begeisterte Trailläuferin  etwas zu denken gibt. Darüber werde ich mir in einem nächsten Blogpost etwas genauer Gedanken machen müssen 😉

Aber heute möchte ich euch kurz vom Women’s Running 10k in Liverpool berichten. Am 15.07. 2016 machte ich mit mit 15 weiteren 261 Läuferinnen aus Kärnten und der Steiermark auf den Weg nach England. Beim Club 261 veranstalten wir jedes Jahr eine Laufreise und heuer sind wir einer Einladung des 261 Fearless Wray Women’s Running Club gefolgt um am 17.07. beim Frauenlauf über 5 und 10 Kilometer in Liverpool teilzunehmen.

Wie für England typisch wurden wir in Manchester mit Regen empfangen, der allerdings nicht lange anhielt. Wir wurden bei unseren Gastfamilien in Wray und Umgebung untergebracht und lernten so die britische Gastfreundschaft kennen. Am Abend konnten wir schon wieder einen gemütlichen Cocktailempfang in Caroline’s Garten genießen.

Auch am Samstag hielt das Wetter, so daß wir erst laufend etwas die Gegend um Wray und Hornby erkunden konnten. Wir lernten die Landschaft und uns gegenseitig kennen. Ein Lauftreff mit circa 30 Frauen 🙂 Das kann schon was. Auf jeden Fall wurde viel gelacht und geplaudert.

Am Nachmittag machten wir einen Ausflug nach Lancaster, der nächsten größeren Stadt. Ein bißchen Sightseeing rund um das Lancaster Castle, kulinarische Leckereien (in England indisch essen und ein bißchen scharf bestellen ist wirklich nur was für Mutige!), Tee und Kuchen… Das macht einen Samstagnachmittag aus!

Am Sonntag in der Früh war es dann soweit. Mit dem Bus ging es nach Liverpool, circa 1,5 Stunden Fahrt, die durch die Unterhaltungen im Bus natürlich sehr schnell verging. Der Fahrer brachte uns direkt zum Sefton Park, dem Veranstaltungsgelände. Es stellte sich heraus, daß es sich um eine lokale, sehr familiäre Laufveranstaltung handelte. Das kam mir sehr entgegen, da ich es eigenlich nicht gerne mag, wenn ich mich unter Tausenden Menschen befinde. Gemütlich konnten wir das Gelände erkunden und uns ein bißchen aufwärmen. Der Club 261 hatte uns sehr coole T-Shirts organisiert und so wurden wir auch von einigen Mädels auf unser Logo angesprochen. Woher wir kommen? Die waren ganz aus dem Häuschen zu erfahren, daß wir extra aus Österreich zum Lauf angereist waren 🙂

Die Zeit verging schnell und so war auch schon Aufstellen im Startbereich angesagt und ohne große Ankündigung wurde gestartet. Ich hatte mich für die 10 Kilometer entschieden und machte mich auf die erste von zwei Runden. Dadurch nur knapp 1000 Teilnehmerinnen waren konnte ich gleich schön in meinem Tempo loslaufen. Nach circa zwei Kilometer gab es schon die erste Wasserstation! Die Strecke führte uns nur durch den Park, was ich wunderschön fand. Der Weg war von Bäumen gesäumt, so konnte uns die Sonne, die auch zum Vorschein gekommen war nichts anhaben. Es ging auch schon etwas auf und ab… Und über Wiesen! Entlang eins Sees. Das war ja fast wie auf einem Trail! Wunderschön!

Die 53 Minuten, die ich für die Strecke brauchte vergingen wie im Flug. Die Stimmung war grandios. Der Zieleinlauf – Gänsehaut pur! Das erste Mal habe ich in der Ziellabe Prosecco und Erdbeeren bekommen. Was will frau mehr?

Schnell zum Zieleinlauf zurück, die anderen Mädels anfeuern. Es war unglaublich zu sehen mit welcher Freude jede einzelne Teilnehmerin durchs Ziel lief. Unsere Gruppe war fantastisch. Aber wie so oft – Das Beste kam zum Schluß. Unsere Gastgeberinnen hatten sich wahrlich etwas Besonderes einfallen lassen und nicht nur Laufklamotten mitgebracht, sondern auch Picknickkörbe! So wurden im Park Decken ausgebreitet, Proseccogläser gefüllt, Sandwiches gereicht, und noch vieles mehr. Das war der krönende Abschluss einer absolut super organisierten Laufveranstaltung in England.

Den Abend verbrachten wir noch alle gemeinsam bei einem gemütlichen Barbeque auf Becky’s Farm. Leider war das Wochenende viel zu schnell vorbei und am Montag morgen ging es schon wieder nach Manchester und mit dem Flieger heim nach Österreich.

Die Veranstaltung war bestens organisiert: Eine schöne und anspruchsvolle Laufstrecke, genügend Wasserstationen, Pacemaker, Ziellabestation, T-Shirt, Finisherbag mit verschiedensten Produkten gefüllt, eine super schöne Medaille und genügend Leute auf der Strecke um nicht vom Weg abzukommen.

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261 Fearless Wray und Österreich

 

Wray und besonders der Lake District haben mich aber bestimmt nicht das letzte Mal gesehen. Von der Ferne habe ich ein paar schöne Berge gesehen, die förmlich nach Trailrunning gerufen haben! Hier ein kleiner Vorgeschmack. Abgesehen davon gibt es auch ein „paar“ Golfplätze in der Nähe 🙂

Wohin hat es euch schon für besondere Läufe verschlagen?

 

Keep on running

and be fearless

Eure Trailbirdie

 

Photo Credits: Trailbirdie, Horst von Bohlen

Einfach mal barfuß

In letzter Zeit ist mir das Thema „Barfußlaufen“ des öfteren untergekommen. Für Kinder ist es ganz normal im Sommer ohne Schuhe herum zu laufen. Für uns Erwachsene ist das oft nicht so. Man möchte nicht schmutzig werden, man möchte sich nicht verletzen, man möchte nicht auf irgendwas Ekliges treten, usw. Es gibt genug Gründe sich mit Schuhen fortzubewegen.

Bei einem unseren letzten Lauftreffs hatte meine liebe Coach-Kollegin Sonja die Idee einfach mal die Schuhe auszuziehen. Es war ein warmer Abend und auf einer Wiese sind wir einfach so barfuß gegangen. Die ersten Schritte waren gewöhnungsbedürftig, aber dann fühlt man gleich wie angenehm das ist.

Heute war wieder ein heisser Tag und ich habe mir ein bißchen Abkühlung am Wasserweg in Liebenfels gegönnt. Beim Raufgehen war ich mit den Gedanken mit meinen Füßen schon im Wasser und dann kam mir die Idee doch einfach mal im Wald und über die Steine meine Schuhe auszuziehen und ein Stück barfuß zu laufen. Ich dachte immer ich sei zu empfindlich an den Fußsohlen um über kleine Steine laufen zu können, aber nach ein paar Meter gewöhnt man sich an den Untergrund. Ich bin dann circa einen Kilometer so dahin gewandert. Über Wiese, Waldboden, Steine bis ich schließlich an einem schönen seichten Stück des Baches im Wasser gelandet bin. Ich bin dann einfach im Bach entlang marschiert und auch wieder den Wanderweg zurück mit den Schuhen in den Händen.

Es war faszinierend welche Eindrücke ich mitgenommen habe. Ich habe mich sehr konzentriert und den Boden unter meinen Füßen extrem wahrgenommen. Die verschiedenen Untergründe waren wirklich angenehm. Weich – hart, kalt – warm, steinig – wie auf Federn. Ausserdem habe ich den Weg aus einer anderen Perspektive wahrgenommen, aus dem Bach raus 😉

Ich kann euch nur den Tipp geben es einfach mal zu versuchen. Einfach raus aus den Schuhen und eine Weile, gehen, vielleicht auch ein bißchen laufen, wenn es angenehm ist.

Ein paar Menschen sind mir begegnet, keine Ahnung was die sich gedacht haben 😉 aber egal. Zuhause angekommen habe ich dann gespürt wie ich auch meine Fußmuskeln durch das Barfußlaufen trainiert habe. Es ist jetzt Abend und kribbelt immer noch angenehm in meinen Füßen.

In dem Sinne, keep on running (auch mal ohne Schuhe)

and be fearless!

Eure Trailbirdie

Ein spontanes Abenteuer

Manchmal gibt es Erlebnisse, die muss ich einfach sofort niederschreiben. Und heute ist mir genau so etwas passiert! Vor zwei Wochen war ich dienstlich in Friuli Venezia Giulia unterwegs und war dort an den Laghi di Fusine (Fusine Seen). Leider war das Wetter damals nicht so gut, daß ich beschloss bei schönem Wetter nochmal zu kommen, um mir die Trails in der Region etwas anzusehen.

Der Alpe Adria Trail geht direkt bei den Laghi di Fusine vorbei und ich beschloss heute den Abschnitt des Trails zu laufen. Ich hatte mich mit einer Wanderkarte ausgestattet und mir im Vorfeld die Strecke im Alpe Adria Trail Guide angeschaut. Das Schöne, von Klagenfurt aus ist man mit dem Auto in knapp einer Stunde am Ausgangspunkt. Ich fand auch gleich den ersten Wegweiser des Trail und lief Richtung Rifugio Zacchi. Die Natur um die von Gletschern entstandenen Seen ist einfach traumhaft. Man muss schon sehr aufpassen, es sind sehr viele Wurzeln und Steine am Weg. Auch sind an Wochenenden viele Touristen unterwegs. Am zweiten See angekommen ließ ich mich durch diese Naturschönheiten wohl etwas in Gedanken abtreiben und bemerkte leider gar nicht, daß ich vom Weg abgekommen war.

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Lago di Fusine superiore

Nach einer Weile bemerkte ich meinen Irrtum. Es war zwar immer noch ein markierter Wanderweg auf dem ich mich befand, aber das Alpe Adria Zeichen fand ich nicht mehr. Ich nahm also meine Karte zur Hand und beschloss den Weg weiter zu laufen. Laut meiner Schätzung müsste ich den Trail wieder kreuzen. Nun denn, ich lag falsch. Es ging steil bergauf, der Weg war auch sehr eng und irgendwie hatte ich keine Lust diesen Weg hinunter zu nehmen.

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Blick nach oben (nein, ich war nicht dort ganz oben!)

Nach guten eineinhalb Stunden war ich endlich auf einem Plateau angelangt. Es gab dort auch eine Wegkreuzung mit Hinweisen, aber ich fand keine auf meiner Karte verzeichneten Namen, die auch nur in der Nähe von Refugio Zacchi oder dem Alpe Adria Trail waren. Zu meinem Glück war dort aber auch eine Forststraße und ich beschloss diese nach oben zu gehen, denn das sollte die Richtung sein, die mich wieder zu den Seen brachte. Am Ende der Straße war die Aussicht wunderschön!  Gut, daß ich dort hin gegangen bin.

Allerdings, wie gesagt, es war das Ende der Straße! Ich stärkte mich ein wenig (ein Vorteil ist es immer genug zu Trinken und was zu Essen dabei zu haben, wenn man sich auf ein Abenteuer einlässt!) und lief die Forststraße hinunter. Mein Plan war nun einfach entlang der Straße nur nach unten zu laufen.

Irgendwann musste ich doch auf Zivilisation stoßen und dann würde ich mir Gedanken machen, wie es weiter ging. Und so war es auch. Dank meiner Suunto Ambit Peak 3 inklusive Kompass wusste ich in welche Richtung ich mich bewegen musste. Bergablaufen war zwar nicht auf meinem Plan, aber so konnte ich es gut trainieren, denn immerhin ging es jetzt fast eine Stunde bergab! Langsam hörte ich das Geräusch von Wasser und befand mich auch bald an einem Wasserlauf. Das war das nächste Highlight für mich, denn wo das Wasser hinfliest dort werde ich auch Menschen treffen 🙂

Nach gut zweieinhalb Stunden unterwegs sah ich endlich Asphalt. Normalerweise nicht unbedingt das was ich suche, aber in dem Fall wirklich positiv. Ich lief auf der Straße wieder bergauf und traf endlich wieder auf die Zeichen des Alpe Adria Trails! Von da an waren es dann nur mehr drei Kilometer und schon war ich wieder in vertrauter Umgebung. Anhand des Waldes und der Steine erkannte ich, daß ich nicht weit von den Seen entfernt sein konnte und bald darauf glitzerte es türkis durch den Wald. Ich war wirklich erleichtert so gut wieder zurück gefunden zu haben.

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Etwas erleichtert war ich dann doch

Meine Füße konnte ich in dem kristallklaren Wasser etwas abkühlen und nach einer wohlverdienten Belohung in dem kleinen Gasthaus am See erkundete ich noch ein bißchen die Landschaft. Ich fand auch die Stelle, an der ich mich verlaufen hatte 😉 Also, ich muss wieder hin. Das nächste Mal auf dem richtigen Trail und mit Labestation Rifugio Zacchi 🙂

Strecke
Die Strecke

Da ich mich in den Bergen auskenne und weiß, wie ich mich verhalten muss kann ich schon mal so ein Abenteuer eingehen. Auch schaue ich immer, daß ich die passende Ausrüstung dabei habe. Ansonsten würde ich euch raten bei Verlaufen den Weg zurück zu nehmen. Im absoluten Notfall hätte ich immer noch die Trackback Funktion meiner Suunto aktivieren können.

In dem Sinne: Keep on running and be fearless!

Eure Trailbirdie

Laufend entdecken

Ich habe das Glück beruflich oft in anderen Städten und Ländern unterwegs sein zu dürfen. Was in meinem Reisegepäck nie fehlen darf sind Laufschuhe und Laufklamotten. Die nehmen auch nicht viel Platz weg 🙂

Ich liebe es neue Orte laufend zu erkunden. Erstens bin ich viel schneller unterwegs und kann in kurzer Zeit Vieles entdecken, zweitens kann ich bei einem entspannten Morgenlauf meine Energien steigern und mich fit für den Arbeitstag machen oder bei einem Abendlauf etwas runterkommen… Und drittens kann ich schöne Fotos abseits der Touristenpfade machen!

Ein paar davon möchte ich in diesem Beitrag mit euch teilen.

Die Region um die Euganeischen Hügel befindet sich in Norditalien, im Veneto nahe der Stadt Padova und ist bekannt als Thermenregion. Für mich ist die Region eine Ruheoase… Viel Natur, tolle Trails und ausgezeichnete Golfplätze! Der bekannteste Ort ist Abano.

Ein typischer Badeort und mein Lieblingsort an der Oberen Adria in Italien ist Bibione. Bekannt für kilometerlangen Sandstrand, unzählige Hotels, Geschäfte, Bars und Restaurants. Auch hier finde ich oft Ruhe, wenn ich mich ein paar Kilometer von der Promenade entferne. Es gibt dort viele Radwege durch die Lagune und bei schlechtem Wetter kann ich die Bibione Thermae sehr empfehlen.

Budapest ist definitiv meine Lieblingsstadt in Europa. Sie bietet für mich auf kleinem Platz Geschichte, Kultur, Kulinarik, Natur und immer wieder hunderte neue Eindrücke. Die Donau, welche die zwei Stadtteile trennt. Die Margareteninsel, wo man wunderbare Laufrunden drehen kann. Die Altstadt, wo man flanieren, toll einkaufen und super essen kann. Und so weiter 🙂

Gut, den Nationalpark Cinque Terre in Ligurien habe ich privat besucht, trotzdem möchte ich euch die Region hier nicht vorenthalten. Für Wanderer und Tailläufer der absolute Traum. Die Natur ist wunderschön, steile Küste, Olivenhaine, Weingärten, Zitronenbäume, unglaubliche Architektur und glasklares blau-grün-türkises Meer. Weitere Bilder findet ihr in meinem Bericht über den Sciacche Trail, den ich dort bestritten habe.

Meine Lieblingsinsel in Kroatien ist Losinj. Die Natur dort ist sehr wild, viele Felsen, überall wuchert Salbei, Rosmarin und Lavendel. Das sind auch für die Nase geniale Eindrücke. Ein paar neugierige tierische Einwohner lassen sich dort in der Früh gerne blicken 😉 Der Ort Veli Losinj ist ein kleines beschauliches Fischerdörfchen und über einen gepflegten Wanderweg kann man die Insel super erkunden. Das Meer dort ist glasklar und sehr angenehm. Es gibt nicht viele Hotels auf der Insel, so verläuft sich auch die Touristenmenge ganz gut.

Meine letzte Reise führte mich in die Region Friuli Venezia Giulia nach Italien. So nah und doch so fern. Nur eine Autostunde von mir daheim entfernt fand ich mich in dem beschaulichen Örtchen Valbruna, dem ich in nächster Zeit einen eigenen Beitrag widmen werden muss. Dort habe ich super Trails gefunden, die ich unbedingt ablaufen muss. Und auf den Monte Montasio will ich unbedingt rauf. Abgesehen davon sind die Menschen dort wahnsinnig freundlich und das Essen ausgezeichnet! Die Fotos oben zeigen einen Abschnitt des Cammino Celeste, ein Pilgerweg von Aquileia nach Monte Lussari, den ich bei einem Morgenlauf in Cividale del Friuli entdeckt habe. Wer weiß, vielleicht findet sich auch darüber mal ein Bericht hier 🙂

Das Herz der Region ist natürlich die Stadt Triest, sie pulsiert von Geschichte, Kultur und Menschen. Ich kann euch nur empfehlen diese Stadt zu besuchen! Vor allem für uns Österreicher ist sie historisch sehr interessant, Wien am Meer. In einem Kaffeehaus auf der Piazza Unita mit Blick aufs Meer sitzen, eine gute Tasse Illy Kaffee trinken und ein Stück Sachertorte essen. What else?

Von Triest geht es weiter nach Venedig, in die Region Veneto. Dazu brauch ich wohl nicht viel sagen. Wer noch nicht da war – unbedingt besuchen! Man glaubt es kaum, aber auch hier kann man sich laufend fortbewegen. Es war für mich sogar überraschend, daß ich vielen Läufern begegnet bin. Entlang der Riva degli Schiavoni geht es in einen kleinen Park und durch die Stadt kann man ohnehin kreuz und quer laufen. Es ist empfehlenswert einen Stadtplan dabei zu haben, wenn man sich nicht so gut auskennt. Der Weg zur Piazza San Marco ist aber überall gut angeschrieben und von dort kommt man mit dem Boot ohnehin wieder an alle Ecken der Stadt.

Die Region Veneto hat überhaupt viel zu bieten. Von den Dolomiten bis zum Meer, über die Prosecco Weinstraße und kulturell wichtige Städte wie Verona, Padova, Vicenza, etc. Es gibt zahlreiche Agriturismo-Betriebe (Bauernhöfe, die liebevoll restauriert wurden und zum schlafen und essen einladen), die wirklich einen Besuch wert sind.

Natürlich ist es auch in der Heimat schön, und hin und wieder verschlägt es mich auch nach Wien. Sowie heuer im Jänner. Dank der Trailrunning Szene Jänner Challenge habe ich mich dort in aller Früh aufgemacht um ein Läufchen zu machen und hatte wirklich das Glück Wien von einer ganz besonderen Seite kennen zu lernen. Alleine auf der Prater Hauptallee, entlang der Donau bei Sonnenaufgang, begleitet von ein paar Vöglen und einsamen Spaziergängern mit ihren Hunden.

Ich freu mich schon auf meinen nächsten Trip!

Lauft ihr auch gerne, wenn ihr auf Reisen seid? Welche Erfahrungen habt ihr da gemacht?

 

Keep on running and be fearless

Eure Trailbirdie

1. Südkärntner Lebenslauf

Heue gibt es mal eine Story ganz anderer Art. Trailbirdie bei einem Straßenlauf!

Also ehrlich, es muss schon einen guten Grund geben, damit ich mich für ein Rennen auf die Straße wage, wo ich doch viel lieber im Wald und auf den Bergen laufe. Der 1. Südkärntner Lebenslauf war für mich ein sehr guter Grund. Erstens konnte ich laufend Menschen helfen und zweitens ist es am Klopeinersee einfach wunderschön 🙂

Der Verein LG Südkärnten hat in den letzten Jahren ein paar schöne lokale Laufveranstaltungen ins Leben gerufen. Allerdings keine normalen Läufe, wo es nur um die schnellste Zeit geht. Der 1. Südkärntner Lebenslauf wurde ein Charity Laufevent. Die gesamten Einnahmen wurden karitativen Zwecken gespendet und die Herausforderung war nicht einfach schnell von A nach B zu kommen, sondern so oft wie möglich innerhalb von zwei Stunden um den Klopeinersee zu laufen. Zudem war es möglich sich von jemandem sponsern zu lassen. Es wurden also die gelaufenen Kilometer in Geld um gewandelt.

 

Die Fakten

Der Veranstaltung fand (nach Verschiebung wegen Wintereinbruchs am 01.05.) am 22.05. 2016 statt. Start und Ziel waren direkt in St. Kanzian am Klopeinersee.

Es galt in zwei Stunden so oft wie möglich um den See zu laufen. Eine Runde maß fünf Kilometer. Ein paar großartige Läufer haben das fünf mal geschafft! Ich war mit drei Runden allerdings auch mehr als zufrieden. Es war einer der ersten schönen Sommertage und das Wetter war einfach perfekt.

Es waren 233 Teilnehmer am Start. Nicht nur Läufer, es waren auch Walker und Skater dabei sowie körperlich und geistig beeinträchtigte Menschen, die mit Begleitpersonen unterwegs waren.

1.560 Kilometer wurden insgesamt gelaufen.

4.910.- Euro kamen zusammen !! Gespendet wurde an den Verein Special Olympics und das AVS Wohnheim in Sittersdorf. Ich finde es gut, daß das Geld in der Region bleibt und damit Menschen geholfen wird, die in unserer unmittelbaren Umgebung wohnen.

Meine persönliche Lauferfahrung:

Es war eine besondere Atmosphäre am Start. Viele Läufer waren gekommen, viele bekannte Gesichter vom Straßen- und Berglauf und auch aus anderen Sportarten. Man merkte, es ging hier nicht um Bestzeiten, sonderm ums Dabeisein und jeder war entspannt und hatte Spaß. Das ausgezeichnete Sommerwetter hat noch seinen Teil dazu beigetragen. Nach dem Startschuss ging es auch schon los.
Ich kam in ein gutes Tempo und konnte auch noch bis zur ersten Labestation mit einer Lauffreundin, Manu, quatschen. Danach gab sie etwas Gas, ich wollte meinem Tempo treu bleiben. So lief ich weiter, die Strecke kenne ich von unserem Club 261 Lauftreff am Klopeinersee. Immer auf Asphalt, aber auch immer schön rauf und runter. Immer wieder musste ich die Schönheit der Region um den See bewundern. Ich schloss mich auf der zweiten Hälfte Michi und seinem Vater an, die ich auf der Strecke kennenlernte. Diesen beiden Menschen zolle ich absoluten Respekt. Michi wurde im Rollstuhl von seinem Vater geschoben, das alleine ist bestimmt sehr anstrengend, immerhin waren auch ein paar Höhenmeter und Bordsteinkanten zu überwinden. Aber die zwei sind einfach super drauf gewesen und mir war es eine Ehre sie bis zum Ziel begleiten zu dürfen.
Dass ich in ein zweite Runde gehe war mir von vorneherein klar 🙂 Da bekam ich allerdings das Wetter zu spüren. Ich war halt die Sonne noch nicht gewohnt, und auf Asphalt zu laufen macht das nicht besser, wenn es an die 30 Grad hat. Egal, eine dritte Runde wollte ich unbedingt schaffen und das ging dann auch gut. Bei den Labestationen habe ich ein bißchen mit den Helfern gequatscht, das hat auch ganz gut getan 😉 Es war eine Musikkapelle um den See unterwegs und viele Touristen, somit verging die Zeit wirklich wie im Flug. Theoretisch hätte ich mich noch auf eine vierte Runde wagen können, aber es war die bessere Option nach der dritten Runde im Ziel abzubiegen. Es war schon ziemlich anstrengend. Außerdem war Sonntag 😉
Im Ziel gab es eine tolle handgemachte Medaille, genügend Wasser und hausgemachte Kuchen. Nachdem ich mich mit einigen Bekannten noch unterhalten habe kam ich allerdings zu spät zur Pastaparty, naja, selber schuld 😉

Mein Fazit:

Eine tolle Laufveranstaltung um Menschen im eigenen Land zu helfen. Super organisiert, Strecke war gut gesichert trotz normalem Straßenverkehr, viele Helfer, ausreichend Verpflegung. Ich bin nächstes Jahr wieder dabei!
Keep on running and be fearless
Eure Trailbirdie

Fotocredits: LG Südkärnten, Angelika Komposch, Tailbirdie

Wings for Life World Run

Am 08.05. 2016 fand an 34 Orten weltweit der dritte Wings for Life World Run statt. Letztes Jahr habe ich mir das Spektakel im Fernsehen angesehen und war total begeistert! Also beschloss ich 2016 selbst teilzunehmen. Die Wahl des Ortes war auch schnell entschieden, am nächsten liegt für mich Ljubljana in Slowenien, nur eine gute Autostunde von daheim entfernt. Außerdem gefällt mir die Stadt sehr gut und so hatte ich einen Grund mal wieder hinzukommen.

Kurz zum Ablauf dieser Laufveranstaltung und warum es sich um kein gewöhnliches Rennen handelt. Ins Leben gerufen wurde sie von Wings for Life, eine Organisation die damit beschäftigt ist Geld für die Rückenmarksforschung zu sammeln und so Menschen mit Querschnittslähmung in Zukunft das Laufen zu ermöglichen. Also, eine gute Sache! Deshalb auch das Motto des Laufs: Run for those who can’t – Laufe für die, die es nicht können 🙂

Das besondere an dem Rennen, es gibt kein Ziel. Man wird von einem Auto, dem sogenannten Catcher Car eingefangen. Eine halbe Stunde nach dem Start fängt das Auto mit 15 km/h an zu fahren, wird dann kontinuierlich schneller und fängt die Läufer ein. Ziel ist es soweit wie möglich zu kommen. Heuer wurden unheimliche Rekorde gelaufen, sowohl bei den Männern (88,44 km durch Giorgio Calcaterra in Italien) und bei den Frauen (65,71 km durch Kaori Yoshida in Japan). Die Ergebnislisten könnt ihr hier durchsehen.

Und nun zu meinem persönlichen Erlebnis 🙂 Ich habe mich mit einer Gruppe von Laufkollegen aus Kärnten und der Steiermark am Sonntag in aller Früh auf den Weg nach Ljubljana gemacht. Die Wettervorhersage war ganz gut, ab dem späten Nachmittag war Regen angesagt, somit sollte es ein schöner Lauf werden. Natürlich hatte ich mir ein Ziel gesetzt. Ich wollte an die 20 km Marke herankommen. Nur, auf Asphalt bin ich in den letzten Monaten nicht wirklich viel gelaufen. Auch Tempotraining war für mich nicht wirklich möglich, da ich heuer sehr unter einer Pollenallergie zu leiden habe. Somit war mein Vorhaben erst mal mit meinem Renntempo zu starten und zu schauen wie es mir damit geht.

Die Anreise war sehr komfortabel in einem Reisebus, somit konnten wir uns ausrasten. Schön, daß mich auch eine liebe Freundin, Sonja, begleitet hat. In Ljubljana angekommen haben wir uns gleich die Startunterlagen geholt. Gut, wenn man sich in der Stadt einbißchen auskennt, denn Wegweiser haben wir keine gefunden. Aber die Startsackerl haben wir schnell bekommen. Das Veranstaltungsgelände am Kongressplatz und am Platz der Republik war sehr gut organisiert, es waren auch sehr viele Helfer vor Ort. Wir haben uns dann ein bißchen umgeschaut und da es noch ziemlich ruhig war haben wir uns auf einer netten Terrasse in der Sonne niedergelassen und uns nochmal für das Rennen gestärkt. Was ein bißchen schade war, obwohl viele Ausländer am Start waren wurde fast nur auf slowenisch kommuniziert. Man hörte kaum englische Durchsagen, so wussten wir auch nicht wie das Prozedere sein wird nachdem uns das Auto gefangen haben würde.

Um 13.00 Uhr fiel der Startschuss, ich war in einem vorderen Starterblock eingereiht und kam so schnell gut ins Laufen, es war nicht so ein Gedränge, trotz 3.000 Startern. Das Gefühl, daß tausende von Menschen auf der ganzen Welt zur gleichen Zeit los liefen war schon super! Manu in Wien, Manu in Polen, bekannte Eliteläufer in Deutschland und Österreich 🙂 Da hab ich schon ein bißchen Gänsehaut gehabt. Mein erstes Ziel im Kopf war die erste Labestation nach 5 km. Es war sehr heiß, heißer als wir gedacht haben und die Sonne brannte unbarmherzig auf uns nieder und ich war sehr durstig. Vom Asphalt kam die Hitze doppelt zurück und ich hatte ein Gefühl, daß ich gar nicht vom Boden wegkam. Somit war die erste Labe mit Wasser und Red Bull wirklich eine Wohltat. Noch konnte ich mein Renntempo halten, aber es war schon sehr anstrengend. Bis zur zweiten Labe nach 10 km war ich nicht wirklich gut drauf. Danach wurde ich auch langsamer, ich wollte zurück in meine Komfortzone und so freundete ich mich mit dem Gedanken an wenigstens 15 km zu schaffen und an die dritte Labestation zu kommen. Unermüdlich standen auch viele Zuschauer am Straßenrand, vor allem in den kleinen Städten durch die wir kamen war wirklich was los. Das motivierte! Und wurde es auch endlich kühler, eine Regenfront kündigte sich an, Wind kam auf. Das war wirklich sehr angenehm und nach der dritten Labe hatte ich wieder volle Energie 🙂 ABER!!!! Lautes Gehupe hinter mir, Menschen riefen und lachten…. ich drehte mich um, und da war das Auto! Oh manno, jetzt wo ich mich wieder gefangen hatte! Ich gab noch mal Gas, aber nach 16,58 km hatte es mich geschnappt.

Irgendwie war das dann komisch. Das Auto fuhr vorbei, ich blieb stehen, und jetzt? Es begann zu regnen und ich zu laufen. Nach ein bißchen herumfragen erfuhr ich, daß die Busse für die Rückfahrt bei km 20 warten. Also machte ich mich auf den Weg, der Regen wurde immer stärker und verwandelte sich in Hagel. Schade, daß ich meine Uhr nicht mehr mitlaufen ließ, die Pace war sicher rekordverdächtig! Ich traf sogar ein paar Bekannte aus Kärnten und wir liefen so schnell wir konnten um uns bei einer Bushaltestelle in Sicherheit zu bringen. Ein paar Minuten später kam auch der Bus, der uns in die Stadt zurück brachte.

Gut, daß ich Reservekleidung beim Start abgegeben hatte, so konnte ich mich gleich umziehen und trocken gemeinsam mit Sonja einen Cappuccino und eine Gibanica (der beste Kuchen in Slowenien) genießen, bevor wir uns wieder auf den Heimweg machten.

Was ich und auch meine Lauffreunde sehr schade fanden, es gab keine Zielveranstaltung. Es wäre super nett gewesen gemeinsam mit den anderen Läufern noch was zu trinken oder zu essen. Es waren aber leider kein Zelt und keine Verkaufsstände vorhanden.

Mein Fazit: Generell eine geniale Laufveranstaltung, lokal in Ljubljana gäbe es ein paar kleine Verbesserungsmöglichkeiten. Ich laufe nächstes Jahr gerne wieder! Wo? Mal überlegen… Vielleicht Kroatien, oder Italien?

Keep on running and be fearless

Eure Trailbirdie

 

Fotos: Sonja Bacher, Wings for Life World Run – Ljubljana, trailbirdie